Das Ferienangebot soll erweitert werden

BKZ-Leser helfen Die Zukunftswerkstatt Rückenwind bietet Kindern ein Freizeitangebot mit sozialpädagogischer Betreuung. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, sollen mithilfe der Spendenaktion unserer Zeitung weitere Workshops und Gruppen geschaffen werden.

In der Märchenwerkstatt während der Herbstferien haben die Kinder unter anderem Kürbisse geschnitzt. Foto: Zukunftswerkstatt Rückenwind

In der Märchenwerkstatt während der Herbstferien haben die Kinder unter anderem Kürbisse geschnitzt. Foto: Zukunftswerkstatt Rückenwind

Von Lorena Greppo

Rems-Murr. In den Räumen der Zukunftswerkstatt Rückenwind in Backnang weist vieles auf kreatives Schaffen hin: Neben dem Aquarium steht ein Schiff, welches in Modellbauweise zusammengesetzt wurde. Daneben wiederum stehen viele grüne Frösche mit goldenen Krönchen, gebastelt aus Pappbechern. Auf dem Sofa liegt eine Vielzahl von Bildern mit bunten Autos, Meerjungfrauen und anderen fantasievollen Motiven. Gefertigt wurden die Werke in der sogenannten Märchenwerkstatt. In Kleingruppen durften die Kinder und Jugendlichen, welche vom Verein betreut werden, dort zusammen basteln, kochen und werkeln. Die abschließende Ausstellung, sagt Sozialarbeiterin Hannah Nothstein, war für alle ein Highlight. „Da konnten die Kindern ihren Eltern zeigen, was sie alles gemacht haben.“

Die Zukunftswerkstatt Rückenwind unterstützt Kinder, Jugendliche und deren Familien in sämtlichen Lebens- und Problemlagen. Dabei nimmt sie seit 2014 besondere Rücksicht auf die Bedarfe von jungen Geflüchteten. Anfang des Jahres hat der Verein seine neuen Räumlichkeiten in der Schillerstraße bezogen. Hier habe man mehr Platz und somit mehr Möglichkeiten. In der Begegnungsstätte sei immer etwas los, besonders in den Schulferien.

Die Kapazität ist ausgeschöpft

Das Team von etwa 30 Ehrenamtlichen betreut derzeit etwa 50 Kinder. In Workshops wird gemeinsam gekocht, gebacken und gebastelt – zudem stehen immer sozialpädagogische Ansprechpartner zur Verfügung. Damit sei die Kapazität ausgeschöpft, berichtet Nothstein. „Fast täglich kommen Anfragen rein, ob wir noch mehr Familien aufnehmen können“, sagt sie. Durch die Coronapandemie sei die Arbeit zusätzlich erschwert worden, denn man könne derzeit nur noch in Kleingruppen arbeiten. Gleichzeitig, so Nothstein, sind bei manchen Kindern die Probleme zu Hause größer geworden, weshalb sie sich nach unbeschwerten Momenten und der Hilfe des Teams der Zukunftswerkstatt Rückenwind sehnen. „Die Kinder kommen mit Begeisterung“, weiß Nothstein und lobt deren vorbildhaftes Verhalten: „Wir haben so gut wie nie Ärger.“ Schimpfwörter und Rangeleien sind verboten, daran halten sie sich.

Bei den Ferienprogrammen seien die Verantwortlichen in diesem Jahr jedoch in die missliche Lage gekommen, unangemeldete Kinder wieder nach Hause schicken zu müssen, berichtet die Sozialarbeiterin mit Bedauern. Damit das in Zukunft nicht erneut passieren muss, möchte der Verein mit den Geldern aus der BKZ-Weihnachtsspendenaktion das Ferienangebot ausbauen. „Die Älteren laufen momentan im normalen Programm mit“, erklärt Hannah Nothstein. Was die Fünfjährigen begeistert, sei aber für die Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren nicht immer gleich spannend. Für sie wolle man etwas Zielgerichteteres anbieten können. Tiere und Umwelt seien bei allen beliebte Themen, die man verstärkt angehen wolle. Im vergangenen Jahr haben die Kinder Schmetterlinge gezüchtet, das soll wiederholt werden. Die älteren unter den Mädchen hätten sich Beauty-Workshops gewünscht, bei den Jungs steht Fußball ganz hoch im Kurs. Ihre Wünsche sollen sich im Programm wiederfinden.

Überhaupt, merkt Nothstein an, sind die Wünsche der Familien sehr bescheiden. Das hat das Team der Zukunftswerkstatt auch bemerkt, als sie den Adventskalender vorbereitet haben: Jeden Tag bekommen die Kinder eine Anleitung, wie sie zu Hause etwas basteln oder backen können. Wer fleißig mitmacht, bekommt am Ende ein Weihnachtsgeschenk. Diese wiederum stehen schon hübsch verpackt im Büro des Vereins. Die runde Form lässt erahnen, das Bälle ein häufig geäußerter Wunsch waren. Oft, so Nothstein, seien es auch alltägliche Gegenstände wie Handschuhe oder Winterschuhe.

Das Ferienangebot soll erweitert werden

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Erstellt:
14. Dezember 2021, 06:00 Uhr

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