Warum Beziehungen scheitern

Diese Gründe führen besonders häufig zur Trennung

Eine Affäre? Für viele ein klarer Schlussstrich. Doch nicht nur Fremdgehen bringt Beziehungen zu Fall. Eine Umfrage zeigt, welche Verhaltensweisen besonders häufig zur Trennung führen.

Warum trennen sich Paare?

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Warum trennen sich Paare?

Von Katrin Jokic

Untreue, Lügen, fehlende Nähe – vieles kann eine Partnerschaft belasten. Doch was bringt Menschen tatsächlich dazu, eine Beziehung zu beenden? Eine bevölkerungsrepräsentative Online-Umfrage unter mehr als 1.000 Erwachsenen in Deutschland zeigt, welche Verhaltensweisen besonders oft als Trennungsgrund genannt werden – und wo sich Frauen und Männer deutlich unterscheiden.

Unverhandelbare Trennungsgründe: Die häufigsten Antworten

  • Körperliche Gewalt in der Beziehung: 76 %
  • Affäre: 69 %
  • Lügen oder Täuschung: 66 %
  • Regelmäßige abfällige Kommentare: 49 %
  • Mangelnde Hygiene: 47 %

Gewalt und Affären sind klare K.-o.-Kriterien

Am deutlichsten fällt das Urteil bei körperlicher Gewalt aus: 76 % der Befragten geben an, dass dies ein unverzeihlicher Trennungsgrund wäre. Frauen positionieren sich dabei klarer als Männer: Für 85 % der Frauen ist körperliche Gewalt in der Beziehung ein Trennungsgrund, bei den Männern sind es 67 %.

Auch eine längerfristige Affäre wiegt schwer. Rund sieben von zehn Befragten würden die Beziehung beenden, wenn der Partner oder die Partnerin über einen längeren Zeitraum fremdgeht. Ein einmaliger Seitensprung wird zwar ebenfalls häufig als Trennungsgrund genannt, allerdings deutlich seltener als eine dauerhafte Außenbeziehung.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist dabei markant: Frauen reagieren auf Untreue insgesamt konsequenter. Während eine Mehrheit der Frauen sowogl bei einer längeren Affäre als auch bei einmaligem Fremdgehen die Beziehung beenden würde, liegt der Anteil bei Männern spürbar niedriger. Ein einmaliger Fehltritt wäre nur für 38 % der Männer ein Trennungsgrund.

Lügen, Respektlosigkeit und Demütigungen

Neben Untreue zählen auch Unehrlichkeit und abwertende Kommunikation zu den häufigsten Gründen für eine Trennung. Zwei Drittel der Befragten würden bei Lügen oder Täuschung einen Schlussstrich ziehen. Fast jede zweite Person nennt zudem regelmäßig abfällige Kommentare oder Demütigungen als untragbar.

Experten verweisen darauf, dass Worte oft nachhaltiger verletzen als einzelne konkrete Vorfälle. Wiederholte Respektlosigkeit untergräbt das Vertrauen und damit das Fundament der Beziehung.

Heimliches Kontrollieren ist für viele ein No-Go

Ein besonders sensibler Punkt: das heimliche Durchsuchen des Smartphones. Mehr als ein Viertel sieht darin einen klaren Trennungsgrund.

Der Vertrauensbruch entsteht dabei weniger durch den konkreten Inhalt, sondern durch das heimliche Kontrollieren an sich. Wer dauerhaft misstraut und kontrolliert, beschädigt die Beziehung meist nachhaltig.

Wenn Nähe und Gespräche fehlen

Nicht immer sind es spektakuläre Vorfälle. Auch schleichende Entwicklungen führen häufig zum Aus. Rund ein Fünftel der Befragten nennt fehlende Intimität als Grund für eine Trennung. Ähnlich viele geben an, dass mangelnde tiefgehende Gespräche eine Beziehung für sie infrage stellen würden.

Fehlende Sexualität wird dabei etwas häufiger von Männern als problematisch bewertet. Frauen legen im Durchschnitt etwas mehr Gewicht auf emotionale Verbundenheit und Austausch.

Unterschiedliche Lebensziele belasten Partnerschaften

Ein weiterer Konfliktpunkt: divergierende Zukunftsvorstellungen. Besonders beim Thema Kinderwunsch zeigen sich deutliche Unterschiede. Für viele Frauen (37 %) wäre ein gegensätzlicher Kinderwunsch ein klarer Trennungsgrund – deutlich häufiger als für Männer (16 %).

Auch fehlende Unterstützung bei persönlichen Zielen oder stark auseinandergehende Lebensentwürfe – etwa bei Karriere, Wohnort oder Lebensstil – können Beziehungen langfristig destabilisieren. In gescheiterten Partnerschaften berichten viele Befragte rückblickend, dass sich die gemeinsamen Zukunftspläne unterschiedlich entwickelt hätten oder sich eine Person stark verändert habe.

Was Paare aus den Ergebnissen lernen können

Die Umfrage zeigt: Während strafbare Handlungen wie Gewalt oder schwere Vertrauensbrüche wie langfristige Untreue für die meisten nicht verhandelbar sind, scheitern viele Beziehungen an schleichenden Prozessen – fehlende Gespräche, mangelnde Wertschätzung oder unterschiedliche Lebensziele.

Hinter problematischem Verhalten stecken oft Unsicherheiten oder ungelöste Konflikte. Fachleute raten deshalb zu offener Kommunikation über Bedürfnisse, Erwartungen und Grenzen bevor Frust und Distanz zu groß werden.

Zur Studie

Für die Untersuchung wurden vom Dating-Portal „Parship“ im Januar 2025 insgesamt 1.016 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren in Deutschland online befragt. Mehrfachnennungen waren möglich.

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Erstellt:
25. Februar 2026, 15:26 Uhr

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