Getöteter Zugbegleiter

„Der Verlust wiegt unermesslich schwer“: Familie fordert Aufklärung

Ein Zugbegleiter wird bei einer Ticketkontrolle so massiv mit Schlägen traktiert, dass er stirbt. Jetzt meldet sich seine Familie.

Der Zugbegleiter verlor nach dem Angriff das Bewusstsein und starb später in einer Klinik an einer Hirnblutung (Symbolbild).

© dpa/Michael Matthey

Der Zugbegleiter verlor nach dem Angriff das Bewusstsein und starb später in einer Klinik an einer Hirnblutung (Symbolbild).

Von red/dpa

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz hat die Familie darum gebeten, den vollen Namen von Serkan Çalar zu nennen. „Die Hinterbliebenen von Serkan Çalar trauern um ihn als einen Menschen, Familienvater, Sohn und Bruder, der für seine Familie und sein Umfeld ein fester Anker war, warmherzig, freundlich, ruhig und zuverlässig“, teilten die Anwälte der Familie mit. Man habe am Donnerstag das Mandat von der Familie bekommen, sagte einer der Anwälte auf Anfrage.

Der 36-Jährige sei der älteste von fünf Brüdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern gewesen. „Zudem war er aktuell verlobt und freute sich auf die gemeinsame Zukunft und die geplante Hochzeit mit seiner Verlobten. Der Verlust wiegt unermesslich schwer“, teilten die Anwälte im Auftrag der Familie mit.

Familie will spürbare Strafe

Für die Familie stünden nun zwei Interessen im Vordergrund. Zum einen die vollständige Aufklärung der Abläufe und Hintergründe. „Nur die Wahrheit ermöglicht eine Verarbeitung und kann zur Bewältigung der Trauer beitragen.“ Außerdem müsse am Ende eine spürbare Strafe stehen, die auch eine abschreckende Wirkung entfaltet, damit anderen Familien nicht ähnliches Leid passiert.

Was für ein Mensch war der Angreifer?

„Im Laufe des Verfahrens werden voraussichtlich sowohl der Tötungsvorsatz als auch mehrere in Betracht kommende Mordmerkmale zu prüfen sein“, teilten die Anwälte mit. Ein wichtiges Anliegen sei es, das Vorleben der Person umfangreich zu beleuchten, die zu dieser Tat in der Lage gewesen ist. „Daneben erscheint uns auch das vorherige Verhalten des Täters am Tattag von erheblicher Bedeutung, wofür - unter anderem und soweit verfügbar - Videomaterial von den Bahnhöfen, an denen sich der Täter aufgehalten hat, auszuwerten sein wird.

Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Reisenden ohne gültiges Ticket mit Schlägen gegen den Kopf attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik an einer Hirnblutung. Der Tat verdächtigt ist ein 26 Jahre alter Mann. Gegen ihn erging ein Haftbefehl wegen Totschlags.  

Zum Artikel

Erstellt:
8. Februar 2026, 12:54 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen