Klimapolitik unter Trump
Die Öl- und Gaslobby triumphiert
Die US-Regierung stuft Treibhausgase nicht mehr als Gefahr ein. Langfristig wird das die Amerikaner teuer zu stehen kommen, kommentiert Rainer Pörtner.
© Evan Vucci/AP/dpa
Pressekonferenz im Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump verkündet die neuen Klimaschutzregeln
Von Rainer Pörtner
Donald Trump schafft Klimaschutz durch den amerikanischen Zentralstaat de facto ab. Der US-Präsident und seine Regierung stufen Kohlendioxid und andere Treibhausgase nicht mehr als Gefahr für Gesundheit und Gemeinwohl ein. In einem ersten Schritt verschwinden Auflagen für Autos und Lastwagen, aber im Grunde ist das gesamte rechtliche Fundament zerstört, auf das sich staatliche Emissionsregeln in den USA stützten.
Die Öl- und Gaslobby reibt sich die Hände. Ihr jahrzehntelanger Kampf gegen Klimaschutzmaßnahmen hat Erfolg gehabt. Die US-Regierung macht sich offiziell zum Leugner des Klimawandels. Sie erklärt zu „Lüge“ und „Betrug“, was die überragende Mehrheit der Wissenschaftler sagt: dass CO2 & Co. Schadstoffe sind, die nachweisbar zur raschen Erderwärmung beitragen, zum Anstieg der Meeresspiegel, zu einem Mehr an Sturmfluten, Hurrikans, Waldbränden und Versteppung.
Bezahlen werden nicht nur die Amerikaner
Die Wirklichkeit wird negiert, um kurzfristige wirtschaftliche Vorteile zu genießen. Die Amerikaner werden dafür langfristig einen hohen Preis zahlen, denn auch darin ist sich die seriöse Wissenschaft einig: Die Schäden, die entstehen, wenn auf wirksamen Klimaschutz verzichtet wird, sind sehr viel größer als die Kosten dieses Klimaschutzes. Bezahlen wird auch der Rest der Welt. Die USA sind nach China der zweitgrößte Produzent von Treibhausgasen. Jetzt wird es noch schwieriger, die notwendigen Klimaziele zu erreichen.
