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„Die Backnanger waren sehr auskunftsbereit“

Das Interview: Projektleiter Fabian Heumann vom Marktforschungsinstitut GMA erklärt die Methodik des BKZ-Bürgerbarometers

Fabian Heumann

© ANNE HOESS COMPENDIUM

Fabian Heumann

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Die Umfrage für das BKZ-Bürgerbarometer hat die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) aus Ludwigsburg durchgeführt. Wie repräsentativ die Ergebnisse sind, erklärt Projektleiter Fabian Heumann im Interview:

Herr Heumann, wie ist Ihr Institut bei der Umfrage vorgegangen?

Wir haben in Backnang 300 Haushalte nach einem Quotenauswahlverfahren telefonisch befragt, das heißt, die Befragungsteilnehmer wurden hinsichtlich wichtiger Merkmale wie Alter und Geschlecht so ausgewählt, dass sie die Bevölkerungsstruktur von ganz Backnang widerspiegeln. Zudem wurde eine Online-Befragung veröffentlicht und bekannt gemacht, die ebenfalls mittels Quoten gesteuert wurde. Insgesamt umfasst die Ergebnisstichprobe knapp 600 Personen, die repräsentativ für die Bevölkerung in Backnang sind. Durchgeführt wurde die Befragung von Ende Februar bis Mitte März.

Warum wurde die Umfrage sowohl telefonisch als auch online durchgeführt?

Nicht jeder Haushalt ist telefonisch gut erreichbar, andersherum sind insbesondere ältere Menschen teilweise nicht online. Das bedeutet, dass unterschiedliche Bevölkerungsgruppen über ein und denselben Kontaktweg nicht vollständig zu erreichen sind. Bei Befragungen, die wie das Bürgerbarometer alle Bürger ansprechen, wird daher durch den Einsatz von zwei Befragungsformen gewährleistet, einen breiten Bevölkerungsquerschnitt zu erreichen.

Wie war die Resonanz in der Bevölkerung?

Wir führen deutschlandweit regelmäßig kommunale Befragungen durch und verfügen daher in diesem Bereich über viel Erfahrung. Beim Bürgerbarometer hat sich bereits in der Anfangsphase gezeigt, dass die Backnanger sehr teilnahme- und auskunftsbereit waren. Das hat sich auch bei der Online-Befragung gezeigt, bei der in kurzer Zeit mehr als 300 Bürger teilgenommen haben. Insgesamt war die Resonanz überdurchschnittlich und sehr positiv.

Im Vergleich zu den rund 38000 Einwohnern ist die Zahl der Befragten dennoch gering. Sind die Ergebnisse trotzdem repräsentativ für die Gesamtbevölkerung?

Diese Frage begegnet uns immer wieder. Wir verweisen dann gerne auf die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl. Bei der Frage, welche Partei man wählen würde, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, werden in der Regel 1000 bis 1500 Personen befragt – bei über 60 Millionen Wahlberechtigten. Entscheidend ist also nicht der relative Anteil einer Stichprobe an der Grundgesamtheit, sondern die absolute Größe der Stichprobe und ob diese die Grundgesamtheit hinsichtlich wesentlicher Merkmale repräsentiert. Mit rund 600 Befragten ist die Anzahl der Befragten im Bürgerbarometer also ausreichend. Zudem wurde die Stichprobe noch so gewichtet, dass die Befragtenstruktur der Gesamtbevölkerung in Backnang entspricht.

Bei der Online-Befragung konnte grundsätzlich jeder teilnehmen. Könnte man die Ergebnisse da nicht manipulieren?

Das halten wir für ausgeschlossen. Zum einen wird eine Mehrfachteilnahme durch sogenannte Cookies verhindert, zum anderen kann auch über die IP-Adresse eine Mehrfachteilnahme erkannt und ausgeschlossen werden. Daneben bestehen noch andere technische Möglichkeiten, wie beispielsweise anhand des Zeitaufwands, den jemand für eine Befragung verwendet, sogenannte „Durchklicker“ auszusondern. Auch würden inkonsistente Antworten auffallen. Insgesamt wäre es also sehr schwierig und mit immensem Aufwand verbunden, Befragungsergebnisse insbesondere bei mehreren Hundert Datensätzen signifikant zu beeinflussen.

Info
GMA Ludwigsburg

Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ist seit 1972 auf unterschiedlichen Gebieten der Kommunal-, Unternehmens- und Handelsberatung tätig und mit fünf Niederlassungen in Ludwigsburg, Dresden, Hamburg, Köln und München bundesweit vertreten.

Die GMA führt jährlich bis zu 100 Befragungen durch: schriftlich, telefonisch, persönlich und online. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Umfragen im Kommunal- und Handelsbereich und hat diese bereits in mehr als 2000 Städten und Gemeinden durchgeführt.

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Erstellt:
6. April 2019, 06:00 Uhr

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