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Die ersten Spargelstangen vom beheizten Feld sind da

dpa/lsw Hockenheim. Heimischer Spargel schon Anfang März? Das geht - aber nur von beheizten Feldern. Und es bleibt ein exklusiver Genuss, die Mengen sind sehr klein.

Ein Arbeiter erntet auf einem beheizten Spargelfeld vom Spargelhof Großhans Spargel. Foto: Silas Stein/dpa

Ein Arbeiter erntet auf einem beheizten Spargelfeld vom Spargelhof Großhans Spargel. Foto: Silas Stein/dpa

Mit Wärme-Unterstützung aus einer Biogasanlage hat die Spargelernte in Baden-Württemberg begonnen. Steffen Großhans aus Hockenheim und seine Mitarbeiter konnten am Ende der vergangenen Woche trotz Regenwetters die ersten Stangen stechen. Die Ware sei bereits am Hof verkauft worden, sagte der Landwirt am Montag. „Da konnten die frühen Spargel-Liebhaber bereits einkaufen.“ Nun werde auch der Großmarkt in Bruchsal bedient. Je nach Qualität liege der Preis bei 20 bis 25 Euro pro Kilogramm. Größere Mengen seien zu erwarten, wenn das Wetter besser werde.

Großhans beheizt ein Spargelfeld von einem Hektar Größe - das entspricht 100 mal 100 Metern. Mit der überschüssigen Abwärme einer Biogasanlage wird der Boden so erwärmt, dass die Spargelpflanzen früher wachsen können als auf Feldern, die nur mit Folien abgedeckt sind.

Der Naturschutzbund Nabu reagierte kritisch auf das frühe Spargelangebot. Die Nutzung der Abwärme sei natürlich eine Möglichkeit. „Trotzdem ist es ein fragwürdiger Genuss, wenn einzelne Spargelbauern durch energieintensive Anbaumethoden ihre Ware immer früher auf den Markt bringen und dadurch den Markt unter Druck setzen“, teilte Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke mit. Viel sinnvoller wäre es aus seiner Sicht, zu erklären, dass jedes Gemüse seine Saison habe. Würde der Lebensmitteleinzelhandel zudem regionales Obst und Gemüse bevorzugt abnehmen, könnten das Klima aufgrund kürzerer Transportwege und auch die Landwirte aus der Region profitieren.

Die Natur sei in diesem Jahr schon relativ weit, sagte der Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE/Bruchsal), Simon Schumacher. Der milde Winter werde sich aber vermutlich durch einen geringeren Ertrag bei der frühen Ernte bemerkbar machen. Es fehle der Kältereiz, der den Austrieb des Spargels begünstige. Ein Problem sei der Sturm der vergangenen Wochen. „Viele Minitunnel sind kaputt“, sagte Schumacher.

Spargel gedeiht besonders gut in sandigen, leichten Böden und braucht sonnige Standorte. In Baden-Württemberg wird Spargel hauptsächlich in der südlichen Rheinebene rund um Freiburg und in Nordbaden zwischen Baden-Baden und Mannheim auf einer Fläche von rund 2200 Hektar angebaut.

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Erstellt:
9. März 2020, 09:50 Uhr

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