Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Demokratie wieder leben statt nur zuzuschauen

Kommunalwahl 2019: Bürgernähe und ein gutes Miteinander aller Backnanger Bürger sind zentrale Punkte der BIG-Partei

„Wir sollten unser Leben hier für ein besseres Miteinander gemeinsam gestalten“, sagt die BIG-Partei und verweist darauf, dass in Backnang 120 verschiedene Nationen vertreten sind. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

„Wir sollten unser Leben hier für ein besseres Miteinander gemeinsam gestalten“, sagt die BIG-Partei und verweist darauf, dass in Backnang 120 verschiedene Nationen vertreten sind. Archivfoto: J. Fiedler

Von Silke Latzel

BACKNANG. „In Backnang leben Menschen aus rund 120 Nationen. Und deshalb sind wir auch eine Partei für alle Backnanger Bürger und für alle ethnischen Gruppen“, sagt Murat Düven, Kreisverbandsvorsitzender der BIG-Partei. Das „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ ist eine 2010 in Köln gegründete deutsche Kleinpartei, die bei dieser Kommunalwahl das erste Mal auch in Backnang mit einer lokalen Liste für den Gemeinderat kandidiert.

Als wichtiges Ziel des Partei nennt Düven vor allem die Bürgernähe: „Wir sollten unser Leben hier für ein besseres Miteinander gemeinsam gestalten. Und die BIG-Partei möchte das nicht ,für‘ die Bürger machen, sondern ,mit‘ ihnen. Das heißt vor allem: Die Bürgerbeteiligung sollte verstärkt, die Informationen besser kommuniziert und auf die Sorgen und Probleme der Backnanger besser eingegangen werden.“ Als Beispiel nennt Düven die Bürgersprechstunde, „die es zwar gibt, von der viele Menschen aber gar nichts wissen. Da fehlt es einfach an der richtigen Werbung. Wir entwickeln uns immer mehr zu einer Zuschauergesellschaft, statt die Demokratie zu leben.“

Die BIG-Partei möchte als Bindeglied zwischen den Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie der Stadtverwaltung fungieren. „Unsere Kandidaten sind überwiegend Deutsche mit Migrationshintergrund. Wir kennen die Kultur aus mehreren Ländern, sprechen oft mehrere Sprachen und kommen so viel besser an die Menschen heran. Wir wissen, wie wir miteinander umgehen können. Aber momentan fehlen einfach die Berührungspunkte, deshalb haben wir die Partei gegründet“, sagt Vorstandsmitglied Burhan Kir. So würde zur Verständigung der Menschen untereinander beispielsweise helfen, noch mehr gemeinsame und interkulturelle Veranstaltungen zu organisieren.

Am Anfang habe man Schwierigkeiten gehabt, eine Liste aufzustellen, dann sei allerdings der Knoten geplatzt und man habe plötzlich „viel mehr Leute gehabt, die mitmachen wollen, als Plätze auf der Liste. Unsere Stärke ist, dass wir uns aktiv gegen Diskriminierung und die Spaltung in der Gesellschaft einsetzen. Wir wollen zusammen wirken und gemeinsam hier leben“, so Düven. Darin sehen die Mitglieder der Partei allerdings auch die größte Herausforderung: „Nicht nur hier, aber wir leben ja hier, also sprechen wir auch über Backnang, haben die Menschen oft Anstand und Respekt voreinander verloren. Wer hier lebt und arbeitet, wer hier seine Steuern bezahlt, der sollte auch aktiv in der Gesellschaft dabei sein dürfen, egal woher er kommt“, sagt Vorstandsmitglied Ebubekir Yaliniz.

„Man kann Vorurteile nur abbauen, wenn man miteinander spricht“

Gegen das Vorurteil, man sei eine „Ausländerpartei“, habe man schon viel argumentieren müssen, allerdings gab es auch positive Rückmeldungen und sehr viel Unterstützung, so Yaliniz. „Und wir freuen uns auch, in Zukunft mit den anderen Parteien gemeinsam im Gemeinderat agieren zu können. Wir wollen ja alle dasselbe, nämlich das Beste für Backnang.“ In diesem Zusammenhang sei auch eine potenzielle Zusammenarbeit mit der AfD (Alternative für Deutschland) bereits Thema bei den BIG-Parteimitgliedern gewesen. Sollten es beide Parteien ins Gremium schaffen, wolle man sich „selbstverständlich auch offen mit den Vertretern der AfD zusammensetzen“. Allerdings gelte diese Bereitschaft nur für die kommunale Ebene, da sind Düven, Kir und Yaliniz sich einig. „Man kann Vorurteile nur abbauen, wenn man miteinander spricht. Nur dann kommt man weiter, nur dann kann etwas besser werden. Alles andere führt zu Distanz und die wollen wir nicht. Wenn man friedlich miteinander für diese Stadt etwas erreichen will, dann kommt man auch auf einen gemeinsamen Nenner, da sind wir uns sicher.“

Ob bei einem Sicherheitsdienst, bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum oder der Erhaltung und Unterstützung von bestehenden Backnanger Betrieben und Geschäften: Im Programm der BIG-Partei geht es vor allem um das „Wir“, um das gemeinsame Miteinander. „Unsere Stadt hat großes Potenzial, es ist viel mehr möglich, als bisher geschehen ist“, so Düven.

Die Kandidaten: Erdal Demir, Yunus Kahraman, Ahmet Karacuha, Aleen Resch, Yilmaz Ucan, Neslihan Yilmaz, Gülten Katirci, Harun Karakas, Mustafa Dik, Ramiz Azak, Yasemin Akinci, Mahmut Ceylan, Mustafa Aynur, Kenan Demirkapi, Enes Koyuncu, Hüseyin Akgün, Hatice Cildir, Salih Günes, Nihal Karakas, Adnan Ceylan, Musa Akinci, Harun Azak, Erol Ceylan, Halil Akgün, Muhdat Ekinci und Cevdet Karakas.

Zum Artikel

Erstellt:
15. Mai 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Stadt & Kreis

Mitbestimmen, wie alle anderen auch

Nach Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts: Marianne Winkler aus Murrhardt kann nun als Behinderte an den Kommunal- und Europawahlen teilnehmen