Das Duell der Abwehrgiganten

Mit Jonathan Tah (Bayer) und Waldemar Anton (VfB) treffen die besten Innenverteidiger dieser Bundesliga-Saison am Samstag aufeinander.

Tah

© Baumann

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Von Marco Seliger

Stuttgart - Ein Spitzenspiel braucht Spitzenspieler. Und bitte, was wird da geboten sein an diesem Samstagabend in Leverkusen (18.30 Uhr): Der neue deutsche Meister Bayer 04 empfängt den Überraschungsdritten VfB Stuttgart. Florian Wirtz spielt gegen Deniz Undav. Victor Boniface gegen Serhou Guirassy. Alejandro Grimaldo gegen Maximilian Mittelstädt. Und: Jonathan Tah trifft auf Waldemar Anton.

Die Letztgenannten sind die beiden besten Innenverteidiger dieser Bundesliga-Saison. Tah und Anton, das sind ohne jede Übertreibung die Abwehrgiganten dieser Runde. Warum? Darum: Neben ihren Führungsqualitäten überzeugen sie mit überragendem Aufbauspiel, ihrer Kopfballstärke und mit all dem, was den gemeinen Innenverteidiger ohnehin auszeichnen sollte: Zweikampfstärke, Präsenz, Griffigkeit, Wachheit.

Interessant ist beim Blick auf die fußballerische Vita Tahs und Antons, dass beide gewisse Spätzünder sind. Tah, heute 28 Jahre alt, fiel früher durch konstante Inkonstanz und Patzer auf. Die leistete sich der heute 27-jährige Anton eher nicht. Aber auch der VfB-Kapitän brauchte einige Zeit, bis er sein aktuell überragendes Level erreicht hat – mit dem er es nun in die Nationalelf geschafft hat. Dort ist Tah mit Blick auf die EM ein Konkurrent, der Leverkusener ist neben Antonio Rüdiger im Abwehrzentrum gesetzt.

Der Herausforderer Anton wiederum kann zumindest in einer Hinsicht befreit ins Heimturnier starten: Er weiß, wo er in der neuen Saison spielen wird – beim VfB, wo er seinen Vertrag vor ein paar Monaten bis 2027 verlängert hat. Bei Tah wiederum ist die Zukunftsfrage offener denn je. Sein Vertrag bei Bayer läuft 2025 aus. Längst gibt es Spekulationen über einen Wechsel zum FC Bayern im Sommer. Leverkusens Sportchef Simon Rolfes wiederum plant langfristig mit seinem Nationalspieler: „Wir wollen mit Jona über 2025 hinaus verlängern“, sagt er.

Warum der Rekordmeister heiß ist auf den Innenverteidiger des neues Meisters, lässt sich auch an ein paar Zahlen ablesen. So kommt Tah auf eine Topgeschwindigkeit von 35,8 km/h, er hat vier Tore in dieser Saison erzielt, seine Passquote ist mit 95 Prozent überragend – einzig seine Zweikampfquote ist mit 56 Prozent unterdurchschnittlich. Allein: Die entscheidenden Duelle hat Tah meist gewonnen.

So wie Anton, der auf eine Zweikampfquote von 62 Prozent kommt – und vor dem direkten Duell statistisch bei einigen Punkten das Nachsehen hat gegenüber Tah: So erreicht Anton eine Passquote von „nur“ 89 Prozent, seine Topgeschwindigkeit steht bei 33,8 km/h. Und Anton hat in dieser Saison noch kein Tor erzielt.

Aber vielleicht ändert sich das ja an diesem Samstagabend in der Bay-Arena.

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Erstellt:
26. April 2024, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
27. April 2024, 21:55 Uhr

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