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Dealer-Stehplätze empören Berliner

Rosa Markierungen als „Platzanweisungen“ im Görlitzer Park lösen bundesweiten Wirbel aus

Berlin /DPA - Die mit rosa Farbe markierten Stehplätze für Drogendealer im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg verschwinden wieder. Die Linien seien mit wasserlöslicher Farbe gezogen worden, teilte die Sprecherin des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg am Donnerstag mit. „Der Parkmanager hat die Linien bewusst nur als temporäre Maßnahme zur Verhaltenssteuerung vorgenommen.“ Die Aktion sei nicht mit dem Bezirksamt abgestimmt gewesen, so die Behörde. Diese sollte gut bedacht und in den zuständigen Gremien diskutiert werden.

Der Parkmanager Cengiz Demirci hatte an einem der Eingänge schmale Flächen auf dem Boden farbig gekennzeichnet, auf denen jeweils zwei Dealer stehen können. Dabei gehe es nicht um eine Legalisierung des Drogenverkaufs, vielmehr sollten die anderen Parkbesucher weniger gestört werden und nicht mehr durch ein Spalier laufen müssen, begründete der Parkmanager im Rundfunk Berlin-Brandenburg seine Idee.

Daraufhin waren am Mittwoch empörte Proteste laut geworden. Von einer Einladung zum Rechtsbruch und Verrat der Anwohnerinteressen war ebenso die Rede wie von einer Duldung einer Geldquelle krimineller Clans. Das Bezirksamt hatte sich am Mittwoch von der Aktion im Park noch überrascht gezeigt. Auch die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler kritisierte die Stehplätze. Man dürfe den Dealern keinen „Freibrief zum Handel“ erteilen, sagte die CSU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Den Parkmanager gibt es seit 2016, zudem sind sogenannte Parkläufer unterwegs. Sie sollen den durch offenen Drogenhandel in Verruf geratenen „Görli“ wieder attraktiver machen. Die Grünfläche liegt in der Nähe der Ausgeh- und Partymeilen des Bezirks, die auch bei Berlin-Touristen beliebt sind.

Der Manager war am Donnerstag im Park unterwegs, durfte aber offiziell nichts sagen. In einer Diskussion mit Besuchern bemerkte er, grundsätzlich habe schon vor zwei Jahren im Handlungskonzept für den Park gestanden, dass man um die Spielplätze, den Kinderbauernhof und an manchen Eingängen keinen Drogenhandel haben wolle. Daraus ergebe sich eben, dass in anderen Gebieten der Drogenhandel für weniger problematisch für die Anwohner gehalten werde.

Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) hatte in der Berliner „Abendschau“ gesagt, Drogenverkauf könne immer nur verschoben werden. Wer einen drogenfreien Görlitzer Park fordere, werde das Problem woanders wiederfinden. Im Landesparlament von Berlin sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD): „Ich gehe davon aus, dass der Vorschlag des Parkmanagers nicht aufgegriffen wird.“ Geisel widersprach Vorwürfen, dass der Rechtsstaat kapituliere. „Ich persönlich sage ganz deutlich, dass die Polizei Drogenhandel bekämpft, auch im Görlitzer Park.“

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Erstellt:
10. Mai 2019, 02:04 Uhr

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