Curevac-Gründer Hoerr erhält Ehrenbürgerwürde von Tübingen

dpa/lsw Tübingen. Als Doktorand spritzt Ingmar Hoerr Mäusen DNA und nimmt zur Gegenkontrolle die „kleine Schwester“, das Botenmolekül RNA. Im Jahr 2000 gründet Hoerr das Biotech-Unternehmen Curevac und erhält nun eine wichtige Auszeichnung der Universitätsstadt.

Ingmar Hoerr steht im Schlosslabor Tübingen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Ingmar Hoerr steht im Schlosslabor Tübingen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Der Gründer des Biotech-Unternehmens Curevac in Tübingen, Ingmar Hoerr, erhält heute die Ehrenbürgerwürde der Universitätsstadt. Überreichen wird ihm die Auszeichnung Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). Beide kennen sich gut aus Studienzeiten in Tübingen.

Hoerr (53) ist der Entdecker der neuen Impftechnik. Sie basiert wie die Impfstoffe von Biontech und Moderna auf sogenannter messenger-RNA (Boten-RNA). Im Jahr 2000 gründete Hoerr Curevac. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Tübingen und beschäftigt heute mehr als 500 Mitarbeiter an den Standorten Tübingen, Frankfurt und Boston (USA). Hoerr hatte sich aus gesundheitlichen Gründen im Frühjahr 2020 als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens zurückgezogen. Nach einer Hirnblutung hatte er wochenlang im Koma gelegen.

Wenige Monate nach der Veröffentlichung der vergleichsweise schwachen Wirksamkeit seines ersten Covid-Impfstoffs stoppte Curevac seinen ersten Covid-Impfstoff und zog das Vakzin aus dem Zulassungsverfahren zurück. Das Unternehmen will jetzt Vorreiter sein bei einem neuen, modifizierten Impfstoff. Dieser soll unter anderem einen langanhaltenderen Schutz gegen neue Varianten in einer einzigen Impfung bieten.

© dpa-infocom, dpa:211118-99-52099/3

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Erstellt:
19. November 2021, 02:55 Uhr

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