Debatte über Teilzeit

CDU sollte nicht zur Verbotspartei werden

Aus dem CDU-Wirtschaftsflügel gibt es den Vorschlag, das Recht auf Teilzeit zu kippen. Das ist der falsche Weg.

Wer Teilzeit arbeitet, tut dies oft auch aus familiären Gründen.

© Jens Büttner/dpa

Wer Teilzeit arbeitet, tut dies oft auch aus familiären Gründen.

Von Tobias Peter

Die deutsche Gesellschaft altert. Der Fachkräftemangel nimmt zu. Deshalb ist jede Stunde, die mehr gearbeitet wird, ein Gewinn. Dennoch ist die Forderung aus dem Wirtschaftsflügel der Union, das Recht auf Teilzeit abzuschaffen oder stark einzuschränken, der falsche Weg.

Es geht um Wahlfreiheit

Dem Selbstbild der CDU, in der konservative, liberale und soziale Strömungen zusammenkommen, entspricht es nicht, den Bürgern vorzuschreiben, wie sie leben sollen. Umso erstaunlicher ist es, wenn die Mittelstands- und Wirtschaftsunion stark in die Wahlfreiheit eingreifen will. Die CDU-Wirtschaftspolitiker treten hier wie die Vertreter einer Verbotspartei auf – ein Vorwurf, den sie sonst gern den Grünen machen.

Viele Menschen sind unfreiwillig in Teilzeit. Wer Eltern mehr Stunden im Job ermöglichen will, muss die Kinderbetreuung verbessern. Deren Nöte erkennt der CDU-Wirtschaftsflügel insoweit an, als er die Erziehung von Kindern und die Pflege von Angehörigen auch künftig als Grund für einen Anspruch auf Teilzeit akzeptieren will. Schluss sein solle aber, so wörtlich, mit „Lifestyle-Teilzeit“. Soll also genau festgelegt sein, bis zu welchem Alter eines Kindes und ab welchem Pflegegrad von Eltern ein Anspruch auf Teilzeit bestehen soll? Geht es noch bürokratischer? Im Wahlkampf hat die Union versprochen, Steuern und Sozialbeiträge zu senken. Das würde Anreize setzen, Vollzeit zu arbeiten. Es wäre der richtige Weg.

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Erstellt:
25. Januar 2026, 15:40 Uhr

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