Pandemiegeplagte Hoffenheimer gegen VfB wieder mit Kramaric

dpa/lsw Zuzenhausen. Hoffenheim ist der Corona-Hotspot der Fußball-Bundesliga, doch das übervolle Programm lässt keine Auszeit zu: Gegen den VfB muss Chefcoach Sebastian Hoeneß ein personelles Puzzle hinbekommen - immerhin ist Top-Stürmer Andrej Kramaric nach langer Auszeit fit.

Hoffenheims Sortvorstand Alexander Rosen. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

Hoffenheims Sortvorstand Alexander Rosen. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

Der Versuch der TSG 1899 Hoffenheim, die Bundesliga-Partie gegen den VfB Stuttgart um einen Tag zu verschieben, ist gescheitert. Jetzt müssen die von zahlreichen Corona-Ausfällen geplagten Kraichgauer am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit einem Rumpfteam gegen den Landesrivalen ran. Immerhin dürfen sich die TSG-Fans auf ein Comeback von Torjäger Andrej Kramaric freuen. „Er ist in einer ordentlichen Verfassung, ich bin recht optimistisch“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß in einer Video-Pressekonferenz am Donnerstag.

Der Tabellen-13. hatte seinen Antrag, erst am Sonntag zu spielen, nicht bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) durchbekommen. „Wir wussten, dass es laut Satzung keine Möglichkeit gab, das Spiel abzusagen“, erklärte Sportchef Alexander Rosen. „Wir haben dann diesen Antrag gestellt. Er wurde abgelehnt. Das finde ich sehr schade, aber das akzeptieren wir.“

Gleich sieben Profis hatten sich zuletzt mit dem Coronavirus infiziert: Sargis Adamyan, Sebastian Rudy, Kevin Vogt, Robert Skov, Ishak Belfodil, Jacob Bruun Larsen und Munas Dabbur. Zwei Spieler sind seit Mittwoch wieder aus der Quarantäne entlassen, bei ihnen stehen aber ebenso weitere Testergebnisse aus wie bei den Nationalspielern Ihlas Bebou (Togo), Diadie Samassekou (Mali), Kevin Akpoguma (Nigeria) und Mijat Gacinovic (Serbien), die aus Risikogebieten kommen.

„Die Idee war, dass wir bis Sonntag vielleicht mehr Spieler aus der Quarantäne herausbekommen“, sagte Rosen. Zudem hätten Profis nach Länderspielreisen mehr Zeit gehabt. So lange ein Club 15 einsatzfähige Spieler hat, muss er antreten.

Den kroatischen WM-Zweiten Kramaric hatte es ebenso wie Kasim Adams bereits Mitte Oktober erwischt, er fehlte den Hoffenheimern die vergangenen sieben Pflichtspiele. In drei Begegnungen mit Kramaric gelangen Hoffenheim in dieser Saison acht Tore, sechs davon schoss der 29-Jährige selbst. Dabei holte die TSG sechs Punkte. Ohne Kramaric verbuchten sie zuletzt in vier Spielen nur drei Treffer und einen Zähler.

Alle Hoffenheimer Spieler und Betreuer hatten sich nach dem Auftreten weiterer Corona-Fälle in eine freiwillige Quarantäne begeben, die nach knapp einer Woche beendet wurde. Die nicht positiv getesteten und nicht für Nationalteams abgestellten Akteure sind seit Montag wieder im Mannschaftstraining.

Zuletzt hatte sich der armenische Stürmer Adamyan, nach langer Verletzungspause gerade wieder in Form, auf Reisen angesteckt. Das alles, fügte Rosen an, sei schon „ein kleiner Schock gewesen“. Der 41-jährige Manager sprach von einer „Vielzahl von Einschlägen“. Zumal vor den Hoffenheimern harte Wochen stehen: Nächsten Donnerstag geht es in der Europa League bei Slovan Liberec weiter.

Nach wie vor ungeklärt ist, wie es zu der Häufung von Fällen kam. „Die Rückverfolgung ist sehr kompliziert“, meinte Rosen. „Vielleicht war es ein Superspreader für einen Moment.“ Die Verantwortlichen wollen jedoch nicht lamentieren, sondern weiter „lösungsorientiert handeln“. Von Wettbewerbsverzerrung wollte weder er noch Hoeneß sprechen. „Wir können nicht jetzt, da wir betroffen sind, alles in Frage stellen“, sagte der Direktor Profifußball. Er versprach vor dem Spiel gegen den VfB mit dem Ex-Hoffenheimer Trainer Pellegrino Matarazzo: „Wir werden am Samstag eine Truppe ins Rennen schicken, die richtig Gas gibt.“

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Erstellt:
19. November 2020, 12:24 Uhr

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