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Buslinie rückt näher an die Innenstadt

Der Ausbau rund um die Aspacher Brücke in Backnang kommt in die finale Phase. Demnächst rollen die Bagger in der Gerberstraße. Am Ende des Ausbaus kann auch der Linienbus aus Aspach dort wieder halten. Ein großer Vorteil für die Nutzer der Linie367.

Die Aspacher Straße kann Mitte Juni wieder freigegeben werden. Aktuell wird auch der Vorplatz der Aspacher Brücke fertiggestellt. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Die Aspacher Straße kann Mitte Juni wieder freigegeben werden. Aktuell wird auch der Vorplatz der Aspacher Brücke fertiggestellt. Foto: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Stück für Stück nähern sich die Bauarbeiten im Umfeld der Aspacher Brücke ihrer Fertigstellung. Nachdem die Brücke selbst schon vor Jahresfrist – zumindest einspurig – für den Verkehr freigegeben werden konnte und auch die Talstraße bereits in diesem Bereich ausgebaut ist, wurde in den vergangenen Wochen die Aspacher Straße auf Vordermann gebracht. Die Arbeiten in der Fahrtrichtung stadtauswärts sind bereits abgeschlossen, und in Richtung Innenstadt liegen sie in den letzten Zügen. Gestern wurden auch die Gehwegflächen gepflastert, sodass zum Beispiel die dortigen Arztpraxen wieder problemlos erreicht werden können. Aktuell geschafft wird auch am Vorplatz der Aspacher Brücke. Hier soll auf der Fläche vor dem Reformhaus unter anderem ein stilisierter Nachbau des einstigen Brückenhäuschen erstellt werden. Auch die Baumscheiben für die künftige Bepflanzung werden derzeit vorbereitet.

Da, wo einst das Brückenhäuschen stand, soll künftig eine Installation verdeutlichen, wie die Stadt in diesem Bereich vor dem Zweiten Weltkrieg ausgesehen hat. Visualisierung: Stadtverwaltung

© Daniel Walter

Da, wo einst das Brückenhäuschen stand, soll künftig eine Installation verdeutlichen, wie die Stadt in diesem Bereich vor dem Zweiten Weltkrieg ausgesehen hat. Visualisierung: Stadtverwaltung

Danach aber konzentrieren sich die Arbeiten auf die Gerberstraße. Dort stehen größere Umbaumaßnahmen an, da die Buslinie367 aus Aspach künftig dort wieder in beiden Richtungen verkehren soll. Dazu muss vor allem die Haltestelle in Richtung ZOB komplett neu erstellt werden. Die künftige, aber auch die bestehende Bushaltestelle werden behindertengerecht ausgebaut. Die Haltestelle ist von großer Bedeutung. Täglich 300 abfahrende Fahrgäste werden dort gezählt. Fahrgäste jedoch, die aus Richtung Aspach in die Innenstadt wollten, mussten bislang an der Haltestelle Etzwiesenbrücke aussteigen. Oder den Umweg über den Bahnhof in Kauf nehmen.

Die neue Bushaltestelle ist das eine. Damit die Busse aber auch ungehindert fahren können, sind noch umfassende Änderungen und Umbauten in der Wilhelmstraße nötig. Bislang handelt es sich bei dieser Straße um eine Einbahnstraße. Damit ist künftig Schluss, in der Straße wird wieder Begegnungsverkehr ermöglicht werden, zumindest für den Linienbusverkehr. Damit die Busse künftig an der Kreuzung Wilhelmstraße/Friedrichstraße in Richtung ZOB links abbiegen können, muss an dieser Stelle eine sogenannte Lückenampel installiert werden. In welcher Form dies geschehen soll, werde derzeit von einem Verkehrsplaner geprüft, erklärte Gisela Blumer gestern. Die Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts verweist darauf, dass Linienbusse ohne eine solche Ampel nur schwerlich auf die stark befahrene Straße einfahren könnten. Zudem soll die Ampel verhindern, dass die ausgebaute Wilhelmstraße künftig als Abkürzungsstrecke für den Verkehr aus der Talstraße in Richtung Bahnhof missbraucht wird.

Geplant ist, dass die Gerberstraße als sogenannter verkehrsberuhigter Geschäftsbereich ausgebaut wird. Das heißt: Es gilt Tempo 20, alle Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuglenker – sind gleichberechtigt. Fußgängerüberwege sind in diesen Zonen nicht nötig, die Passanten dürfen die Straße an jeder Stelle überqueren.

Auf der anderen Seite bestand jedoch der dringliche Wunsch der Verwaltung und der Stadträte, dass an allen vier Armen des Aspacher Kreisels Fußgängerüberwege angelegt werden. Dies geschieht derzeit auch. Auch in der Gerberstraße. Aus diesem Grund kann die Zone 20 erst nach diesem Überweg beginnen.

Die Verwaltung als Verkehrsbehörde hat sich nicht nur für die vier Zebrastreifen ausgesprochen, sondern auch dafür plädiert, die Anzahl der Schilder deutlich zu reduzieren. Laut Blumer ist dies auch gelungen. So konnte der Schilderwald in Absprache mit dem Regierungspräsidium Stuttgart verschlankt werden.

Der Leiter des Tiefbauamts, Lars Kaltenleitner, rechnet damit, dass die Arbeiten an der Aspacher Straße bis Mitte Juni mit dem Aufbringen der Deckschicht angeschlossen werden können. Dann kann die Straße wieder in beiden Fahrtrichtungen für den Verkehr freigegeben werden. Sperrungen sind dann höchstens noch für das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen vonnöten.

Parallel dazu geht es schon Anfang Juni in der Gerberstraße weiter. Zuerst ist eine einseitige Sperrung ausreichend. Es wird aber auch Tage geben, an denen die Straße komplett gesperrt werden muss. Vermutlich ziehen sich die Arbeiten bis Ende September hin.

Dann fehlt nur noch der Kreisverkehr vor der Aspacher Brücke. Die Arbeiten dazu laufen ebenfalls zum Teil parallel zum Umbau der Gerberstraße. Begonnen wird damit in wenigen Wochen, und abgeschlossen werden soll der Neubau des Kreisels Ende August. Aber egal, ob ein paar Tage früher oder später – die Maßnahmen rund um die Brücke werden auf keinen Fall im Juni fertig, so wie seit zwei Jahren auf den Schildern rund um die Baustelle angekündigt. Immer wieder war es zu Verzögerungen gekommen, weil die Arbeiten doch umfangreicher waren als ursprünglich geplant. Zuletzt der Fall in der Aspacher Straße.

Der Gemeinderat hat die Planung dieser Tage einstimmig – bei drei Enthaltungen – abgesegnet.

Sanierung und Hochwasserschutz verschlingen Millionen

Das stilisierte Brückenhäuschen an der Aspacher Brücke ist ebenfalls in Arbeit. Federführend bei der Planung ist das Bruchsaler Büro BHM um Professor Sigurd K. Henne. Aufgestellt wird die außergewöhnliche Installation jedoch ganz zum Schluss der Arbeiten.

Die Sanierungskosten im bisherigen Gesamtbereich Eduard-Breuninger-Straße, Kaltes Wasser, Talstraße, Aspacher Straße, Aspacher Kreisel und Gerberstraße belaufen sich auf ungefähr 5 Millionen Euro. Darin nicht berücksichtigt sind die Kosten für die Aspacher Brücke, die nochmals in Höhe von 2,4 Millionen Euro zu Buche geschlagen haben.

Wie der weitere Umbau der Wilhelmstraße aussehen wird, steht noch in den Sternen. Bisher geplant ist, den Kreisel vor dem Tesat-Haupteingang und sämtliche 13 Stellplätze entlang der Fahrbahn aufzulösen. Nur so ist laut Ordnungsamtsleiterin Gisela Blumer Begegnungsverkehr möglich. Wo Ersatzstellplätze geschaffen werden, ist auch noch nicht klar.

Ursprünglich war eine öffentliche Informationsveranstaltung für die Bürger im März geplant. Aufgrund der Coronapandemie musste diese Veranstaltung ausfallen. Nun wird aktuell bei den Gewerbetreibenden in diesem Bereich per Umfrage abgeklärt, wie sie die Anlieferung und den übrigen Fahrzeugverkehr bislang organisiert haben. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wird entschieden, ob die Straße überhaupt für alle Verkehrsteilnehmer in beiden Fahrtrichtungen freigegeben werden kann.

Eine weitere Baustelle im Innenstadtbereich klappt in diesem Jahr nicht mehr. Ursprünglich war geplant, das Biegelwehr in eine sogenannte raue Rampe umzubauen. Die Arbeiten dürfen aus naturschutzrechtlichen Gründen ausschließlich zwischen den Monaten Juli und Oktober durchgeführt werden. Bisher war das Projekt für das Jahr 2020 terminiert. Lars Kaltenleitner erklärte gestern jedoch, dass der Umbau frühestens im nächsten Jahr vorgenommen wird. Zuvor müsse auch noch das Pumpwerk beim Mühlkanal errichtet werden.

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Erstellt:
28. Mai 2020, 06:00 Uhr

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