Dammbruch: Neuer Verdacht fällt auf Firma

Gericht in Brasilien setzt Mitarbeiter von Tüv wieder auf freien Fuß

Brasilia /AFP - Bei dem Unglücksdamm in einer brasilianischen Eisenerzmine sind vor seinem Bruch offenbar Ablauf­probleme festgestellt worden. Dies berichteten mehrere brasilianische Medien unter Berufung auf eine Inspektion des Damms durch den Tüv Süd im September. Fotos, die dem Untersuchungsbericht beigelegt waren, zeigten demnach beschädigte oder durch Pflanzen verstopfte Ablaufrohre. Die Tüv-Prüfer gaben den Berichten zufolge eine Reihe weiterer Wartungsempfehlungen, erklärten den stillgelegten Damm aber für sicher.

Der Damm eines Rückhaltebeckens für Bergbauabfälle im ostbrasilianischen Brumadinho war am 25. Januar geborsten. Millionen Tonnen Klärschlamm ergossen sich über die Umgebung des Bergwerks, sie begruben Häuser, Autos und Straßen unter sich sowie die Kantine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale, in der gerade viele Arbeiter zu Mittag aßen. Mehr als 150 Tote wurden bisher geborgen, für gut 180 weitere Vermisste gibt es keine Hoffnung mehr.

Der Betreiber beteuert, er habe alle ­Sicherheitsauflagen des Tüv erfüllt. Am Montag ordnete ein Gericht jedoch an, dass der Konzern ab ­sofort in acht weiteren Rückhaltebecken keine Bergbauabfälle mehr lagern darf. ­Vale sah sich daraufhin zum sofortigen Stopp der Arbeiten in seiner größten Mine in Brucutu gezwungen. Dort werden jährlich 30 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert – 7,5 Prozent der Jahresfördermenge von Vale. Nach der Tragödie waren drei Vale-Techniker sowie zwei örtliche Mitarbeiter des Tüv Süd festgenommen worden, die für die letzte Sicherheitsüberprüfung des Damms zuständig waren. Ein Gericht ordnete am Dienstag ihre Freilassung an.

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Erstellt:
7. Februar 2019, 03:14 Uhr

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