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Daimler-Vorstand: Europäische Cloud wichtiger als Raumfahrt

dpa Stuttgart. Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth fordert rasche Investitionen zum Aufbau einer europäischen Daten-Infrastruktur als Alternative zu Diensten aus den USA und China. „Eine europäische Cloud wäre aus meiner Sicht wichtiger als ein europäisches Raumfahrtprogramm, deshalb sollte man hier Geld und Energie investieren“, sagte Porth der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf laufende Gespräche über europäische Raumfahrtprogramme und deren Finanzierung. In Sachen Cloud-Architektur müsse nun gehandelt werden. Es sei nicht sinnvoll, nur darüber zu jammern, „dass bislang keiner eine europäische Cloud aufgebaut hat, die Amerikanern und Chinesen Wettbewerb bieten kann“.

Wilfried Porth, Personal und Arbeitsdirektor der Daimler AG. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Wilfried Porth, Personal und Arbeitsdirektor der Daimler AG. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Nach Plänen der Bundesregierung sollen sich deutsche und europäische IT-Anbieter künftig zu einem Netzwerk zusammenschließen, bei dem Unternehmen ihre Daten sicher und selbstbestimmt speichern und verarbeiten können. Dieses Cloud-Netzwerk namens Gaia-X solle unter anderem europäischen Firmen den Weg zu digitalen Geschäftsmodellen ebnen. Ende 2020 solle der Livebetrieb mit ersten Anbietern und Anwendern starten. Viele Fragen - etwa zu Kosten und Finanzierung - sind jedoch offen. Das Projekt würde gegen etablierte Cloud-Dienste von US-Konzernen wie Amazon, Microsoft und Google antreten.

Porth betonte, es fehle bundes- und europaweit keineswegs an Innovationskraft, um eine konkurrenzfähige europäische Daten-Infrastruktur aufzubauen. „Wenn man sich beispielsweise mit Patenten beschäftigt, findet man heraus, dass ganz viel in Europa und auch in Deutschland erfunden und erforscht wird“, sagte er. Das Problem sei die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die reale Wirtschaftswelt. „Wir bekommen das dann nicht schnell genug in den Markt. Uns fehlt leider ein wenig die Risikobereitschaft, die man vielleicht eher in den USA, in Israel und China findet.“

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Erstellt:
25. November 2019, 06:59 Uhr

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