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Busse werden wieder voller

Mit Beginn des neuen Schuljahrs können jetzt alle Schüler in die Schulen zurückkehren. Viele kommen mit dem Bus. Vereinzelt geht es dabei eng zu, größere Probleme scheint es aber nicht zu geben. In der ersten Schulwoche ist aber noch vieles in Bewegung.

Viele Schüler, etwa am Tausgymnasium in Backnang, nutzen den Bus für den Weg zur Schule. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Viele Schüler, etwa am Tausgymnasium in Backnang, nutzen den Bus für den Weg zur Schule. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

BACKNANG. Dass die Busse jetzt deutlich voller sein würden als vor den Sommerferien, war zu erwarten. Das Land hat deshalb im Vorfeld schon reagiert und ein Sonderprogramm von zehn Millionen Euro für Verstärkerbusse aufgelegt. So soll vermieden werden, dass es in den Fahrzeugen zu einem übermäßigen Gedränge kommt – und die Schüler sollen auf dem Schulweg besser vor einer Coronaansteckung geschützt werden.

Im Rems-Murr-Kreis wurde der Fördertopf noch nicht angezapft. Das liegt an den situationsbedingten Unwägbarkeiten: Wie Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamts, erläutert, ist bisher nicht absehbar, welcher Bedarf tatsächlich entsteht. Denn zum einen besteht für die Schüler keine Präsenzpflicht: Gehört ein Jugendlicher etwa einer Risikogruppe an oder stehen familiäre Umstände entgegen, muss er nicht in die Schule kommen. Wie häufig dies der Fall ist, muss sich erst noch weisen. Unklar ist auch, wie viele Schüler – dank des guten Wetters – vorerst noch mit dem Rad fahren und wie viele von den Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht werden. Wobei Letzteres wiederum mit den vielfältigen Appellen kollidiert, das Elterntaxi tunlichst stehen zu lassen.

Das Amt will erst noch beobachten und danach weiter planen.

Etwas entzerren dürften sich die Schülerströme durch die Vorgabe des Kultusministeriums, die Schulzeiten zu staffeln und so einen zeitlich einheitlichen Schulbeginn für alle Schüler zu vermeiden, wie Philipp Rauffmann erklärt. Der Leiter des für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständigen Amts im Landratsamt will aber dennoch „die Situation gemeinsam mit den Schulträgern und den Busunternehmen aufmerksam beobachten, um erforderlichenfalls und soweit möglich nachzusteuern“.

Das könnte später im Jahr durchaus noch nötig werden. Denn nach den Herbstferien, wenn die Uhren umgestellt sind und es morgens dunkel ist und überdies das Wetter spürbar unfreundlicher wird, bleibt das Rad öfter im Keller. Die Möglichkeiten der Busunternehmen sind jedoch begrenzt, wie eine erste Abfrage laut Rauffmann ergeben hat, vor allem was die personellen Ressourcen betrifft. Und: Das Angebot des Landes, 80 Prozent der zusätzlichen Kosten zu tragen, ist befristet bis zu den Herbstferien.

Im Rems-Murr-Kreis ist die Schülerbeförderung überwiegend in den allgemeinen ÖPNV integriert, erläutert Rauffmann weiter – Schulbusse, die eigens nur dem Schülertransport dienen, seien die Ausnahme und gibt es laut Martina Keck im Raum Backnang gar nicht. In den Fahrzeugen gilt die Maskenpflicht, da ein Mindestabstand von anderthalb Metern in der Regel nicht eingehalten werden kann. Die Fahrer sind fast überall durch Scheiben von den Fahrgästen getrennt.

Zeitweise sind die Busse jetzt wieder voll, aber wohl nicht überfüllt – so das erste Fazit. Beschwerden seien diesbezüglich im Landratsamt nicht eingegangen, sagt Keck mit Blick auf den Backnanger Raum. Eine Klage kam von einem Pendler in Waiblingen, der von einem Bus berichtete, in dem eine Menge Schüler dicht gedrängt gestanden seien.

Bei FMO, dem Busunternehmen, das in Backnang und Umgebung tätig ist, sieht man keine Kapazitätsprobleme. Eng sei’s lediglich beim Bildungszentrum Weissacher Tal, wo in dieser Woche viele Schüler nach der sechsten Stunde aushaben. Und wie verhalten sich die Schüler im Bus? Dass der eine oder andere seine Maske herunterzieht, sei auch seither schon immer wieder mal vorgekommen. Das spricht der Fahrer dann an, außerdem gibt es entsprechende Kontrollen.

Für Heinz Harter, den geschäftsführenden Schulleiter der Backnanger Schulen, ist derzeit noch zu viel in Bewegung, auch in puncto schulinterne Organisation, um eine repräsentative Aussage zum ÖPNV treffen zu können. Mit einer Ausnahme: Auf der Linie Erbstetten–Backnang gehe es wohl eng her, und das sei auch am Ende des letzten Schuljahres so gewesen. Ansonsten aber hat er den Eindruck, dass vielfach noch die Eltern für ihre Kinder Fahrdienst machen.

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Erstellt:
17. September 2020, 06:00 Uhr

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