Der letzte Akt

Zum wohl letzten Mal heißt es an diesem Sonntag Jürgen Klopp gegen Pep Guardiola. Für den FC Liverpool und Manchester City geht es dabei um den Titel in der Premier League – die beiden Startrainer waren sich erstmals vor elf Jahren in der Bundesliga begegnet.

Von dpa/sid

Liverpool/Manchester - Jürgen Klopp hat Pep Guardiola in all den Jahren so manchen Albtraum beschert, doch nun ist das Ende der nächtlichen Qualen in Sicht. „Ich werde künftig besser schlafen“, sagte der Teammanager von Manchester City, als sein ewiger Rivale im Januar seinen Abschied aus Liverpool ankündigte. Am Sonntag (16.45 Uhr) stehen sich die beide Trainer-Riesen nun zum womöglich letzten Mal gegenüber – und es wird ein echter Showdown um den Titel in der englischen Premier League.

Vor einem der größten Spiele auf seiner Abschiedstournee war Jürgen Klopp prächtig gelaunt. „Egal, wie es ausgeht: Niemand sollte die Champagnerflaschen aufmachen“, scherzte der Kult-Coach des FC Liverpool vor dem Gipfeltreffen mit Manchester City. Der Titelkampf in England sei auch danach nicht entschieden.

Die Wichtigkeit der Begegnung ist Klopp trotzdem bewusst. „Ich weiß nicht, wer in den anderen Ligen der Welt gegeneinander spielt: Aber es ist wahrscheinlich das Spiel des Wochenendes“, sagte der 56-Jährige am Freitag. Erster gegen Zweiter, Motivationskünstler „Kloppo“ gegen Taktikguru Guardiola – viel mehr geht nicht.

„Die Rivalität zwischen Jürgen Klopp und Pep Guardiola hat den englischen Fußball nicht nur geprägt, sie hat ihn auch verändert“, schrieb die BBC vor dem Spitzenspiel. Das Gipfeltreffen an der Anfield Road werde „ein passendes letztes Kapitel“ der ewigen Saga zwischen Pep und Klopp. Nur ein Punkt trennt die Titelkandidaten derzeit in der Tabelle. Mehr Spannung geht eigentlich nicht.

Ein allerletztes Wiedersehen wäre zwar auch im FA Cup noch möglich, beide Clubs sind am Wochenende darauf im Viertelfinale im Einsatz. Doch vieles deutet darauf hin, dass es nach elf Jahren das finale Duell wird – vielleicht sogar für immer. Erstmals begegnet waren sich Klopp und Guardiola im Jahr 2013 in Deutschland, als Klopp den BVB und Guardiola die Bayern trainierte.

Seither ärgert Klopp den Katalanen immer wieder, nach Siegen steht es sogar 12:11 für den Deutschen. „Liverpool spukt in Peps Kopf herum, sie sind sein größter Albtraum“, sagt der ehemalige Reds-Profi John Aldridge. „Ich habe eine positive Bilanz gegen Pep. Keine Ahnung, wie das passiert ist“, sagte Klopp. Tatsächlich konnte auf der Insel zuletzt nur Liverpool den mit Geld aus der Wüste alimentierten Überfliegern aus Manchester dauerhaft halbwegs das Wasser reichen.

Auch diesmal flogen vor dem Duell Giftpfeile hin und her – allerdings zwischen den Spielern. City sei eine „Maschine, die gebaut wurde, um zu gewinnen“, sagte Liverpools Abwehrspieler Trent Alexander-Arnold und folgerte: „Unsere Titel haben eine größere Bedeutung“. Sein Gegenüber Erling Haaland konterte kühl: „Sie können reden, so viel sie wollen, mir egal. Ich weiß, wie es sich anfühlt, das Triple zu gewinnen – ziemlich gut. Ich glaube, er weiß es nicht.“

Vom „Krieg der Worte“ („War of Words“) schrieb daraufhin der „Daily Express“. Klopp und Guardiola ließen es dagegen ruhig angehen – und voller Respekt. „Jürgen ist ein unglaublicher Trainer, und ich denke, er ist auch ein unglaublicher Mensch“, sagte Guardiola. Wenn Klopp am Ende der Saison gehe, gehe „auch ein Teil von uns bei Manchester City. Sie waren in den letzten Jahren unser größter Rivale.“ Und der größte Albtraum, versteht sich.

Aber Klopp gab das Lob noch am Freitag an seinen Kollegen von Manchester City zurück: „Ich kann schlecht Trainer aus der Vergangenheit bewerten. Aber wenn ich nur auf mein Leben schaue, ist er der herausragende Manager dieser Zeit. Ich weiß, dass ich auch gut bin. Aber für mich ist er der Beste“, sagte der Coach des FC Liverpool am Freitag über seinen Kollegen.

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Erstellt:
8. März 2024, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
8. März 2024, 23:01 Uhr

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