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„Demokratie passiert nicht von alleine“

Projekt fürs Weissacher Tal und Althütte läuft jetzt aus – Von freiem WLAN am Bildungszentrum bis „Bock auf Wahl“ viel bewegt

Das Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ ist nach knapp dreijähriger Laufzeit jetzt zu Ende gegangen. Zahlreiche Aktionen, Veranstaltungen und Programme zur Jugendbeteiligung haben in dieser Zeit in den Gemeinden des Weissacher Tals und Althütte stattgefunden, so die Kampagne „Bock auf Wahl“. Ab 2020 gibt es eventuell ein Anschlussprojekt.

Im Rahmen des Projekts „Partnerschaft für Demokratie“ sind in allen vier Partnergemeinden bunte Graffitis entstanden. Archivfoto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Im Rahmen des Projekts „Partnerschaft für Demokratie“ sind in allen vier Partnergemeinden bunte Graffitis entstanden. Archivfoto: A. Becher

Von Armin Fechter

BACKNANG/WEISSACH IM TAL. Um Demokratie lebendig zu erhalten, braucht es immer wieder von Neuem Anstöße, weiß Angelika Roth, eine der beiden Projektreferentinnen des Kreisjugendrings: „Demokratie passiert nicht von alleine.“ Und das hat das Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ nach Auffassung der Diplom-Pädagogin auch geleistet. Federführend verankert war es in der Gemeinde Weissach im Tal, es umfasste aber auch die Gemeinden Allmersbach im Tal und Auenwald sowie Althütte.

Ein Großteil des Geschehens spielte sich im und ums Bildungszentrum ab, so schon die erste Aktion zum Auftakt vor zwei Jahren: das Jugendhearing, das Themenstoff für viele weitere Programme lieferte. Als ein Hauptanliegen der Jugendlichen kristallisierte sich schon damals der Wunsch nach freiem WLAN am Bize heraus. Umgesetzt wurde dies im zurückliegenden Sommer.

Unter dem Motto „Bock auf Wahl“ war anlässlich der Kommunalwahlen Ende Mai dieses Jahres ein Aktionsmobil in den Partnergemeinden unterwegs. Mit an Bord: Spiele, Informationsmaterial, eine Fotoaktion und alles rund um Bock und Wal, die das Logo zierten. Höhepunkt war ein politisches Speeddating am Bize, bei dem rund 70 Jugendliche der 10. Klasse, drei Mitglieder des Rings politischer Jugend und zehn kommunalpolitische Vertreter aufeinandertrafen. Ziel war es, Jugendliche zum Wählen zu animieren. Politik sollte erlebbar und die Bedeutung der Kommunalwahlen für das Alltagsleben herausgestellt werden. Dazu diente auch das „Bock auf Wahl“-Video, das gemeinsam mit Jugendlichen produziert wurde.

Auf längere Zeit sichtbar bleiben werden die Ergebnisse einer Graffitiaktion: Unter Begleitung professioneller Sprayer konnten Jugendliche einen öffentlichen Ort in ihrer Gemeinde gestalten. Viele weitere Themen wurden noch beackert, beispielsweise im Rahmen von Beteiligungswochen mit Workshops und Vorträgen. Die Elektrifizierung eines Smarts, ein Fußballturnier der Vielfalt, ein Punk-Musical, eine Halloween-Party, eine Lesung, ein Benefizkonzert, der Bau eines Marktstandes und vieles mehr ist im Projektzeitraum gelaufen. Bei einer Abschlussveranstaltung mit Bürgermeistern, Gemeinderäten und den Projektinitiatoren im Bize gab es einen Rückblick in Form einer Galerie. Zudem wurden die Teilnehmer zu einer „stummen Diskussion“ eingeladen, bei der sie über eine Reihe von Fragen – „Kaffee oder Tee?“ – zu inhaltlich spannenden Punkten gelotst wurden wie: „Was könnte das Weissacher Tal und Althütte noch bunter machen?“ Zusätzlich fand am selben Abend in der Seeguthalle die zweite !COM-Party mit rund 450 Besuchern statt.

Mit Blick auf Vielfalt und Zahl der Angebote zieht Angelika Roth das Fazit: „Ich finde, wir haben gute Arbeit gemacht.“ Ihre Kollegin Melanie Rautscher bekräftigt: „Das Engagement der Jugendlichen hat uns sehr beeindruckt.“ Vor allem bei der !COM-Party und beim Thema WLAN sei deutlich geworden, welche Energie und Motivation frei wird, wenn man mit Jugendlichen an ihren Interessensthemen arbeitet und sie mit ihren Anliegen ernst nimmt. Positiv hebt sie auch das Speeddating hervor: Der Austausch mit Vertretern aus der Kommunalpolitik habe einige der Jugendlichen dazu bewegt, wählen zu gehen. „Das spricht für sich“, findet Rautscher.

Das vom Bundesfamilienministerium geförderte Projekt ist jetzt zwar abgeschlossen, aber es geht vielleicht in die Fortsetzung – in anderer Form, versteht sich. Ein Folgeantrag läuft bereits. Der thematische Schwerpunkt liegt aber dann, so Angelika Roth, nicht mehr auf dem Aspekt Jugendbeteiligung, sondern auf Demokratie, Vielfalt und Toleranz. Das Programm, bei dem eine Laufzeit von fünf Jahren zugrunde liegt, könnte dann „Wir für Vielfalt“ heißen. Wenn der Antrag bewilligt wird, soll es wieder in Weissach im Tal verankert und für die vier Projektgemeinden gesteuert werden.

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Erstellt:
28. November 2019, 16:00 Uhr

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