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Coronavirus: Nur zwei Menschen dürfen zusammen draußen sein

dpa/lsw Stuttgart. Im Kampf gegen das Coronavirus steuert der Südwesten noch einmal etwas nach. Nur noch zwei Menschen dürfen zusammen draußen sein. Bis die Infektionszahlen zurückgehen, dauert es aber wohl noch. Für kleine Unternehmen soll nun schnell finanzielle Hilfe kommen.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sitzt im Landtag. Foto: Marijan Murat/dpa

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sitzt im Landtag. Foto: Marijan Murat/dpa

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Baden-Württemberg die Einschränkungen für das öffentliche Leben noch einmal verschärft. Seit diesem Montag gilt im ganzen Land, dass nur noch zwei Menschen zusammen draußen unterwegs sein dürfen. Ausnahmen gibt es für Familien. Neu ist auch, dass Menschen, die nicht gemeinsam in einem Haushalt leben, in der Öffentlichkeit einen Abstand von 1,5 Metern zueinander halten sollen.

Damit hat Baden-Württemberg die Vorschrift an das angepasst, was Bund und Länder am Sonntag bei einer Telefonschalte vereinbart haben. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) appellierte an die Bürger, sich an den Regeln zu halten - egal, ob im Supermarkt oder beim Spazierengehen. Es ist aber den Angaben zufolge nicht verboten, die Wohnung zu verlassen - etwa für Arztbesuche, zum Einkaufen, um anderen zu helfen, um frische Luft zu schnappen oder um alleine Sport zu treiben. Auch der Weg zur Arbeit bleibt erlaubt.

Kretschmann rechnete am Sonntag damit, dass die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, erst einmal weiter steigen wird. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zeigten erst in bis zu 14 Tagen eine Wirkung. Bereits seit Samstag galt im Südwesten, dass Gaststätten und Restaurants geschlossen bleiben müssen. Essen darf aber geliefert oder mitgenommen werden. Nach dem Eindruck der Polizei vom Wochenende werden die Maßgaben weitgehend eingehalten.

In Südwesten steigt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus rasant. 27 infizierte Menschen sind mit Stand Sonntagabend bislang gestorben, mehr als 4300 haben sich mit dem Virus angesteckt. Etwa 2000 Proben aus dem Südwesten sind derweil ungetestet in einem privaten Labor liegengeblieben, weil für die Analyse benötigte Chemikalien fehlten. Ein Großteil davon dürfte nun nicht mehr verwertbar sein.

Unterdessen arbeitet die Landesregierung mit Hochdruck an den Wirtschaftshilfen für kleine und mittelgroße Unternehmen, die wegen der Coronakrise vor dem Aus stehen. Das Kabinett gab am Sonntagabend grünes Licht für ein Soforthilfeprogramm. Nach dpa-Informationen sollen Solo-Selbstständige und Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten einmalig bis zu 9000 Euro erhalten können, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Für Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten gibt es maximal 15 000 Euro, Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten sollen bis zu 30 000 Euro bekommen können.

„Es ist entscheidend, dass wir jetzt schnell Soforthilfen umsetzen, um uns erfolgreich einer drohenden Insolvenzwelle entgegenzustemmen“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Man lasse die Unternehmen nicht im Stich. Auch CDU-Landtagsfraktionschef Wolfgang Reinhart sprach von einem „richtigen und wichtigen Signal“.

Insgesamt stehen nach CDU-Angaben kurzfristig 12,7 Milliarden Euro bereit. Davon kämen 6,2 Milliarden vom Land und wohl 6,5 Milliarden vom Bund. Die CDU-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2021, Susanne Eisenmann, forderte laut „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag) eine Ausweitung des Rettungsschirms des Landes auf Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern.

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Erstellt:
23. März 2020, 06:49 Uhr

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