GEW solidarisch

Demo statt Mathe: Schulstreiks gegen Wehrdienst geplant

Schüler wollen gegen den Wehrdienst protestieren. Bei einer Teilnahme drohen Fehlzeiten. Wie sie trotzdem dabei sein können und warum etwa die GEW-Gewerkschaft hinter dem Protest steht.

Schüler wollen gegen den Wehrdienst protestieren (Symbolfoto).

© IMAGO/Future Image/IMAGO/Robert Schmiegelt

Schüler wollen gegen den Wehrdienst protestieren (Symbolfoto).

Von red/dpa/th

Auch in Thüringen wollen am Donnerstag wieder Schülerinnen und Schüler gegen den neuen Wehrdienst auf die Straßen ziehen. Geplant sind Demonstrationen zur Vormittags- und Mittagszeit etwa in Jena, Erfurt, Eisenach, Gotha und Weimar. 

Das Bildungsministerium verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Teilnahme von Schülern während der Schulzeit an den Demos grundsätzlich als unentschuldigte Fehlzeit gewertet werde. Die Jugendlichen würden nicht von der Schulpflicht entbunden, auch wenn Eltern die Teilnahme an der Demo gestatten.

Beurlaubung möglich, Lehrer müssen es erlauben

Allerdings könnten Schüler in dringenden Ausnahmefällen auf Antrag der Eltern beurlaubt werden. Die Entscheidung über die Beurlaubung träfen letztlich aber die zuständigen Lehrer oder das Schulamt.

Zudem betont das Ministerium, dass solche Demonstrationen keine Schulveranstaltungen seien. Schüler, die daran teilnehmen, seien folglich währenddessen und auf dem Weg zu den Veranstaltungen nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert.

Gleichzeitig erkennt das Ministerium laut Mitteilung an, dass das Thema Wehrpflicht aktuell in der Gesellschaft sehr stark und kontrovers diskutiert werde. Daher werde empfohlen, das Thema im Unterricht aufzugreifen.

GEW ruft Lehrer zur Teilnahme mit Schülern auf

Derweil hat sich die Bildungsgewerkschaft GEW Thüringen solidarisch mit den Schulstreiks gegen Wehrpflicht erklärt. „Wir ermutigen Pädagoginnen und Pädagogen, mit ihren Schülerinnen und Schülern zum Thema Wehrpflicht ins Gespräch zu kommen und zur gemeinsamen Teilnahme an örtlichen und/oder überregionalen Schulstreiks“, teilte Sprecher Michael Kummer mit. Das könne etwa in Form von Lernen am anderen Ort stattfinden, sodass keine Schülerin und kein Schüler gegen die Schulpflicht verstoße.

Die Unterstützung der Schulstreiks sei für die GEW sogar geboten. Generell setze sich die Gewerkschaft gegen eine weitere Militarisierung der Bildung und der Gesellschaft ein und lehne jede Form der Wiedereinsetzung der Wehrpflicht und Wehrerfassung grundsätzlich ab.

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Erstellt:
4. März 2026, 14:22 Uhr

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