Besitzansprüche auf Insel

Angst um Grönland: So reagiert Dänemark auf Trumps Drohungen

Trump will Grönland unbedingt haben – und versetzt Dänemark und die Bewohner der Arktisinsel in Alarmbereitschaft. Für die Grönländer steht fest: «Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten.»

Eisberge in der Nähe des westgrönländischen Ortes Ilulissat. Trump erhebt erneut Besitzansprüche auf Grönland.

© Steffen Trumpf/dpa

Eisberge in der Nähe des westgrönländischen Ortes Ilulissat. Trump erhebt erneut Besitzansprüche auf Grönland.

Von dpa

Kopenhagen/Nuuk - Nach neuen Übernahme-Drohungen von US-Präsident Donald Trump wächst im dänischen Königreich die Sorge um Grönland. Viele stellen sich die Frage: Könnte der Trump wirklich Ernst machen und die Arktisinsel unter seine Kontrolle bringen?

"Die Amerikaner zeigen jedenfalls, dass sie bereit sind, ziemlich weit zu gehen, und dass ihnen andere Länder egal sind", sagte Arktis-Forscher Jon Rahbek-Clemmensen von der dänischen Verteidigungsakademie dem Rundfunksender DR. "Sie betrachten den amerikanischen Kontinent als ihr Hinterland. Das sind schlechte Nachrichten für Dänemark und Grönland, denn dort liegt Grönland auch."

Trump hatte am Sonntagabend (Ortszeit) erneut vor Journalisten betont: "Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit." Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung - und Dänemark könne dort nicht für Sicherheit sorgen. Um das zu unterstreichen, machte sich Trump mit einem Spruch über den Nato-Partner lustig: "Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt. Es ist wahr. Sie dachten, das war eine großartige Verstärkung."

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen wies die Besitzansprüche des US-Präsidenten klar zurück. Zahlreiche Regierungschefs von EU-Ländern sowie der britische Premierminister Keir Starmer stellten sich hinter Frederiksens Aussage.

Grönländerin über Trumps Drohungen: "Das macht mich rasend!"

Auf den Straßen der grönländischen Hauptstadt Nuuk waren die erneuten Drohungen aus den USA Gesprächsthema Nummer eins. "Das ist so respektlos, dass sie glauben, dass sie einfach unser Land übernehmen können", sagte die Grönländerin Mia Schmidt dem dänischen Rundfunk. "Das macht mich rasend!"

Viele Grönländer sagten dem Sender DR, sie seien nun noch beunruhigter als zuvor. "Das ist ein klares Signal der USA, dass sie darauf bestehen, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen", sagte Jesper Müller aus Nuuk. 

"Müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten"

Die grönländische Politikerin Aaja Chemnitz sitzt für ihr Land im dänischen Parlament. Sie sagte: "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten und das Beste hoffen." Auch dänische Politiker meldeten sich nach den neuen Drohungen zu Wort. "Ich habe immer noch nicht die Fantasie, mir vorzustellen, dass die USA eine militärische Invasion in Grönland in Erwägung ziehen", sagte der liberale Politiker Martin Lidegaard dem dänischen Rundfunk. "Aber sie rasseln mit dem Säbel und deuten es an. Und das ist inakzeptabel."

Grönland ist ein autonom verwaltetes Gebiet in der Arktis und gehört zum Königreich Dänemark. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Besitzansprüche auf Grönland angemeldet. Damals hatten viele Menschen in Dänemark dies noch als Scherz aufgefasst. Kurz vor Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Trump Grönland wieder zum Thema gemacht. Seitdem droht er immer wieder mit einer Übernahme der Arktisinsel.

Gletscher im grönländischen Scoresby Sund. Die grönländische Politikerin Aaja Chemnitz meint: "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten und das Beste hoffen."

© Chris Szagola/AP/dpa

Gletscher im grönländischen Scoresby Sund. Die grönländische Politikerin Aaja Chemnitz meint: "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten und das Beste hoffen."

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verbittet sich die Besitzansprüche Trumps auf Grönland.

© Emil Nicolai Helms/Ritzau Scanpix Foto/dpa

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verbittet sich die Besitzansprüche Trumps auf Grönland.

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Erstellt:
5. Januar 2026, 02:02 Uhr
Aktualisiert:
5. Januar 2026, 14:48 Uhr

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