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Direkter Draht und enger Kontakt zur Polizei

So arbeitet die Redaktion (7): Woher stammen die Informationen über Unfälle und Verbrechen?

Direkter Draht und enger Kontakt zur Polizei

Von Silke Latzel

BACKNANG/MURRHARDT. Ein Mehrfamilienhaus brennt. Ein Betrunkener liefert sich eine wilde Autoverfolgungsjagd mit der Polizei. Jugendliche bedrohen Passanten mit Waffen. All das sind Meldungen, die sich so oder so ähnlich in den vergangenen Monaten in und um Backnang ereignet haben und so in der Zeitung standen. Doch woher weiß die Redaktion das überhaupt? Wer informiert sie über Unfälle und – zum Glück seltener – über schwere Verbrechen?

Zunächst einmal schickt die Polizei jeden Tag per E-Mail eine Pressemitteilung an die Zeitungsredaktionen im Verbreitungsgebiet. Für den Rems-Murr-Kreis zuständig ist das Polizeipräsidium Aalen. Dort gibt es eine Stabsstelle, die sich um Öffentlichkeitsarbeit kümmert. In der Mitteilung beschrieben sind Unfälle und jede Art von Verbrechen, die sich in der Regel in den vergangenen 24 Stunden bis zwei Tagen zugetragen haben. Schon in der Pressestelle der Polizei wird allerdings eine Auswahl getroffen – so findet nicht jeder Unfall mit geringem Blechschaden Platz in der Pressemitteilung. Wichtig: Diese Mitteilungen sind öffentlich und können von jedem, der sich dafür interessiert, unter www.presseportal.de/blaulicht eingesehen werden.

Die erste Pressemitteilung der Polizei geht meistens vormittags in den Redaktionen ein, die zweite kommt nachmittags oder am frühen Abend. Dann beginnt für die Redakteure die Arbeit: Zunächst einmal bewerten sie die einzelnen Ereignisse, denn auch der Platz in der Zeitung ist begrenzt und nicht jede Polizeimeldung kann gedruckt werden. Ein Unfall mit mehreren Verletzten ist beispielsweise relevanter als ein Auto, auf dessen Lack ein Kratzer festgestellt wurde.

Da die Redakteure nicht immer vor Ort sein können, sind sie darauf angewiesen, dass die Angaben der Polizei korrekt sind. Das sind sie in den allermeisten Fällen auch, nur ab und zu schleicht sich auch bei der Polizei ein Fehler ein, etwa eine falsche Straße oder eine falsche Automarke. Die Meldungen werden in der Regel nicht 1:1 übernommen, sondern sprachlich leicht überarbeitet, damit es nicht zu sehr nach Beamtendeutsch klingt, inhaltlich wird nichts geändert. Und ist etwas unklar, gilt natürlich: Anrufen und nachfragen.

Das ist übrigens auch der Fall, wenn die Polizei sogenannte Push-Meldungen schickt, etwa bei schweren Unfällen, die sich gerade erst ereignet haben, oder Großbränden. Diese Meldungen kommen direkt aufs Handy und enthalten meistens nur die wichtigsten Stichpunkte: was, wann, wo, wer. So haben die Zeitungen die Chance, schnell und direkt ihre Leser online oder in den sozialen Medien auf ein bestimmtes Ereignis aufmerksam zu machen. Und sie haben die Möglichkeit, selbst vor Ort zu kommen, um zu berichten. Manchmal rufen auch Leser in der Redaktion an und wollen wissen, wieso beispielsweise auf der B14 gerade gar nichts mehr geht. Auch in diesem Fall ist für uns der erste Ansprechpartner die Polizei oder, je nach Fall, natürlich auch die Feuerwehr. Hin und wieder kommt es zudem vor, dass die Redakteure selbst etwas sehen, was ihnen merkwürdig vorkommt – ein Anruf bei der Polizei klärt dann meistens auf. Und ist es relevant, wird natürlich auch der Leser darüber informiert.

Haben auch Sie eine Frage zur Arbeit der Redaktion, die wir in unserer Serie beantworten sollen? Dann schicken Sie eine E-Mail an redaktion@bkz.de.

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Erstellt:
23. November 2019, 06:00 Uhr

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