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„Der unvergessene Harro Höfliger fehlt uns allen sehr“

Oberbürgermeister Nopper würdigt den Mitbegründer der Wirtschaftsgespräche als „bodenständigen Geradeaustyp“, der „völlig taktikfrei das sagt, was er denkt“

Der Platz zwischen Harro Höfligers Witwe Katharina und seinem Sohn Markus in der ersten Reihe blieb leer. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Der Platz zwischen Harro Höfligers Witwe Katharina und seinem Sohn Markus in der ersten Reihe blieb leer. Foto: A. Becher

Von Matthias Nothstein

Die Begrüßung von Oberbürgermeister Frank Nopper fiel bei den 17. Backnanger Wirtschaftsgesprächen etwas anders aus als gewohnt. Nicht etwa, dass das Stadtoberhaupt nicht bei jeder Gelegenheit seine Murr-Metropole in den höchsten Tönen lobte, nein, dies tat er selbstredend wie immer und zum großen Vergnügen der Gäste. Anders aber waren die nachdenklichen Töne, weil er schon im zweiten Satz die Würdigung von Harro Höfliger voranstellte. Der Mitbegründer der Backnanger Wirtschaftsgespräche war am 12. Mai gestorben.

Trotz des traurigen Anlasses beschrieb Nopper mit einer gehörigen Portion Humor den Mensch und Unternehmer Harro Höfliger. Vermutlich hätte der Verstorbene selbst viel Freude an den Ausführungen gehabt. So erinnerte Nopper an das Jahr 2003, als er zusammen mit dem legendären, aber leider auch schon verstorbenen BDS-Vorsitzenden Otto Baur auf Höfliger zukam und ihm die Idee der Wirtschaftsgespräche vorschlug. „Er war sofort Feuer und Flamme.“ Die Vorbereitungen zu der Veranstaltung „bleiben mir unvergessen“, erklärte Nopper mit einem vielsagenden Lächeln und beschrieb zum Teil im breitesten Dialekt die kulinarischen Umstände dieser Treffen. Bei den Wirtschaftsgesprächen selbst waren Höfligers Schlussworte mehr als nur der krönende Abschluss, „sie waren die Krönung“. Nopper bringt es so auf den Punkt: „Sie erfolgten zwar wider alle Regeln der Rhetorik, waren aber an Lebensweisheit, Glaubwürdigkeit und Originalität nicht zu überbieten. Jeder wusste, da vorne steht einer, der im Leben unglaublich viel geleistet hat, da steht ein bodenständiger Geradeaustyp, der Gott sei Dank völlig taktikfrei das sagt, was er denkt.“

Zwar würdigte Nopper den Unternehmer, den schwäbischen Schaffer, Wuhler und Tüftler als einen Geschäftsmann, dem Backnang, das Umland und die regionale Wirtschaft viel zu verdanken habe. „Aber wir vermissen nicht nur den kerzengeraden Unternehmer, sondern auch den Prachtskerl und den herzlichen, humorvollen und sympathischen Mensch Harro Höfliger – er fehlt uns allen sehr, gerade auch heute Abend bei den Wirtschaftsgesprächen.“

Und Nopper war sich sicher, dass es Harro Höfliger auch sehr gefallen hätte, dass mit Angelika Schindler-Oberhaus zum allerersten Mal eine weibliche Hauptrednerin bei den Wirtschaftsgesprächen auftrat. Er lobte die Referentin als eine Expertin, die den Handel von der Pike auf gelernt hat und alle Höhen und Tiefen des Handels kennt. Ihre bekannte Forderung, dass alle Beteiligten – also auch die Kommunen – dazu beitragen müssen, die Innenstädte attraktiv zu gestalten, nutzte Nopper als Steilvorlage zur Beschreibung Backnangs. Er sprach von einer „vergleichsweise geringen Leerstandsquote“ in der Innenstadt und lobte: „Wir haben eine relativ breite Sortimentsvielfalt.“ Und: „Die Alt- und Innenstädte sind die Herzkammern unserer Städte. Deswegen setzen wir alles daran, unsere Innenstadt vital zu halten.“

Lothar Buchfink, der Vorsitzende des BDS-Gewerbevereins Backnang, ging auf die aktuelle Klimadiskussion ein und wunderte sich, dass ein 16-jähriges Mädchen die politische Marschrichtung vorgibt. Er fragte: „Wäre es nicht vielmehr die Aufgabe unserer Volksparteien, Zukunftsvisionen aufzuzeigen und zu agieren, statt nur zu reagieren? Buchfink forderte, „die internationale Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht aus den Augen zu verlieren“.

Für den „ganz, ganz brillanten, tiefgründigen, kritischen und gleichzeitig inspirierenden Vortrag“ dankte Markus Höfliger in seinem Schlusswort der Referentin. Der Vorsitzende des Industrievereins für den Raum Backnang räumte ein, dass er anfangs gedacht habe, es gebe bei den Branchen Einzelhandel und Maschinenbau keine Schnittmenge. Doch nun hob er vor allem den angesprochenen Service hervor: „Ohne den besonderen Service hätten auch wir keine Kunden mehr.“ Er sei neben einer intakten Wertegemeinschaft, die auf Vertrauen fußt, ein Baustein für den langfristigen Erfolg.

17. Backnanger Wirtschaftsgespräche

Den Horizont erweitern, Leute treffen, netzwerken - darum geht's bei den Backnanger Wirtschaftsgesprächen. Hauptrednerin bei der 17. Auflage war Angelika Schindler-Obenhaus aus dem Vorstand der Bielefelder Katag AG.

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© Pressefotografie Alexander Becher

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Erstellt:
28. August 2019, 06:00 Uhr

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