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Der Bundeszuschuss bleibt aus

Große Enttäuschung im Gemeinderat Burgstetten – Planungen für Freibadsanierung gehen trotzdem weiter

Die Nachricht, die Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung zu verkünden hatte, war keine gute. Für den Umbau des Erbstetter Freibads wird es keine Mittel vom Bund geben. Saniert werden soll es aber trotzdem.

Kein Geld vom Bund gibt es für das Erbstetter Bädle. Saniert werden soll aber trotzdem. Und zwar spätestens im September. Archivfoto: F. Muhl

© Florian Muhl

Kein Geld vom Bund gibt es für das Erbstetter Bädle. Saniert werden soll aber trotzdem. Und zwar spätestens im September. Archivfoto: F. Muhl

Von Andreas Ziegele

BURGSTETTEN. Sie konnte ihre Enttäuschung und Verärgerung nicht verbergen. „Es wird keine Fördergelder vom Bund für unser Bad geben.“ Mit diesen Worten eröffnete die Bürgermeisterin die Sitzung des Gemeinderates und auch die Mitglieder des Gremiums waren sichtlich geknickt über diese Information. Dabei hatte Wiedersatz in den vergangenen Wochen alles versucht, um an die Gelder zu kommen. Am Ende war ihre Mühe trotzdem vergebens. Die Fördergelder in Höhe von 1,9 Millionen Euro gehen nach Mutlangen im Ostalbkreis. Verärgerung löste bei ihr vor allem aus, dass es in Mutlangen um den Rückbau eines Erlebnisbades in ein Schulschwimmbecken und nicht um eine Sanierung geht. In den 90er-Jahren war dort ein Erlebnisbad entstanden, dass über die Jahre nur Verluste erwirtschaftet hatte.

Nachdem der erste Ärger verraucht war, konnte zur Tagesordnung übergegangen werden. Dass es dabei ebenfalls um das Freibad ging, war zwar dem Zufall geschuldet, erleichterte aber die Diskussion, da klar war, dass man ohne das Geld des Bundes auskommen muss.

Zwei Vorentwürfe waren es, die Wiedersatz ihren Räten zur Diskussion stellte. Beide Entwürfe sehen einen Umbau des Kombibeckens und die Errichtung eines großen Planschbeckens vor. Wesentlicher Unterschied sind die baulichen Maßnahmen im Bereich des Sanitärbereiches. Während der erste Entwurf einen Anbau im Sanitärtrakt vorsieht, findet beim zweiten ein „Umbau im Bestand“, so Wiedersatz, statt.

In der Natur der Sache liegt es, dass sich die vorläufigen Kostenschätzungen des Bäderbauunternehmens aus Gerlingen stark unterscheiden. Während die Variante mit dem Umbau im Bestand, von Wiedersatz als „Sparlösung“ bezeichnet, zu Gesamtkosten in Höhe von 2,29 Millionen Euro führt, würden sich die Kosten durch den Anbau im Sanitärtrakt auf 2,42 Millionen Euro erhöhen.

Während die Diskussionen um die Gestaltung des neuen Planschbeckens zwar lebhaft waren, hatten die Räte dieses Thema schnell besprochen. Anders hingegen, als es um die Varianten ging. Einen klaren Favoriten gab es zunächst nicht einmal innerhalb der zwei Gemeinderatsfraktionen.

Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile gab am Ende dann das Geld den Ausschlag. Einstimmig erfolgte der Beschluss, dass der Umbau im Bestand zu vorläufig geschätzten Kosten von 2,29 Millionen Euro erfolgen soll. Damit ist der Weg frei, in die Feinplanungen zu gehen, um den Terminplan nicht zu gefährden. Dass die Zeit drängt, darauf machte Wiedersatz aufmerksam: „Wenn wir nicht bis spätestens 15. September mit dem Bau beginnen, laufen wir Gefahr die Landeszuschüsse nicht zu erhalten.“

Wie die Gemeinde das Projekt ohne die Bundesmittel finanzieren will, erläuterte Wiedersatz und hatte dabei einen interessanten Vorschlag, der die Zustimmung aller Gemeinderäte fand: „Wir wollen mit den örtlichen Handwerkern sprechen und deren Bereitschaft ausloten, die Handwerkerleistungen gegen Spendenbescheinigungen zu erbringen.“ Das könnte eine Einsparung bei den Lohnleistungen für den Umbau bringen. Sie geht dabei von rund 100000 Euro aus. Hinzu kämen bei der Finanzierung 200000 Euro vom Förderverein des Freibades und der Landeszuschuss von rund 500000 Euro. Aus Rücklagen der Gemeinde fließen 600000 Euro in das Projekt. Die verbleibenden rund 900000 Euro sollen über Kreditaufnahmen gestemmt werden.

Möglich ist das, so erklärte die Bürgermeisterin, durch das Auslaufen einiger Kredite und Darlehen in den kommenden Jahren. Und Kämmerin Manuela Klabunde wies darauf hin, dass Kredite über eine Laufzeit von zehn Jahren zinslos zu bekommen sind. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den Kredit für das Freibad innerhalb dieser zehn Jahre tilgen können“, gab sich die Rathauschefin optimistisch.

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Erstellt:
12. April 2019, 06:00 Uhr

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