Circus Montreal atmet auf

Der Christmas Circus in Sulzbach-Bartenbach ist schon bald Tradition. Noch bis zum 9. Januar gibt es Vorstellungen. Zirkusinhaberin Gabriele Köllner ist für die große Unterstützung und Hilfsbereitschaft während der Pandemie dankbar und blickt wieder optimistischer in die Zukunft.

Samantha Köllner mit ihrer zauberhaften Taubennummer. Fotos: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Samantha Köllner mit ihrer zauberhaften Taubennummer. Fotos: T. Sellmaier

Von Carmen Warstat

Sulzbach an der Murr. Lange hatte der kleine Familienzirkus während der Pandemie in Großerlach ausgeharrt, wo freundliche Menschen ihm halfen, die vor allem finanziell schwierige Situation ohne Auftrittsmöglichkeiten und damit fast ohne Einnahmen zu meistern (wir berichteten). Eineinhalb Jahre etwa nahm das Team um Gabriele Köllner diese Hilfe dankbar in Anspruch, dann öffnete sich ein kleines Fenster und die Hoffnung auf Auftrittsmöglichkeiten erhielt wieder realistischen Boden. So konnten im Spätsommer die ersten Vorbereitungen für den Weihnachtszirkus in Angriff genommen werden: Plakatierungsgenehmigungen einholen, Flyer und Reklametafeln entwerfen und herstellen lassen, Verträge anbahnen und anderes mehr.

Es folgten Gastspiele in Althütte und Oberbrüden sowie in Welzheim und Kirchenkirnberg, wo man jeweils etwa zwei Wochen blieb und endlich auch wieder Einnahmen aus eigener Arbeit verzeichnen konnte. Finanziell half auch die Grundsicherung des Jobcenters über das Jahr, Futterspenden und Privatzuwendungen für Hufschmied und Tierarzt gab es ebenso.

Die Zirkusinhaberin Gabriele Köllner ist für all das dankbar und blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Vor allem „für die Jungen“ sei es enorm wichtig, in die Manege zu treten und ihrer Arbeit nachzugehen. Mit großer Freude habe man deshalb den Christmas Circus Bartenbach, der im letzten Jahr ausfallen musste, obwohl er schon eine kleine Tradition vor Ort ist, auf die Beine gestellt. Bis zuletzt schien unklar, ob er würde stattfinden können, und Gabriele Köllner beobachtete mit Sorge, dass andere Zirkusunternehmen ihre Weihnachtsvorstellungen wieder absagten.

„Die Besucher sind vorsichtig und sehr vernünftig“

Also tat man alles dafür, auftreten zu können. Tochter Samantha belegte einen DRK-Kurs und erhielt ein Zertifikat, welches ihr erlaubt, vor Ort Tests durchzuführen. Und auch wenn „nur“ die 2-G-Regelung greift, werden die Tests sehr gern angenommen, nicht nur von den Schulkindern beziehungsweise deren Eltern. Denn „die Leute sind schon vorsichtig und sehr vernünftig“. Oft kommen Anrufe mit Nachfragen zum Sicherheitskonzept. Dieses sieht vor, dass maximal 50 Prozent der sonstigen Besucherzahl eingelassen werden. Aber die Köllners und Co. gehen auf „Nummer sicher“ und verkaufen bis zu 150 Tickets, das ist etwa ein Drittel. Sehr deutlich merke man dem Publikum an, wie groß die Lust ist, endlich wieder etwas zu erleben – also hält man sich gern an die Regeln.

Für Gabriele Köllner und die Familie bleibt nun zu hoffen, dass das Wetter etwas besser wird, denn momentan helfen nur immer wieder frische Ladungen mit Holzhackschnitzeln gegen den Matschboden. Klar, dass die auch wieder abgefahren werden müssen, wenn es an das große Aufräumen geht. Die traditionelle Winterpause danach dauert „bis nach Fasching“ und zum Saisonstart im März soll es nach Ludwigsburg, Heilbronn und Oberstenfeld gehen.

Die Weihnachtsvorstellungen im beheizten Hauptzelt laufen noch bis zum 9. Januar, jeweils ab 16 Uhr, und es lohnt sich, etwas eher da zu sein, denn es gibt auch im kleinen Vorzelt viel bunten Christmas-Schmuck und Popcorn sowie die Möglichkeit, die eigenen Kinder zu fotografieren; hier befindet sich auch die Teststation. Auf dem Programm stehen Pferdedressuren und Luftnummern am „russischen Mond“, Seiltanz und Tempojonglage sowie ein Besuch des Clowns und der Pfauentauben.

Eigentümer des Festplatzes in Bartenbach ist die Familie Oswald und es ist keine Frage, dass der Circus Montreal die Hoffnung hegt, auch im nächsten Jahr wieder willkommen zu sein. Auch von den anderen Bartenbachern kamen wieder zahlreiche Sympathiebekundungen in Form kleiner Geschenke und Aufmerksamkeiten. Denn schon im dritten Jahr macht der Circus Montreal an Weihnachten hier Station und freut sich inzwischen über ein treues Stammpublikum.

Bei der Luftnummer unterm Manegendach von Michelle Köllner halten Groß und Klein den Atem an.

© Tobias Sellmaier

Bei der Luftnummer unterm Manegendach von Michelle Köllner halten Groß und Klein den Atem an.

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Erstellt:
3. Januar 2022, 06:00 Uhr

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