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Dax sackt unter 9000 Punkte ab

dpa Frankfurt/Main. Am deutschen Aktienmarkt hat sich der Ausverkauf im Zuge der Coronavirus-Pandemie zum Wochenbeginn fortgesetzt.

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Nachdem der Leitindex Dax in der Spitze um fast 11 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2013 eingebrochen war, setzte am Montagnachmittag an den Börsen in Deutschland, Europa und den USA eine Gegenbewegung ein. Zum Handelsende ging es für den Dax noch um 5,31 Prozent auf 8742,25 Punkte nach unten. Ein Sprung über die 9000-Punkte-Marke war dem Index allerdings über den gesamten Tag hinweg nicht vergönnt. Der MDax verlor 5,07 Prozent auf 19.230,20 Punkte.

Mehrere Notenbanken rund um den Globus haben mittlerweile geldpolitische Eingriffe angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern. So hat auch die US-Notenbank zu weiteren drastischen Mitteln gegriffen. In einer Notfallaktion senkte sie den Leitzins in der Nacht zum Montag überraschend um einen ganzen Prozentpunkt auf fast null Prozent und kündigte ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken an. Auch die Notenbanken Japans und Koreas ergreifen weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Krise. Daneben will der Internationale Währungsfonds (IWF) Kreditlinien in Höhe von einer Billion US-Dollar bereitstellen, um die Folgen der Pandemie abzufedern.

An den Börsen in Europa nahmen die Kurse einen ähnlichen Verlauf wie in Deutschland. So verringerte der Eurostoxx 50 seine vorherigen Verluste von knapp 11 Prozent auf schlussendlich 5,25 Prozent. Mit 2450,37 Punkten bewegte sich der Leitindex damit aber immer noch auf dem tiefsten Stand seit 2012. Der französische Leitindex Cac 40 gab um 5,75 Prozent nach. Beim Londoner FTSE 100 ging es um 4,01 Prozent bergab. An der Wall Street stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss mit 8,57 Prozent im Minus. Hier war der Handel zunächst erneut für kurze Zeit ausgesetzt worden, nachdem der Leitindex nach Handelsstart um knapp 10 Prozent abgerauscht war.

Besonders schwer trifft die Pandemie unter anderem den Triebwerksbauer MTU. Dessen Aktien verzeichneten mit 12,17 Prozent ein besonders großes Minus im Dax. Die Lufthansa-Papiere gaben ihrerseits um knapp 8 Prozent nach. Der Konzern streicht wegen des Virus die Dividende, um so die Zahlungsfähigkeit zu sichern.

Fraport-Aktien brachen im MDax sogar um fast 16 Prozent ein, angesichts des immer mehr zum Erliegen kommenden weltweiten Flugverkehrs. Unter starken Druck geriet zudem erneut auch der Autosektor. Analysten zufolge dürfte sich die weltweite Nachfrage wegen der Viruspandemie merklich abschwächen. Die Verluste von BMW, Daimler und Volkswagen reichten von 10,64 bis 12,17 Prozent.

Adidas-Aktien brachten es auf ein Plus von 2,19 Prozent. Minimal zulegen konnten die Bayer-Titel mit plus 0,16 Prozent.

Gegen den einbrechenden Markt schnellten Papiere von Drägerwerk um fast 21 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat von der Bundesregierung einen Großauftrag zur Lieferung von 10.000 Beatmungsgeräten erhalten. Aktien von Geratherm schossen zudem um fast 28 Prozent nach oben. Der Hersteller von Fieberthermometern kurbelt wegen des Coronavirus die Produktion kräftig an.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,68 Prozent am Freitag auf minus 0,60 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,36 Prozent auf 145,91 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,34 Prozent auf 179,42 Zähler zu. Der Euro erholte sich und wurde zuletzt mit 1,1156 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,116 Dollar festgesetzt.

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Erstellt:
16. März 2020, 09:11 Uhr

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