Corona-Regeln: Kretschmann hat kein Verständnis für Kritik

dpa Stuttgart. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich in einer Talkrunde über Kritik an der angeblichen Uneinigkeit der Regierungschefs in der Corona-Krise aufgeregt. „Man muss doch nicht bei jeder kleinen Abweichung so tun, als seien da Schurken am Werk“, rief der 72-jährige Grünen-Politiker am Dienstagabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“, bei der er zugeschaltet war. In den meisten und wichtigsten Fragen seien die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) doch stets zusammengeblieben. „Es waren immer ganz kleine Abweichungen - ich weiß nicht, warum man das so aufbauscht“, beklagte Kretschmann. Die Kritik folge einem „Klischee“.

Winfried Kretschmann kommt zu einer Sitzung im Landtag. Foto: Marijan Murat/dpa

Winfried Kretschmann kommt zu einer Sitzung im Landtag. Foto: Marijan Murat/dpa

Der einzige grüne Regierungschef verteidigte auch seine Strategie, Kitas und Grundschulen im Land vom kommenden Montag schrittweise wieder öffnen zu wollen. „Es geht nur um Grundschulen, alle anderen bleiben geschlossen.“ Bei den weiterführenden Schulen seien sich alle Länder einig. „Wir sollten nicht ewig so tun, als seien Grundschulen und Kindergärten das Problem dieser Pandemie“, verteidigte er sein Öffnungskonzept. Viele andere Länder sind bei der Wiederöffnung von Kitas und Grundschulen bislang deutlich zurückhaltender.

Kretschmann sagte, zwar könne in der Pandemie nicht jede Interessensgruppe eine Extrawurst verlangen. „Aber bei den Kindern, bei den Kleinsten, da wiege ich mit der Goldwaage.“ Das hätten die Kinder verdient, und die pandemische Lage gebe das her. „Bei den Kleinen wiegt man mit der Goldwaage, bei den anderen mit der Viehwaage.“

© dpa-infocom, dpa:210127-99-186631/3

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Erstellt:
27. Januar 2021, 08:45 Uhr

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