Umfrage zur Landtagswahl 2026

CDU bleibt vorn – aber die Grünen holen auf

Im neuen BWTrend zur Landtagswahl in Baden-Württemberg bleibt die Union stärkste Kraft. Die Grünen verringern jedoch ihren Rückstand und ziehen an der AfD vorbei.

Die Spitzenkandidaten von CDU und Grünen, Manuel Hagel (li.) und Cem Özdemir, wollen beide  Ministerpräsident werden.

© Marijan Murat/dpa

Die Spitzenkandidaten von CDU und Grünen, Manuel Hagel (li.) und Cem Özdemir, wollen beide Ministerpräsident werden.

Von Rainer Pörtner

Am 8. März wird in Baden-Württemberg gewählt. Im Moment steht die CDU auf Platz Eins der Wählergunst. Die Grünen verringern jedoch ihren Rückstand zur Union und ziehen an der AfD vorbei, die sie im Oktober überholt hatte. Das sind die zentralen Daten des neuen BWTrends, der landespolitischen Umfrage von Stuttgarter Zeitung und SWR.

Rund anderthalb Monate vor der Landtagswahl ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap für die CDU 29 Prozent – und damit den gleichen Wert wie bei der letzten Umfrage im Oktober 2025. Die CDU würde damit um rund fünf Prozentpunkte besser abschneiden als bei der Landtagswahl im Jahr 2021 und die Führung der Regierungskoalition für sich beanspruchen können.

SPD auf Tiefststand, FDP an der Fünf-Prozent-Hürde, Linke klar drüber

Die Grünen, die zurzeit den Ministerpräsidenten stellen und im Herbst erstmals knapp hinter der AfD lagen, können sich zu Jahresbeginn verbessern. Sie kämen derzeit auf 23 Prozent - ein Plus von 3 Punkten gegenüber Oktober. An ihr Ergebnis der letzten Landtagswahl reichen sie aber weiterhin nicht heran. Vor fünf Jahren holten sie 32,6 Prozent. Die AfD kann ihr Rekordhoch aus dem Herbst mit 20 Prozent zwar nicht ganz bestätigen und gibt einen Punkt ab. Sie würde aber ihr Wahlergebnis von 2021 verdoppeln, als sie 9,7 Prozent erreichte.

Die SPD fällt mit aktuell 8 Prozent (minus zwei Punkte) wie zuletzt im September 2019 auf ihren Tiefstwert im BWTrend und würde auch ihren historischen Negativrekord von vor fünf Jahren (2021: 11 Prozent) nochmals verfehlen. Die FDP liegt bei unverändert 5 Prozent, 2021 holten die Liberalen mehr als das Doppelte: 10,5 Prozent. Die Linke könnte mit unverändert 7 Prozent erstmals auf einen Landtagseinzug in Baden-Württemberg hoffen. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 8 Prozent.

Vierzig Prozent wünschen, dass die CDU die Regierung führt

Der aktuelle Vorsprung der CDU in der Sonntagsfrage spiegelt sich erneut in den Präferenzen für die nächste Legislaturperiode. Unverändert zur Oktober-Umfrage wünschen sich 40 Prozent der Baden-Württemberger und Baden-Württembergerinnen eine CDU-geführte Landesregierung. Ein Drittel spricht sich für eine Regierung unter Leitung der Grünen aus, ein Fünftel präferiert eine Landesregierung unter Führung der AfD.

Bei CDU und Grünen fällt das Urteil der Wähler sehr unterschiedlich aus, je nachdem, ob es um das Personal oder die Sachkompetenz geht. Personell sind weiterhin die Grünen im Vorteil. Ihr Spitzenkandidat Cem Özdemir genießt nicht nur deutlich mehr Rückhalt als die Spitzenkandidaten der anderen Parteien, er ist auch der einzige, bei dem das Lob die Kritik überwiegt. Manuel Hagel, Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender der CDU, ist es eineinhalb Monate vor der Landtagswahl nur bedingt gelungen, an Sichtbarkeit zu gewinnen. Einer Mehrheit ist er nach wie vor kein Begriff (59 Prozent).

Die größere Bekanntheit und Popularität von Cem Özdemir schlägt sich auch in der Präferenz bei der personellen Besetzung des Ministerpräsidentenamtes nieder. Wenn die Bevölkerung ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnte, würden sich 39 Prozent für Özdemir entscheiden. Das sind 2 Prozentpunkte weniger als im Oktober. Auch wenn er damit etwas weniger häufig als im Herbst als Wunsch-Ministerpräsident genannt wird, liegt er immer noch deutlich vor Hagel.

Der CDU-Spitzenkandidat kann seinen Rückhalt zwar etwas ausbauen, ist aber dennoch gerade für ein Fünftel (19 Prozent, plus 2) der bevorzugte Ministerpräsident. Für Markus Frohnmaier von der AfD sprechen sich 9 Prozent (plus 1) der Baden-Württemberger aus. Ein Drittel kann oder will sich noch nicht entscheiden.

CDU erfährt sachpolitisch das größte Vertrauen

Ihre Schwäche in der personellen Aufstellung kann die CDU in Baden-Württemberg über das ihr zugewiesene Sachvertrauen kompensieren. Wenn es um die Lösung der wichtigsten Aufgaben im Land geht, attestiert ähnlich wie im Herbst ein Viertel der Baden-Württemberger (25 Prozent; minus 1) am ehesten der CDU die entsprechende Lösungskompetenz.

Das Sachvertrauen in die Grünen ist im Vergleich zu Oktober gestiegen, sie liegen damit anders als im Oktober vor der AfD (17 Prozent; plus 3). Der AfD trauen aktuell 16 Prozent (minus 1) die Lösung der wichtigsten Aufgaben zu. Der Linken bringen unverändert 5 Prozent das größte Sachvertrauen entgegen. Auch der SPD trauen 5 Prozent (minus 2) die Lösung der wichtigsten Landesaufgaben zu.

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Erstellt:
22. Januar 2026, 12:16 Uhr
Aktualisiert:
22. Januar 2026, 13:08 Uhr

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