Das Duell um die Königsklasse

Beim Spitzenspiel in Dortmund geht es für den VfB um wichtige Punkte für die Champions-League-Qualifikation. Doch die Begegnung birgt noch mehr Brisanz. Ein Vergleich zwischen den Mannschaftsteilen der beiden Teams.

Wuchtig im Abschluss: der Dortmunder Niclas Füllkrug hat elf Ligatore erzielt. Foto: imago/Laci Perenyi

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Wuchtig im Abschluss: der Dortmunder Niclas Füllkrug hat elf Ligatore erzielt. Foto: imago/Laci Perenyi

Von Carlos Ubina

Stuttgart - Es geht um viel – um wichtige Punkte für die Champions-League-Qualifikation, aber ebenso steht sich im Auswärtsspiel des VfB Stuttgart bei Borussia Dortmund an diesem Samstag (18.30 Uhr) eine Reihe von Fußballprofis gegenüber, die noch um ihre Chance kämpfen, in den deutschen EM-Kader berufen zu werden. Auch darin liegt die Brisanz der Begegnung im Signal-Iduna-Park. Denn der VfB hat dem BVB als Dritter nicht nur in der Bundesliga-Tabelle den Rang abgelaufen, sondern zuletzt auch in der Nationalmannschaft.

„Wir wissen, dass es aktuell das wahrscheinlich schwerste Spiel ist. In Dortmund zu spielen ist etwas Besonderes“, sagt Sebastian Hoeneß vor dem dritten Aufeinandertreffen in der laufenden Saison. Das Hinspiel gewannen die Stuttgarter mit 2:1, im Achtelfinale des DFB-Pokals gab es einen 2:0-Erfolg. Beide Male dominierte die Elf des VfB-Trainers eindeutig – und diesmal? Ein Check vor dem Duell um die Königsklasse.

Tor Bei den Dortmundern rückt nach Verletzung und Krankheit wieder Gregor Kobel zwischen die Pfosten. Der frühere VfB-Profi gilt beim BVB als sicherer und reaktionsschneller Rückhalt, allerdings hat er in den vergangenen Wochen schon öfter passen müssen. Im Spielrhythmus befindet sich der 26-jährige Schweizer demnach nicht. Dennoch muss der zuletzt gute Alexander Meyer, der in Stuttgart auch schon unter Vertrag stand, wieder zurück ins zweite Glied.

Alexander Nübel bleibt beim VfB unumstritten – trotz seines Patzers am vergangenen Spieltag beim 3:3 gegen den 1. FC Heidenheim. Ein Leichtsinnsfehler, weil der 27-Jährige gedanklich bereits beim schnellen Abwurf war, bevor er den Ball überhaupt gefangen hatte. Insgesamt spielt Nübel eine verlässliche Runde. Er strahlt Ruhe auf seine Vorderleute aus. Gelegentliche Unsicherheiten beeinflussen Nübels Spiel kaum.

è ausgeglichen

Abwehr Hier geht der Blick auf die Innenverteidigung. Beim BVB erhielten nach dem Sieg in München Mats Hummels und Nico Schlotterbeck die Bestnoten. Beide Abwehrspieler wurden vorläufig aber aus der deutschen Nationalmannschaft gestrichen. Auch, um Platz zu schaffen für den formstarken Waldemar Anton. Der VfB-Kapitän fehlt nun gelbgesperrt, weshalb der Trainer Sebastian Hoeneß gezwungen ist, die Abwehr umzubauen. Gut möglich, dass der Coach Atakan Karazor aus dem Mittelfeld zurückzieht. Gefragt ist diesmal vor allem Hiroki Ito mit seiner fernöstlichen Exzellenz. Der Japaner ist still, aber zuverlässig.

Auf den Außenverteidigerpositionen hat sich bei den Dortmundern der Norweger Julian Ryerson in den Vordergrund gekämpft, aber auch der Niederländer Ian Maatsen auf der linken Seite spielt gut. Bei den Stuttgartern ist der Neu-Nationalspieler Maximilian Mittelstädt auf dem linken Flügel in aller Munde. Als Rechtsverteidiger mit Vorwärtsdrang überzeugt auch Josha Vagnoman.

è Vorteil BVB

Mittelfeld Angelo Stiller ist im Stuttgarter Spiel der Dreh- und Angelpunkt. Über einen solchen Spielertyp verfügen die Gastgeber nicht. Da spielt der aggressive Emre Can im zentralen defensiven Mittelfeld. Für Mahmoud Dahoud wird es eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Er wird in den schwäbischen Reihen wohl den Partner für Stiller geben. Bislang tritt die Leihgabe aus Brighton ordentlich auf, es fehlt ihm jedoch etwas der Mut zum Risikopass.

Im Offensivbereich sind Enzo Millot beim VfB und Julian Brandt beim BVB oft die Impulsgeber im Mittelfeld. Dabei agiert der junge Franzose im Trikot mit dem Brustring konstanter als Brandt, dem es jedoch nicht an Talent mangelt. Der Sprung zum Führungsspieler ist dem variablen 27-Jährigen aber noch nicht vollends gelungen. Auch in der Nationalmannschaft war er aufgrund seiner Schwankungen nicht mehr dabei.

è Vorteil VfB

Angriff Die Konkurrenten Deniz Undav und Niclas Füllkrug verstehen sich gut. Das war im Kreis der Nationalmannschaft zu sehen und zu hören. Sie scherzten miteinander, obwohl beide als Alternativen für die Mittelstürmerposition gelten – allerdings mit sehr unterschiedlichen Profilen. Erfolgreicher ist bislang der Stuttgarter Undav (15 Tore), der mit Serhou Guirassy (23 Tore) ein Traumduo bildet. Füllkrug (elf Tore) wird stark von den Flügeln unterstützt. Doch auch hier hat der VfB in Chris Führich einen neuen Trumpf.

è Vorteil VfB

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Erstellt:
5. April 2024, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
6. April 2024, 21:55 Uhr

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