Daimler bringt Lkw-Geschäft vor Weihnachten an die Börse

dpa Stuttgart. Das Mega-Projekt der Aufteilung des Autoherstellers Daimler in zwei Konzerne wird konkreter. In einem Monat soll die Sparte für Nutzfahrzeuge börsennotiert sein. Alle Probleme sind aber nicht behoben.

Ein Ladestecker steckt in einem elektrisch angetriebenen Mercedes-Benz eActros des Lastwagenherstellers Daimler Truck. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Ein Ladestecker steckt in einem elektrisch angetriebenen Mercedes-Benz eActros des Lastwagenherstellers Daimler Truck. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Bei der Aufspaltung der Daimler-Konzerns soll das Geschäft mit Lastwagen und Bussen am 10. Dezember an die Frankfurter Börse gebracht werden. Daimler Truck wolle sich dann bis Ende März 2022 für den Börsenindex Dax qualifizieren, teilte Daimler am Donnerstag in Stuttgart mit.

Der Konzern hatte den Börsengang bereits angekündigt, aber bisher keinen Termin genannt. „Wir sind bereit für die Unabhängigkeit“, versicherte der Vorstandschef von Daimler Truck, Martin Daum, bei einer Online-Investorenkonferenz.

Der Hersteller, der nach eigenen Bekunden immer noch vom weltweiten Engpass bei Mikrochips betroffen ist, wolle profitabler werden, sagte Daum. Daimler Truck sieht sich bei Nutzfahrzeugen als Weltmarktführer und hat über 100.000 Mitarbeiter.

Der Daimler-Konzern wird geteilt: Mercedes-Autos und -Lkw fahren bald getrennt als unabhängige Unternehmen. Anteilseigner von Daimler sollen durch zusätzliche Aktien an Daimler Truck beteiligt werden.

Daimler will mit der Trennung den Wert und die Wettbewerbsfähigkeit der bisherigen Sparten stärken. Die gesamte Branche steht wegen milliardenschwerer Investitionen in E-Autos und selbststeuernde Fahrzeuge vor Risiken und Herausforderungen.

Finanzchef Jochen Götz berichtete von einer starken Nachfrage für Nutzfahrzeuge. Die Auswirkungen der Halbleiterkrise hätten sich im laufenden Zeitraum von Juli bis Jahresende gegenüber der ersten Jahreshälfte aber noch verschärft. Daimler Truck hatte berichtet, dass Fahrzeuge wegen fehlender Chips teilweise nicht zu Ende gebaut werden können und deshalb auf Halde stehen.

Der Hersteller spart weiter und will die Fixkosten bis zum übernächsten Jahr um 15 Prozent drücken, das Bezugsjahr ist 2019. Bis 2025 peilt Vorstandschef Daum eine prozentual zweistellige Umsatzrendite an.

Autos und Lastwagen kommen bei Daimler bisher aus einem Haus. Das Lkw-Geschäft bei Daimler hat Wurzeln, die bis ins 19. Jahrhundert reichen. Es stand aber lange im Schatten des größeren und prestigeträchtigeren Autogeschäfts. Die Aktionäre von Daimler hatten die Aufspaltung bereits im Oktober mit überwältigender Mehrheit gebilligt.

Der Hersteller stellt - wie andere auch - auf neue Antriebe um. Erst am Mittwoch hatte Daimler Truck angekündigt, sich bei für Wasserstoff-Lkw mit dem französischen Energiegiganten Totalenergies zu verbünden.

© dpa-infocom, dpa:211111-99-958404/3

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Erstellt:
11. November 2021, 14:41 Uhr

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