Der VfB reitet weiter auf der Erfolgswelle
Es ist der zweite Sieg im zweiten Bundesligaspiel des neuen Jahres: Die Stuttgarter besiegen Eintracht Frankfurt in einer hochklassigen Partie verdient mit 3:2. Die Tore für die Hoeneß-Elf erzielen Ermedin Demirovic, Deniz Undav sowie der eingewechselte Matchwinner Nikolas Nartey.
Von David Scheu
Stuttgart - Da ballte der eingewechselte Nikolas Nartey die Fäuste, während sich die Stuttgarter Kollegen in den Armen lagen. Der Däne hatte gerade mit seinem ersten Bundesligatreffer überhaupt zum 3:2-Endstand dem VfB gegen Eintracht Frankfurt den resolut erkämpften Sieg gesichert. Am letzten Spieltag der Hinserie der Fußball-Bundesliga hat das Team von Trainer Sebastian Hoeneß somit erneut gegen einen direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze ein dickes Ausrufezeichen gesetzt.
Nach ihrem zehnten Saisonsieg haben die Stuttgarter jetzt 32 Punkte auf dem Konto. Selbst in der Vizemeistersaison 2023/24 waren es zur Saison-Halbzeit nur zwei Zähler mehr. Die Stuttgarter siegten in einer rassigen Partie gegen die nie nachlassenden Frankfurter 3:2 nach Toren von Nartey, Ermedin Demirovic (27.), Deniz Undav (35.) bei Gegentreffern durch Rasmus Kristensen (5.) und Ayoube Amaimouni (80.).
„Das war eine wilde Partie. Ich freue mich für Niko, dass er das entscheidende Tor gemacht hat nach seiner langen Leidenszeit“, sagte Deniz Undav: „Jetzt geht es am Sonntag gegen Union Berlin. Da müssen wir genauso bereit sein wie heute. Dann klappt’s.“
Eine Umstellung hatte es im Vergleich zum 4:1 bei Bayer Leverkusen gegeben: Für Nikolas Nartey rückte der lange verletzte Mittelstürmer Demirovic erstmals seit der Partie gegen den 1. FC Heidenheim vom 5. Oktober 2025 wieder in die Startelf.
Der VfB musste gegen die Hessen dennoch früh die kalte Dusche hinnehmen: Nach einer Ecke von Ritsu Doan ließ Josha Vagnoman den Eintracht-Profi Rasmus Kristensen in der fünften Spielminute ein wenig zu viel Raum. Doch in erster Linie köpfte der Däne aus kurzem Winkel technisch gekonnt über den machtlosen VfB-Keeper Alexander Nübel hinweg zur 1:0-Führung ins lange Eck.
Doch die Stuttgarter waren danach immer noch nicht wach. So agierte die Hoeneß-Elf in vielen Aktionen unkonzentriert, leistete sich auch dicht vor dem eigenen Tor einige schlampige Fehlpässe. So benötigte der Pokalsieger letztlich die Hilfe der Frankfurter, um nach 27 Minuten auszugleichen.
Nach einer Flanke von links durch Maximilian Mittelstädt eilte der gerade bei hohen Bällen unsicher wirkende Eintracht-Torhüter Kaua Santos aus seinem Kasten, ließ aber auf Höhe des Elfmeterpunktes den Ball wieder fallen. Ermedin Demirovic bedankte sich im Stile eines Torjägers – und traf mit dem 49. Bundesliga-Tor seiner Karriere zum 1:1.
Der VfB war jetzt voll da, ließ mit frischem Selbstvertrauen den Ball laufen – und legte noch vor der Pause mit dem Führungstreffer zum 2:1 (35.) nach. Von Vagnoman per Steilpass gut in Szene gesetzt, fackelte Deniz Undav in halbrechter Position im Strafraum nicht lange: Mit links zog der 29-Jährige entschlossen ab, ehe der Ball noch leicht abgefälscht dicht neben dem linken Pfosten im Netz zappelte.
Für Undav war es der zehnte Saisontreffer. Zusammen mit seinen zwei Vorlagen hat der VfB-Stürmer bereits zur Halbzeit seine zwölf Scorerpunkte aus der Vorsaison nach 34 Spieltagen egalisiert (damals 9 Tore/3 Vorlagen). In dieser Form ist der VfB-Toptorjäger ein klarer Kandidat für den deutschen WM-Kader.
Nach dem Seitenwechsel blieb Stuttgart am Drücker. Angelo Stiller hielt nun anders als zu Spielbeginn die Fäden in der Hand – und Chris Führich hätte mit einem Schlenzer fast das dritte Stuttgarter Tor erzielt. Doch der Ball ging knapp daneben (58.). Zudem scheiterte Undav mit einem Chancen-Dreierpack (60./68./83.). Aber auch die Frankfurter sendeten ein weiteres Lebenszeichen, als ein Volleyschuss von Ansgar Knauff mit Traumtor-Potenzial an der Latte des VfB-Tores landete (59.).
Dann der Auftritt von Youngster Ayoube Amaimouni. In seinem ersten Bundesligaspiel traf der 21-Jährige mit einem Schlenzer zehn Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:2 (80.), ehe der eingewechselte Nikolas Nartey mit seinem ebenfalls ersten Bundesligator (87.) zum 3:2-Sieg für den VfB nachzog. Der Rest war Jubel und ein starker Keeper Alexander Nübel, der mit zwei großen Paraden letztlich den Sieg sicherte.
