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Die Gänse ziehen weiter ihre Bahnen

Das gefiederte Duo fühlt sich in Unterweissach wohl – Im Rathaus wird über ein sicheres Winterquartier nachgedacht

Wie aus dem Nichts sind im Frühjahr in Weissach zwei Gänse aufgetaucht. Das gefiederte Duo hat verschiedene Stellen als Bleibe ausprobiert und sich schließlich auf der Weißach niedergelassen, wo die beiden seitdem in trauter Zweisamkeit ihre Bahnen ziehen: in Unterweissach, Bei der Langen Brücke. Doch jetzt kommt die kalte Jahreszeit.

Fühlen sich in Unterweissach sichtlich wohl: Seit Monaten sind die Gänse auf, in und an der Weißach unterwegs. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Fühlen sich in Unterweissach sichtlich wohl: Seit Monaten sind die Gänse auf, in und an der Weißach unterwegs. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Lange wurde gerätselt, woher die Gänse wohl gekommen sein mögen, wem sie gehören, ob sie möglicherweise ein Paar sind und vielleicht ein Nest bauen, um Nachwuchs aufzuziehen. Zu schön war die Vorstellung, es handle sich um Männchen und Weibchen, Gans und Ganter, Braut und Bräutigam, auch wenn das eine Tier eine Haus- oder Pommerngans und das andere eine Höcker- oder Schwanengans zu sein scheint.

Und bald bekamen die unverhofften Besucher auch Namen. Die Rede war von Martin und Akka, frei nach Selma Lagerlöfs Kinderbuch um die Reise des kleinen Nils Holgersson. Passanten erfreuten sich der neuen Bachbewohner, ebenso die Kinder vom Kindergarten Marktplatz, die das Treiben der schwimmenden Vögel verfolgten, und auch im Rathaus sorgten die beiden für Aufmerksamkeit, als sie sich vorübergehend auf der Insel im Brüdenbach einrichteten.

Besitzer meldet sich

im Rathaus

Doch die Herkunft des ungleichen Gespanns blieb monatelang im Dunkeln, bis sich der Besitzer vor einiger Zeit bei Sandra Krauß, im Rathaus für Umwelt und Naturschutz zuständig, meldete: ein Weissacher, der, wie sich herausstellte, die beiden Gänse zusammen mit einer dritten gekauft hatte, um sie auf seinem Richtung Hohnweiler gelegenen Grundstück zu halten. Auf dem Areal leben allerdings auch zwei Esel, und weil sich das Trio – allesamt übrigens Weibchen – mit den Grautieren nicht so einfach anfreunden konnte, suchte es das Weite.

Zwei der Gänse blieben zusammen, die Dritte im Bunde ist seitdem verschollen. Möglicherweise hat sie irgendwo Unterschlupf gefunden, jedenfalls sind im Rathaus keine Meldungen über eine herrenlose Gans eingegangen. Das ausgebüxte Duo aber, das sich später in Unterweissach niedergelassen hat, trieb sich zunächst im Bach zwischen Cottenweiler und Bildungszentrum herum, wo es eine durchaus idyllische Umgebung vorfand. Versuche, die beiden Tiere wieder einzufangen, scheiterten jedoch: Als der Besitzer ins Wasser stieg, um sich dem Federvieh zu nähern, nahmen die Geflüchteten erneut Reißaus und wurden erst wieder gesichtet, als sie sich an der Weißach nahe Aldi tummelten.

Vorbereitungen für den

Fall der Fälle laufen bereits

Doch auch dort hielten sie es nicht lange aus. Eine weitere Station, wo sie sich eine Zeit lang aufhielten, war am Brüdenbach in den Brüdenwiesen, etwa dort, wo die Seniorenwohnungen und das Gemeindepflegehaus am Hang stehen. Dann zogen sie Richtung Rathaus und schließlich weiter bachabwärts, bis sie auf der Weißach, Bei der Langen Brücke, eine Bleibe gefunden haben, die ihnen allem Anschein nach taugt.

Doch jetzt rückt der Winter heran, die Temperaturen sind spürbar gefallen. Bald wird mit Minusgraden zu rechnen sein. Was geschieht dann mit den Gänsen? Sandra Krauß bereitet sich bereits für den Fall der Fälle vor. Sollte es dem Besitzer bis zum Wintereinbruch nicht gelingen, die Gänse einzufangen und unterzubringen, will sie für ein Winterquartier sorgen, in dem die Tiere artgerecht über die kalte Jahreszeit hinwegkommen. Um die Sache rechtlich korrekt abzuwickeln, will sie einen Übereignungsvertrag mit dem Besitzer schließen. Doch so weit ist es noch nicht. Krauß sagt einstweilen noch: „Wir werden das beobachten.“

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Erstellt:
31. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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