Corona überwunden: Chinas Wirtschaft erhält neuen Schwung

dpa Peking. In China wurden vor einem Jahr erste Infektionen mit dem Coronavirus entdeckt. Nach drastischen Maßnahmen zur Eindämmung gilt das Virus im bevölkerungsreichsten Land der Erde inzwischen für so gut wie besiegt.

Pendler fahren in Wuhan auf Motorrädern und Fahrrädern zur Arbeit. Gut ein Jahr nach dem Ausbruch gilt das Coronavirus in China als so gut wie besiegt. Foto: kyodo/dpa

Pendler fahren in Wuhan auf Motorrädern und Fahrrädern zur Arbeit. Gut ein Jahr nach dem Ausbruch gilt das Coronavirus in China als so gut wie besiegt. Foto: kyodo/dpa

Nach der Erholung Chinas von der Corona-Krise deuten starke Wirtschaftsdaten auf ein schnelleres Wachstum im letzten Quartal des Jahres hin.

Im Oktober stiegen die Ausgaben im Einzelhandel für Verbrauchsgüter wieder um 4,3 Prozent und damit deutlich als im Vormonat (3,3 Prozent), wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Die Industrieproduktion kletterte etwas schneller als erwartet um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Wirtschaftsdaten dürften nach Erwartungen des Statistikamtes dazu führen, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde in den letzten drei Monaten des Jahres schneller als im dritten Quartal mit 4,9 Prozent wachsen dürfte. Experten rechnen mit fünf bis sechs Prozent Wachstum. Trotz des starken Corona-Einbruchs zum Jahresanfang dürfte China als einzige große Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum verzeichnen. Es wird mit einem Plus von rund 2 Prozent gerechnet.

In den ersten zehn Monaten des Jahres legte die Industrieproduktion um 1,8 Prozent zu. Die Investitionen in Immobilien steigen wieder zunehmend schneller und erreichten seit Jahresanfang ein Plus von 6,3 Prozent. Die Anlageinvestitionen kletterten seit Jahresanfang insgesamt um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt ferner mitteilte. Die ausländischen Direktinvestitionen stiegen in dem Zeitraum um 6,4 Prozent - zuletzt im Oktober sogar um 18,3 Prozent, wie das Handelsministerium ergänzte.

In China waren vor einem Jahr im Dezember erstmals Infektionen mit dem Coronavirus entdeckt worden. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat die Pandemie aber mit strengen Quarantäne-Maßnahmen, Massentests, Kontaktverfolgung und Einreisebeschränkungen unter Kontrolle gebracht, sodass sich das Leben normalisiert hat. Seit dem Sommer sind in der Volksrepublik nur noch vereinzelt kleinere lokale Ausbrüche bekannt geworden, gegen die meist sofort energisch vorgegangen wird. Es gibt heute ansonsten nur importierte Fälle, die bei den strengen Einreisekontrollen festgestellt werden. Reisende müssen grundsätzlich zwei Wochen in Quarantäne.

© dpa-infocom, dpa:201116-99-347376/3

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Erstellt:
16. November 2020, 11:40 Uhr

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