Neuer SCHUFA-Score

Diese 12 Faktoren entscheiden über Ihre Kreditwürdigkeit

Die SCHUFA hat ihren Score überarbeitet und erstmals vollständig offengelegt. Verbraucher können nun nachvollziehen, wie sich ihre Bonität zusammensetzt – anhand von zwölf klar definierten Kriterien.

Ab sofort soll es beim Schufa-Score mehr Transparenz geben.

© PeopleImages/ Shutterstock

Ab sofort soll es beim Schufa-Score mehr Transparenz geben.

Von Katrin Jokic

Wie kreditwürdig eine Person ist, entscheidet im Alltag oft über Verträge, Kredite oder Käufe auf Rechnung. Mit dem neuen SCHUFA-Score will die Auskunftei für mehr Transparenz sorgen: Erstmals sehen Verbraucher und Unternehmen denselben Wert und können genau nachvollziehen, wie er zustande kommt. Grundlage sind zwölf Kriterien, die unterschiedliche Aspekte des finanziellen Verhaltens bewerten. Dazu gehören etwa das Zahlungsverhalten, bestehende Kredite, Vertragslaufzeiten oder auch die Stabilität des Wohnsitzes.

Im Zentrum steht dabei eine einfache Logik: Wer seine finanziellen Verpflichtungen zuverlässig erfüllt und über einen längeren Zeitraum stabile Verhältnisse vorweisen kann, wird besser bewertet. Besonders stark wirkt sich aus, ob Rechnungen pünktlich bezahlt werden oder Zahlungsstörungen vorliegen. Aber auch Faktoren wie die Dauer von Bankverbindungen, der Umgang mit Krediten oder die Anzahl von Anfragen bei Banken und Unternehmen spielen eine Rolle.

Gleichzeitig zeigt der neue Score, dass nicht jede Veränderung automatisch negativ ist. So können etwa neue Kredite den Score zunächst verschlechtern, sich bei verantwortungsvoller Nutzung aber wieder positiv entwickeln. Auch eine lange Vertrags- oder Wohnhistorie wirkt sich stabilisierend aus.

Die 12 Kriterien des neuen SCHUFA-Scores

Das Zahlungsverhalten gehört zu den wichtigsten Faktoren beim SCHUFA-Score. Entscheidend ist dabei, ob Rechnungen, Kredite oder andere Verpflichtungen zuverlässig und fristgerecht beglichen werden.

Wer seine Zahlungen immer pünktlich leistet, erhält die bestmögliche Bewertung. Kommt es jedoch zu Zahlungsproblemen, spricht die SCHUFA von einer sogenannten Zahlungsstörung. Diese wird in der Regel gemeldet, wenn ein fälliger Betrag trotz mehrfacher Mahnung nicht bezahlt wird und zuvor auf eine mögliche Meldung hingewiesen wurde. Offene Zahlungsstörungen haben besonders gravierende Folgen: In solchen Fällen wird gar kein Score mehr berechnet, stattdessen wird lediglich der negative Eintrag übermittelt.

Wird eine offene Forderung später beglichen, bleibt sie dennoch als „erledigte Zahlungsstörung“ gespeichert – und zwar für bis zu drei Jahre. Auch Anfragen von Inkassounternehmen können den Score verschlechtern, da sie darauf hindeuten, dass Zahlungen trotz Mahnungen ausgeblieben sind. Besonders schwer wiegen zudem Einträge aus öffentlichen Verzeichnissen, etwa bei einer Insolvenz oder im Schuldnerverzeichnis.

Ein weiteres Kriterium beim SCHUFA-Score ist das Alter des ältesten Bankvertrags. Dazu zählen unter anderem Girokonten, Kreditkarten, Kredite oder Leasingverträge. Dahinter steckt eine einfache Logik: Je länger jemand bereits am Finanzleben teilnimmt und dabei seine Verpflichtungen zuverlässig erfüllt, desto vertrauenswürdiger wirkt das aus Sicht der SCHUFA.

Ein lang bestehender Bankvertrag wirkt sich daher positiv auf den Score aus. Wer zum Beispiel seit vielen Jahren ein Konto oder einen Kredit ohne Probleme nutzt, sammelt in diesem Bereich mehr Punkte. Ist der älteste Vertrag hingegen noch sehr neu, fällt die Bewertung deutlich schlechter aus. Bei Verträgen, die jünger als drei Monate sind, gibt es sogar gar keine Punkte, da noch keine ausreichenden Erfahrungen zum Zahlungsverhalten vorliegen. Den Höchstwert erreicht, wessen ältester Bankvertrag mindestens 20 Jahre besteht.

Unterm Strich gilt: Eine lange, stabile Bankbeziehung wirkt sich positiv auf die Bonität aus – während ein sehr kurzer oder fehlender Verlauf weniger aussagekräftig ist und entsprechend niedriger bewertet wird.

Auch das Alter der ältesten Kreditkarte spielt beim SCHUFA-Score eine Rolle. Dahinter steckt der Gedanke: Eine Kreditkarte ist ein Vertrauensvorschuss der Bank und wer sie über längere Zeit zuverlässig nutzt, zeigt, dass er mit Geld verantwortungsvoll umgeht.

Je länger eine Kreditkarte besteht, desto positiver wirkt sich das auf den Score aus. In den ersten sechs Monaten gibt es allerdings noch keine Punkte, weil das Zahlungsverhalten noch nicht ausreichend bewertet werden kann. Danach steigt die Bewertung schrittweise an – zunächst jährlich, später in größeren Zeitabständen. Den Höchstwert erreicht, wessen Kreditkarte mindestens 15 Jahre alt ist.

Auch die Wohndauer an der aktuellen Adresse fließt in den SCHUFA-Score ein. Die Grundidee: Wer lange an einem Ort lebt, gilt statistisch als stabiler und verlässlicher – was sich positiv auf die Bonität auswirkt.

Je länger jemand an derselben Adresse gemeldet ist, desto besser fällt die Bewertung aus. Den Höchstwert erreichen Personen, die seit mindestens 20 Jahren an derselben Adresse wohnen.

Auch der Umgang mit sogenannten Rahmenkrediten beeinflusst den SCHUFA-Score. Dabei handelt es sich um flexible Kredite, bei denen jederzeit Geld bis zu einem bestimmten Limit genutzt werden kann – ähnlich wie beim Dispo.

Ein neuer Rahmenkredit wirkt sich zunächst negativ aus. Im ersten Jahr gibt es dafür keine Punkte, da ein höheres Verschuldungsrisiko besteht. Mit der Zeit verbessert sich die Bewertung jedoch: Wer den Kredit über längere Zeit verantwortungsvoll nutzt, sammelt wieder Punkte. Nach einem Jahr steigt der Score spürbar, nach zwei Jahren wird der Höchstwert erreicht.

Unterm Strich gilt: Neue, flexible Kredite drücken den Score zunächst – langfristig kann sich das aber ausgleichen, wenn sie zuverlässig genutzt werden.

Auch wie oft neue Girokonten oder Kreditkarten beantragt werden, beeinflusst den SCHUFA-Score. Dahinter steckt die Annahme: Viele Anfragen in kurzer Zeit können ein Hinweis auf finanzielle Probleme sein – und erhöhen statistisch das Risiko für Zahlungsausfälle.

Je weniger Anfragen oder neue Abschlüsse es in den vergangenen zwölf Monaten gab, desto besser für den Score. Wer gar keine neuen Konten oder Kreditkarten beantragt, erhält die höchste Punktzahl. Mit jeder weiteren Anfrage sinkt die Bewertung deutlich. Ab drei oder mehr Anfragen gibt es in diesem Bereich keine Punkte mehr.

Wichtig: Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen zählen nur einmal. Wer also Angebote vergleicht und sich dann für ein Konto entscheidet, muss keine größeren Nachteile befürchten.

Auch Bonitätsanfragen außerhalb von Banken beeinflussen den SCHUFA-Score. Dazu zählen zum Beispiel Anfragen von Online-Shops, Mobilfunkanbietern oder Versicherungen – etwa wenn auf Rechnung gekauft oder ein Vertrag abgeschlossen wird.

Die Grundregel ist ähnlich wie bei Bankanfragen: Je weniger Anfragen in den vergangenen zwölf Monaten, desto besser für den Score. Wer keine oder nur eine Anfrage hat, erhält die höchste Bewertung. Mit jeder weiteren Anfrage sinkt der Score deutlich. Ab vier oder mehr Anfragen gibt es keine Punkte mehr in diesem Bereich.

Hintergrund ist die Statistik: Viele Anfragen in kurzer Zeit können ein Hinweis auf ein erhöhtes Ausfallrisiko sein. Wichtig ist jedoch, dass mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen nur einmal gezählt werden – etwa wenn verschiedene Anbieter verglichen werden.

Unterm Strich gilt: Einzelne Anfragen sind unproblematisch, viele Anfragen in kurzer Zeit können den SCHUFA-Score spürbar verschlechtern.

Auch die Anzahl neu aufgenommener Ratenkredite wirkt sich auf den SCHUFA-Score aus. Dazu zählen klassische Konsumkredite, etwa für Autos, Möbel oder Elektronik, die in monatlichen Raten zurückgezahlt werden.

Die Logik dahinter: Jeder zusätzliche Kredit erhöht die finanzielle Belastung und verringert den Spielraum für weitere Ausgaben. Besonders kritisch wird es, wenn mehrere Kredite in kurzer Zeit aufgenommen werden – das verschlechtert den Score deutlich.

Je weniger Ratenkredite im laufenden Jahr abgeschlossen werden, desto besser. Wer keinen solchen Kredit hat, erhält die höchste Punktzahl. Mit jedem weiteren Kredit sinkt die Bewertung. Ab drei oder mehr Ratenkrediten gibt es in diesem Bereich keine Punkte mehr.

Immobilienkredite sind von diesem Kriterium ausgenommen und werden gesondert bewertet.

Auch die verbleibende Laufzeit von Ratenkrediten spielt eine Rolle beim SCHUFA-Score. Gemeint ist, wie lange ein Kredit noch zurückgezahlt werden muss.

Die Grundidee: Je länger ein Kredit noch läuft, desto länger besteht auch das Risiko für Zahlungsschwierigkeiten. Deshalb wirken sich lange Restlaufzeiten negativ auf den Score aus. Kurze Laufzeiten oder bereits fast abbezahlte Kredite sind dagegen positiv.

Besonders wichtig: Kredite mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Jahren haben keinen negativen Einfluss. Wer keinen Ratenkredit hat oder nur solche mit kurzer Laufzeit, erhält die beste Bewertung. Je länger die Restlaufzeit darüber hinaus ist, desto stärker sinkt der Score. Bei sehr langen Laufzeiten von sechs Jahren oder mehr gibt es in diesem Bereich keine Punkte mehr.

Auch der Status eines Ratenkredits beeinflusst den SCHUFA-Score. Entscheidend ist dabei, ob ein Kredit noch läuft, bereits zurückgezahlt wurde oder Probleme bei der Rückzahlung gab.

Ein offener Kredit wirkt sich zunächst negativ aus, da weiterhin eine finanzielle Verpflichtung besteht. Besonders schlecht ist es, wenn ein Kredit nicht ordnungsgemäß zurückgezahlt wurde – in diesem Fall gibt es in diesem Bereich keine Punkte.

Deutlich positiver ist es, wenn ein Kredit vollständig und wie vereinbart zurückgezahlt wurde. Das zeigt, dass finanzielle Verpflichtungen zuverlässig erfüllt werden, und wird entsprechend belohnt. Wer aktuell gar keinen Ratenkredit hat, erhält ebenfalls eine gute Bewertung, wenn auch etwas weniger als bei einem erfolgreich abgeschlossenen Kredit.

Auch Immobilienkredite wirken sich auf den SCHUFA-Score aus – allerdings anders als viele andere Kredite. Sie werden eher positiv bewertet.

Der Grund: Wer einen Immobilienkredit bekommt oder für einen solchen bürgt, musste zuvor eine umfangreiche Bonitätsprüfung bestehen. Das gilt als Hinweis auf eine stabile finanzielle Situation und ein geringeres Ausfallrisiko.

Deshalb gilt: Wer einen Immobilienkredit hat oder dafür bürgt, erhält in diesem Bereich die maximale Punktzahl. Wer keinen solchen Kredit hat, bekommt dagegen keine Punkte.

Auch eine bestätigte Identität spielt beim SCHUFA-Score eine Rolle. Dabei geht es darum, ob die SCHUFA weiß, dass die Identität einer Person bereits überprüft wurde, zum Beispiel bei der Eröffnung eines Bankkontos per Ausweis.

Eine solche Prüfung wirkt sich positiv aus, weil sie die Daten zuverlässiger macht und Missbrauch unwahrscheinlicher ist. Liegt keine bestätigte Identitätsprüfung vor, gibt es in diesem Bereich keine Punkte. Wurde sie hingegen durchgeführt und gemeldet, verbessert sich der Score spürbar.

Der neue SCHUFA-Score macht deutlich: Bonität ist kein statischer Wert, sondern entwickelt sich ständig weiter. Wer seine Finanzen im Griff hat, Rechnungen pünktlich bezahlt und unnötige Kredite oder Anfragen vermeidet, kann seinen Score aktiv beeinflussen. Durch die neue Transparenz haben Verbraucher nun erstmals die Möglichkeit, genau zu verstehen, welche Faktoren ihre Bewertung verbessern oder verschlechtern – und entsprechend zu handeln.

Zum Artikel

Erstellt:
17. März 2026, 10:08 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen