Baden-Württemberg
Dieser Weltrekord steckt in einem Stuttgarter Tunnel
Öffentlicher Nahverkehr, Autos, Radfahrer und Fußgänger durchqueren in Stuttgart noch heute den weltweit ältesten Autotunnel.
© IMAGO / Harald Dostal
Der Schwabtunnel in Stuttgart gilt als der älteste Autotunnel der Welt.
Von David Hahn
Als erster und damit ältester Autotunnel der Welt stellt der Schwabtunnel in Stuttgart einen beeindruckenden Rekord auf. Über 100 Jahre hat der Tunnel mittlerweile auf dem Buckel und gewährt auch heute noch in der Schwabstraße Fußgängern, Autos sowie dem öffentlichen Nahverkehr den Durchgang.
Schwabtunnel: Wie ist der weltweit älteste Autotunnel entstanden?
Da die Bevölkerung Stuttgarts im 19. Jahrhundert rasant wuchs, entstanden rund um Stuttgart viele Vororte, die mit dem Stadtzentrum verbunden werden sollten. Dabei stellte jedoch der sogenannte Hasenberg ein Hindernis dar. Die Lösung war ein Autotunnel: In den Jahren 1894 bis 1996 wurde in Stuttgart mit dem Schwabtunnel unter der Leitung des damaligen Stadtbaurats Karl Kölle der erste Autotunnel der Welt errichtet. Benannt wurde der Schwabtunnel nach dem Stuttgarter Pfarrer und Dichter Gustav Schwab. Er gilt als der erste Tunnel, durch den ein Automobil fuhr.
Schwabtunnel in Zukunft: Debatten um Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger
Der Schwabtunnel verbindet die Schwabstraße in Stuttgart-West mit der Schickhardtstraße in Stuttgart-Süd und ist seit Jahrzehnten ein viel befahrener Tunnel. Der 125 Meter lange Tunnel wird heute sowohl von Bussen der Linie 42 als auch von Fußgängern genutzt. Zwischen 15.000 und 20.000 Fahrzeuge durchqueren täglich den Schwabtunnel, der ursprünglich für Kutschen und Straßenbahnen konzipiert war. Immer wieder gibt es Diskussionen um die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern, die sich durch den Autoverkehr im Schwabtunnel gefährdet fühlen. Zuletzt wurden Tempo 30, neue Fahrradmarkierungen und Markierungsnägel im Schwabtunnel für mehr Sicherheit im Radverkehr eingeführt. Eine erste Auswertung zeigt, dass verbotene Überholmanöver deutlich zurückgegangen sind – um 34 Prozent Richtung West und um 43 Prozent Richtung Süd. Weitere Daten werden noch erhoben, ein Abschlussbericht ist für Mitte 2026 geplant.
