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Chefin der Frauen Union „erstaunt“ über Festlegung auf Merz

dpa/lsw Stuttgart. Wer soll neuer CDU-Bundesvorsitzender werden? Teile der CDU-Landesspitze haben sich bereits auf Friedrich Merz festgelegt. Das gefällt nicht allen in der baden-württembergischen CDU.

Susanne Wetterich, Vorsitzende der Frauen Union Baden-Württemberg steht vor dem Logo der Frauen Union. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Susanne Wetterich, Vorsitzende der Frauen Union Baden-Württemberg steht vor dem Logo der Frauen Union. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Die Landeschefin der Frauen Union, Susanne Wetterich, hat sich „erstaunt“ über die frühe Festlegung von Teilen der Landesparteispitze auf Friedrich Merz als neuen CDU-Chef gezeigt. „Ich nehme das zur Kenntnis. Aber das ist bestimmt nicht die Meinung der gesamten Landes-CDU“, sagte Wetterich am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die Frauen Union wolle sich erst einmal anschauen, wie sich die Kandidaten inhaltlich zu frauen-, familien- und gesellschaftspolitischen Fragen stellten.

Der baden-württembergische Landeschef des CDU-Sozialflügels CDA, Christian Bäumler, sagte der „Schwäbischen Zeitung“ (Online-Ausgabe): „Ich hätte erwartet, dass man das zunächst in den Parteigremien bespricht. So macht man das in einer demokratischen Partei.“ Er persönlich habe Zweifel, dass Merz teamfähig genug für das Amt des CDU-Vorsitzenden im Bund sei. Der Vorsitzende der CDU Südbaden, Andreas Schwab, schrieb am Donnerstag in Facebook: „Die CDU Südbaden ist dankbar für die Auswahl zwischen drei exzellenten Kandidaten für den Bundesvorsitz. Wir haben uns noch nicht entschieden.“

CDU-Landeschef Thomas Strobl, die Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2021, Susanne Eisenmann, und Landesgeneralsekretär Manuel Hagel hatten am Mittwoch erklärt, beim Bundesparteitag im April für Merz votieren zu wollen. Strobl führte unter anderem an, dass Merz ein sehr hohes Ansehen in der Wirtschaft habe. Zudem könne es mit ihm am besten gelingen, Wähler von der AfD zurückzuholen. Neben Merz bewerben sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen um den Vorsitz.

Die Frauen Union fordert seit langem mehr Frauen an wichtigen Schaltstellen der Macht. Für Wetterich ist es nicht unbedingt nötig, dass eine Frau an der Spitze der Bundes-CDU steht. Entscheidend sei die Frage, wie die Chancen der Frauen in der CDU insgesamt seien. „Da ist viel Luft nach oben, egal, wer ganz oben ist.“ Wetterich selbst hält sich bislang mit einer Empfehlung für einen Kandidaten zurück.

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Erstellt:
27. Februar 2020, 11:02 Uhr

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