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Die Stadtder Millionäre

Täglich neu: Landestypisches für Einheimische und Reigschmeckte

Viele Themen gibt es nachzuarbeiten – von den Butter S-le über den Trieler bis zu den Reitlengern, die dem Volksmund nach hälenga reich sind, wie wir am Montag berichtet haben.

Marianne Nüssle aus Aichtal merkt ­dazu an: „Vielleicht kommt der Spruch ,hälenga reich wia d’Reitlenger‘ daher, dass es dort viele Fabrikanten gab, die ihren Reichtum lieber nicht so zur Schau stellten, weil sich d’Leit no glei s’Maul verrissa hend!

Oi Beispiel wia ma hälenga reich sei ka: Ma loht sei nuis Auto no a ganze Zeit lang en dr Garage oder fährt no a Weile hälenga omanander – bei Nachd oder en a fremde Stadt, mit Huat ond ra ronterklappta Blende. I kenn oine, dia hot sich a dupfagleichs Auto wia ihra alts kauft ond au no mit dr dupfagleicha Autonommer – dass es jo koiner merkt.“

Heiner Weier schreibt: „Ich bin 86 Jahre alt und in Reutlingen geboren und aufgewachsen. In meiner Kindheit und Jugend-galt Reutlingen als die Stadt mit den meisten Millionären. Es gab viele Familienbetriebe in der Textil- sowie in der Maschinenbaubranche. Viele dieser Millionäre wohnten in der Panoramastraße in nach heutigen Begriffen bescheidenen Villen. Für uns Kinder aus der Arbachstrasse war diese Gegend aber nicht hälenga reich, sonder richtig, denn es gab dort auch einen Tennisplatz – für uns unvorstellbar.“

Auch von Hartmut Engel aus Filderstadt kommt der Hinweis, „dass Reutlingen in den 60er und 70er Jahren als Stadt der Millionäre galt“.

Gabi Schlewek aus Bempflingen schreibt: „Auch ich finde das Wort hälenga (wie unser Landesvater) ganz wunderbar. Bezeichnet es doch einen Zustand, den ich so in der hochdeutschen Sprache nicht erklärt finde. Außerdem erinnert es mich an die Zeit, als mein Lebensgefährte (gebürtig in Aschaffenburg) neu in meine Familie kam. Am liebsten spielte man da das Baden-Württemberg-Spiel in dem es eine Rubrik ,Schwäbische Ausdrücke‘ gab – dabei tauchte auch hälenga auf. Mein Freund, des Schwäbischen nicht mächtig, las es genau so vor wie es dasteht, mit ­Betonung auf der letzten Silbe. Was haben wir gelacht – und lachen heute noch, wenn dieses Wort auftaucht. Nur mit dem Unterschied, dass er mittlerweile sehr gut weiß, was es bedeutet.“ Aline Groß aus Stuttgart-Weilimdorf erinnert sich an den Spruch: „Gell, i be fei nicht dick, bloß hälenga fett.‘ Das soll auch unser schwäbischer Spruch des Tages sein. (jan)

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Erstellt:
12. Dezember 2018, 03:14 Uhr

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