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Die Tage des Güterschuppens sind gezählt

Abriss beginnt am 28. Oktober – Obere Bahnhofstraße in Backnang muss etwa zwei Wochen lang halbseitig gesperrt werden

Der Backnanger Güterschuppen hatte eine wechselvolle Geschichte – nun wird das historische Gebäude aus dem Jahr 1878 abgerissen. Dazu muss die Obere Bahnhofstraße halbseitig gesperrt werden, vermutlich für die Dauer von zwei Wochen. Beginn der Abbrucharbeiten ist am 28. Oktober.

In den Herbstferien wird der Güterschuppen abgerissen und so Platz geschaffen für zentrale Elemente der künftigen Mobilitätsdrehscheibe wie etwa den neuen zentralen Omnibusbahnhof. Foto: P. Wolf

© Peter Wolf

In den Herbstferien wird der Güterschuppen abgerissen und so Platz geschaffen für zentrale Elemente der künftigen Mobilitätsdrehscheibe wie etwa den neuen zentralen Omnibusbahnhof. Foto: P. Wolf

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Die Sperrung der Oberen Bahnhofstraße wird erneut das Verkehrsgefüge der Murr-Metropole gewaltig durcheinanderwirbeln. Aus diesem Grund sollte der Abbruch des Güterschuppens eigentlich in den Sommerferien über die Bühne gehen. Doch daraus wurde nichts, da zu dieser Zeit die Gebäude Nummer 26 bis 28 entlang der Eugen-Adolff-Straße abgebrochen werden sollten. Und beide Maßnahmen zeitgleich durchziehen – das hätte aus verkehrstechnischen Gründen nicht funktioniert, auch wenn der Gedanken manch einem sympathisch war.

Nun also steht der Abbruch in den Herbstferien an. Los geht’s am Montag, 28. Oktober. Der Zeitplan ist ambitioniert. Die Herbstferien alleine reichen nicht aus, und so wird es nach den Ferien auch zu Beeinträchtigungen des Schulbusverkehrs kommen.

Die Sperrung der Oberen Bahnhofstraße erfolgt halbseitig. Das bedeutet, Verkehrsteilnehmer können aus Richtung Adenauerplatz wie bisher am Güterschuppen vorbei bis zum Bahnhof und darüber hinaus fahren. In umgekehrter Richtung jedoch wird der Verkehr über die Bahnhofstraße in Richtung Schillerplatz und über die Stuttgarter Straße zum Adenauerplatz umgeleitet.

Die Baupläne zum Güterschuppen stammen aus dem Jahr 1875. Foto: Stadtarchiv

Die Baupläne zum Güterschuppen stammen aus dem Jahr 1875. Foto: Stadtarchiv

Dass diese weitere Verkehrsbeeinträchtigung in der Stadt phasenweise zu Chaos führen wird, das ist auch den Verantwortlichen in der Verwaltung klar. So sagte Erster Bürgermeister Siegfried Janocha in der jüngsten Sitzung des städtischen Verkehrsausschusses: „Es wird ganz sicher Probleme geben. Damit müssen wir rechnen.“ Um die Kreuzung am Adenauerplatz und der Chelmsfordbrücke zu entlasten, forderte Lutz-Dietrich Schweizer (CIB) die Anpassung der Ampelschaltung. Getreu dem Motto: „Nicht vorhandene Fahrzeuge brauchen kein Grün.“ Doch daraus wird nichts. Denn gesperrt ist bloß der Abschnitt auf Höhe des Güterschuppens, also zwischen dem Fußgängersteg und der ersten Zufahrt zum Parkplatz „Bürgerhaus“. Das heißt, die Fahrzeuge aus Richtung Adenauerplatz können trotz der Sperrung der Oberen Bahnhofstraße im weiteren Verlauf den Parkplatz gegenüber des Bürgerhauses nutzen und wieder in Richtung Adenauerplatz wegfahren. Insofern gibt es auch Verkehr in Richtung Adenauerplatz.

Info
Ende 1994 stillgelegt

Der 1878 erbaute Güterschuppen ist das letzte noch vorhandene Relikt aus der Anfangszeit des Bahnbetriebs in Backnang. Die Güterabfertigung wurde zum Jahresende 1994 eingestellt.

Nach der Einstellung der Güterverladung am Bahnhof Backnang wurde das Gebäude von der Stadt erworben und viele Jahre als Lagerraum an Dritte vermietet. Seit mehreren Jahren steht das Gebäude leer.

Der Traum von der Umnutzung als Kulturschuppen wurde 2014 beerdigt. Die Sanierung des Gebäudes hätte 1,8 Millionen Euro gekostet.

Im Zuge des Umbaus des Bahnhofsbereichs zur Mobilitätsdrehscheibe wird der Schuppen nun abgerissen. In dem Bereich werden eine neue Brücke zu den Gleisen, ein neuer Zentraler Omnibusbahnhof und eventuell ein Parkhaus gebaut.

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Erstellt:
11. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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