Dax schließt klar im Minus

dpa Frankfurt/Main. Der Dax ist am Freitag im Zuge des Verfalls an den Terminbörsen wieder unter die 13.200 Punkte gefallen. Mit einem Abschlag von 0,70 Prozent auf 13.116,25 Punkte am sogenannten Hexensabbat kam der Leitindex vor allem spät unter Druck.

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Zur Mittagszeit, als die Terminkontrakte ausliefen, hatte er sich noch moderat im Plus bewegt. Letztlich wurde es mit einem Abschlag von 0,65 Prozent eine schwache Börsenwoche.

An diesen Verfallstagen versuchen Investoren, die Kurse noch in die für sie vorteilhafte Richtung zu bewegen. Das führt nicht selten zu Kursausschlägen, die fundamental nicht zu begründen sind. Am Freitag jedoch blieb es lange Zeit relativ ruhig. Vor allem die Schlussauktion hatte es dann aber mit dem Fall auf ein Tagestief beim Dax in sich.

Laut dem Anlagestrategen Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank mangelt es den Aktienmärkten zunehmend an Impulsen, um sich weiter auf ihrem hohen Niveau zu halten. Auch für den kleineren Indexbruder MDax mit den dort gelisteten mittelgroßen Aktienwerten ging es am Ende um 0,40 Prozent auf 27.512,91 Punkte bergab.

Auf Unternehmensseite trieben Spekulationen über eine Übernahme von Covestro. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erwägt der New Yorker Investor Apollo eine Übernahme der einstigen Kunststoffsparte von Bayer. Der Aktienkurs schnellte daraufhin um fünf Prozent nach oben - auch wenn Covestro mitteilte, dass man sich gegenwärtig nicht in Gesprächen mit Apollo befinde.

Schwankend blieb die Kursentwicklung beim Leasing-Anbieter Grenke, der am Freitag mit einer ausführlichen Stellungnahme auf die jüngsten Vorwürfe eines Leerverkäufers reagierte. Der Konzern wies diese erneut mit aller Entschiedenheit zurück. Nach der deutlichen Vortagserholung bekamen die Anleger dennoch wieder kalte Füße. Teilweise im Plus liegend, büßten die Papiere am Ende wieder 6,6 Prozent ein.

Die MAN-Aktie machte mit einem Kursrutsch um 15,5 Prozent Schlagzeilen. Der Autobauer VW will den zur Lastwagentochter Traton zählenden Lkw- und Bushersteller im laufenden Jahr nun doch nicht mehr von der Börse nehmen. Für Anleger, die auf eine gute Abfindung gesetzt hatten, wurde dies eine herbe Enttäuschung.

Ansonsten ging es für die Fraport-Aktien nach zwei Erholungstagen nun wieder um 5,2 Prozent nach unten, auch die Papiere der Lufthansa büßten etwa fünf Prozent ein. Händler verwiesen auf die steigende Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen vor allem in Frankreich.

Eine milliardenschwere Kapitalerhöhung des Shoppingcenter-Betreibers Unibail-Rodamco-Westfield vom Vortag belastete erneut auch die Kurse deutscher Immobilienaktien, die in diesem Bereich vertreten sind. So büßten Deutsche Euroshop 5,9 Prozent ein und Aroundtown sogar 7,4 Prozent.

Im SDax eroberten die Papiere der Shop Apotheke an ihrem Abschiedstag mit plus acht Prozent die Spitze. Am kommenden Montag steigen die Aktien der Online-Apotheke, die von Anlegern als Gewinner der Corona-Pandemie angesehen wird, in den klassenhöheren MDax auf. Fonds, die Indizes abbilden, müssen unter diesen Umständen ihre Portfolios angleichen.

Auf gesamteuropäischer Bühne ging es für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx um etwa ein Prozent nach unten. In Paris war der Abschlag beim Leitindex Cac 40 mit 1,2 Prozent besonders deutlich, der Londoner FTSE 100 gab um 0,7 Prozent nach. In New York stand der Dow Jones Industrial zum hiesigen Handelsschluss knapp im Minus.

Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen, zuletzt wurden 1,1859 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1833 (Donnerstag: 1,1797) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8451 (0,8477) Euro.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,48 Prozent am Donnerstag auf minus 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 145,61 Punkte. Der Bund-Future fiel um zuletzt 0,04 Prozent auf 174,05 Zähler.

© dpa-infocom, dpa:200917-99-596881/13

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Erstellt:
17. September 2020, 09:19 Uhr

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