Sieg für OB Martin Horn
Das positive Freiburg-Gefühl entscheidet die Wahl
Schon im ersten Wahlgang holt der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn den Sieg. Es ist eine Klatsche für die Grünen, und ihre allzu linke Kandidatin, kommentiert Eberhard Wein.
© Philipp von Ditfurth/dpa
Martin Horn bleibt Freiburger Oberbürgermeister.
Von Eberhard Wein
Es ist keine zwei Monate her, da holten Grüne und Linke bei der Landtagswahl in der Stadt zusammen fast 65 Prozent. Jetzt bleibt für Monika Stein, die von der links-grünen Mehrheit im Gemeinderat unterstützte Kandidatin gerade mal die Hälfte davon übrig. Der parteilose Amtsinhaber Martin Horn, der vor acht Jahren Dieter Salomon von den Grünen sensationell schlug, fährt hingegen einen grandiosen Sieg ein und kann schon im ersten Wahlgang seine Wiederwahl klar machen.
Ganz überraschend kommt dieses Ergebnis nicht. Im Wahlkampf konnte Horn auf einer Sympathiewelle reiten. Nur SPD und FDP hatten ihn im Wahlkampf unterstützt. Bei der Landtagswahl hatten beide Parteien zusammen nicht einmal acht Prozent erzielt. Jetzt überspringt Horn in fast allen Freiburger Bezirken mühelos die 50 Prozent-Hürde. Selbst in den alternativen Hochburgen der Stadt im Vauban und im Stühlinger konnte Stein kaum punkten.
Es waren wohl kaum die klaren inhaltlichen Ansagen, die Horn auf die Seegerstraße brachten. Davon bot der jugendhafte OB wenig. Es war eher seine Verkörperung eines positiven Freiburg-Gefühls, das jeglicher Wechselstimmung entgegenwirkte. Für die Grünen bleibt die Erkenntnis, dass es kein Erfolgsrezept ist, sich an eine allzu links orientierte Kandidatin dranzuhängen. Wahlen werden in der Mitte gewonnen. Auch in Freiburg, wo die Mitte allerdings deutlich weiter links liegt.
