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Der Zauber von Blech und Chrom

Oldtimerfreunde Oppenweiler präsentieren im Schlosspark Fahrzeuge von der Luxuskarosse bis zur schweren Arbeitsmaschine

Zu einer Zeitreise luden die Oldtimerfreunde Oppenweiler am Sonntag in den Schlossgarten ein. Dem Zauber von Blech und Chrom, dem Geruch von Gummi und Benzin konnte sich der Besucher schwerlich entziehen, standen die Fahrzeuge doch für eine Begegnung mit der eigenen Kindheit und Jugend.

Oldtimer vor der Kulisse des Wasserschlosses: Die Parkanlage trägt zum großen Erfolg der Präsentation ganz wesentlich bei. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Oldtimer vor der Kulisse des Wasserschlosses: Die Parkanlage trägt zum großen Erfolg der Präsentation ganz wesentlich bei. Foto: A. Becher

Von Wolfgang Gleich

OPPENWEILER. „Opa, schau nur“, begeisterte sich da ein Mädchen, das an der Seite seines Großvaters an den vier- und zweirädrigen Kostbarkeiten entlang schlenderte, „wenn du das Auto von vorn anschaust, dann sieht es aus, wie wenn es dich ganz lieb anlächelt.“ Es handle sich um einen VW Käfer aus Mexiko, wusste der ganz genau, wohl einer aus der letzten Lieferung, die 1986 über den Atlantik gekommen sei, 1100 Kubikzentimeter und 34 PS. Das Besondere an diesem Auto, erzählte er, bestehe darin, dass wohl jeder seiner Generation es kenne: Entweder habe man selbst irgendwann mal einen gefahren oder der Vater, der Onkel oder sonst jemand aus dem Umfeld.

Nicht nur Käfer gab es zu bestaunen: Neben aufgebrezelten Luxuskarossen mit Stern, Ringen, der Buchstabenkombination MG oder dem blau-weißen Wappen fanden auch die klassischen Peugeots des „Film noir“ ihre Bewunderer, Opel Blitz, Ro 80 und selbst ein Bundeswehr-Siebentonner oder ein abgerüsteter Radpanzer der britischen Rheinarmee. Und bei den vielen Gesprächen mit alten oder neuen Bekannten, mit denen man dieses Hobby teilt, ging es nicht nur um das Fahrzeug selbst, dem man einen Gutteil seiner Freizeit opferte, sondern stets auch um die eigene Erfahrung beim Restaurieren und Reparieren und aktuelle Tipps, aus welcher Quelle günstig Ersatzteile zu beziehen wären. Und von diesen Begegnungen mit Gleichgesinnten ließen sich Hardcore-Oldtimerfans auch von Wetterwidrigkeiten nicht abhalten.

Für Markus Traub, den Vorsitzenden der Oldtimerfreunde, stellte diese neunte Oldtimerpräsentation den erfolgreichen Abschluss einer langen, intensiven Vorbereitung dar. Da war viel zu erledigen. Schließlich rechnete der Verein – je nach Wetter – mit 500 bis 700 Fahrzeugen, die im Laufe des Sonntags vorfahren. Warum man diese Mühe auf sich nehme? „Das ist einerseits die Begeisterung für Oldtimerfahrzeuge, die wir als Vereinsmitglieder gern mit anderen Menschen teilen möchten, andererseits freue ich mich auch, wenn ich unser Oppenweiler vorstellen kann. So viele Menschen fahren tagtäglich mit dem Auto durch den Ort, stehen womöglich im Stau und ärgern sich. Und dabei wissen sie überhaupt nicht, wie wunderschön Oppenweiler mit seinem bezaubernden Wasserschloss und dem Schlossgarten ist, und was für tolle Leute hier im Ort leben.“ Der Verein selbst, erzählte er, sei seit fünf Jahren Eigentümer einer Carl-Kaelble-Straßenwalze Baujahr 1946, Modell 8W, ausgestattet mit einem 4900-Kubikzentimer-Zweizylinder-Dieselmotor. Das Achttonnen-Ungetüm werde nur einmal im Jahr bewegt, zur Oldtimerpräsentation. Am Freitag sei es sofort angesprungen, ohne Mucken und ohne Stottern. Er könne sich nicht vorstellen, dass eines der Kraftfahrzeuge, die heute gebaut werden, in 50 Jahren sofort anspringen würde, nachdem es ein Jahr stillstand. „Und versuchen Sie einmal, an den heutigen Fahrzeugen selbst herumzuschrauben oder gar etwas zu reparieren. Ohne Diagnosecomputer läuft da nichts. Bei vielen der Oldtimer dagegen brauchen sie noch nicht einmal Spezialwerkzeuge. Da genügt der übliche Werkzeugkoffer, und Sie sind mit ihrem Fahrzeug per Du.“

Seit vier Jahren zu den Stammbesuchern des Treffs gehören die VW-Freunde Auenwald, erzählte Michael Knoll aus Unterweissach. Heute seien die Mitglieder alle mit Jettas und Golfs Baujahr 1988 vorgefahren. Fast alle. Sascha Meyer aus Winnenden saß in einem Golf von 1989, mit altersgemäßen Tuning. Das sei deshalb wichtig, erklärt er, weil durchaus auch getunte Fahrzeuge Anrecht auf das begehrte H-Kennzeichen hätten; die neu eingebauten Teile müssten allerdings aus der Zeit stammen, in der das Fahrzeug zum ersten Maß zugelassen wurde.

Ausführliche Informationen über die Oldtimerfreunde Oppenweiler gibt es auf www.oldtimerfreunde-oppenweiler.de.

Oldtimerschau Oppenweiler

Zum neunten Mal haben die Oldtimerfreunde Oppenweiler zur Präsentation im Schlosspark von Oppenweiler eingeladen. Zu sehen: Fahrzeuge von der Luxuskarosse bis zur schweren Arbeitsmaschine.

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© Alexander Becher

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Erstellt:
20. Mai 2019, 06:00 Uhr

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