Dirigent Hengelbrock: Politik denkt bei Corona zu kurz

dpa/lsw Freiburg. Der Dirigent Thomas Hengelbrock kritisiert das Verbot von Kulturveranstaltungen und fordert eine andere Strategie im Umgang mit der Corona-Pandemie. „Die Politik denkt zu kurz“, sagte der Leiter des Freiburger Balthasar-Neumann-Chors und -Ensembles der „Badischen Zeitung“ (Freitag). Sie glaube, mit dem Teil-Lockdown ein „steuersprudelndes Weihnachtsgeschäft“ zu erreichen. Er gehe davon aus, dass die Infektionszahlen im Dezember wieder steigen. Dann stehe man im Januar wieder vor der gleichen Situation.

Dirigent Thomas Hengelbrock probt mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Dirigent Thomas Hengelbrock probt mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Seit dem Sommer sei die Entwicklung verschlafen worden. Das Ensemble habe, wie viele andere Akteure in der Kultur, viel Zeit und Geld investiert und Schutzkonzepte entwickelt. „Und da ist es bestürzend zu sehen, dass man diese Anstrengungen komplett ignoriert und bereit ist - ich sage es bewusst so scharf -, eine ganze Branche zu opfern.“ Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble gastieren an diesem Wochenende im Festspielhaus Baden-Baden. Von Montag an müssen unter anderem Konzerthäuser dann bis Ende November geschlossen bleiben, Unterhaltungs-Veranstaltungen sind untersagt.

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Erstellt:
30. Oktober 2020, 08:33 Uhr

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