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Donau wurde durch menschliche Eingriffe 134 Kilometer kürzer

dpa/lby Augsburg. Die Donau ist heute kein naturnahes Gewässer mehr, sondern eine auf Effizienz getrimmte Wasserstraße. Seit dem 19. Jahrhundert baut der Mensch den zweitgrößten Strom Europas für die Schifffahrt und Energiegewinnung um. Welche Folgen das hat, zeigt eine neue Studie.

Ein Schiff fährt auf der Donau in der Oberpfalz. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild

Ein Schiff fährt auf der Donau in der Oberpfalz. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild

Die Donau hat in den vergangenen beiden Jahrhunderten durch menschliche Eingriffe 134 Kilometer ihrer ursprünglichen Länge verloren. Dies ist eines der Ergebnisse einer internationalen Studie zur Erforschung der Sedimentablagerungen des Flusses.

Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt am Dienstag in Augsburg mitteilte, wurde der Fluss seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur 134 Kilometer kürzer, die Donau wurde auch bis zu 40 Prozent schmaler. Diese Veränderungen seien durch Begradigungen, Hochwasserschutzmaßnahmen und den Bau von Staustufen verursacht worden.

Offiziell ist die Donau heute 2857 Kilometer lang. Im 19. Jahrhundert sei der Fluss entsprechend knapp 3000 Kilometer lang gewesen, erläuterte eine Sprecherin des Landesamtes die Veränderungen.

Durch die Untersuchung sollten die negativen Folgen der Baumaßnahmen erforscht und Gegenmaßnahmen vorgeschlagen werden. Im Rahmen des großteils von der EU finanzierten Projekt hatten 14 Einrichtungen aus 9 Donauanrainerstaaten deswegen etwa 3 Jahre lang den Sedimenthaushalt der Donau analysiert.

Grund ist, dass nach den Baumaßnahmen an dem Fluss große Mengen der vom Wasser transportierten Schwebstoffe nicht mehr im Donaudelta ankommen. Einst seien pro Jahr 40 bis 60 Millionen Tonnen Schwebstoffe im Mündungsgebiet am Schwarzen Meer gemessen worden, hieß es. Nun seien es nur noch 15 bis 20 Millionen Tonnen.

Die Schwebstoffe lagern sich stattdessen entlang des Flusslaufs ab und verändern dadurch das Gewässer nachhaltig. „Die erste Sedimentbilanz der Donau zeigt, dass ein Drittel der Flussstrecke von Sedimentablagerung betroffen ist, insbesondere vor den großen Wasserkraftwerken“, berichtete das Landesamt. Hinter den Staustufen, die zu den Kraftwerken gehören, fehle das Sediment dann. Dadurch vertiefe sich das Flussbett dort häufig.

Damit sich der Sedimenthaushalt verbessert, schlagen die Wissenschaftler verschiedene Maßnahmen vor, damit abgelagerte Teilchen wieder von dem Wasser mitgenommen werden. Beispiele für solche Maßnahmen sind die Entfernung von Uferbefestigungen oder moderne Wasserkraftwerke mit beweglichen Turbinen. Auch erosionsmindernde Maßnahmen in der Landwirtschaft könnten dazu beitragen, den Sedimenthaushalt der Donau zu verbessern.

Die Donau ist der zweitlängste Strom Europas, lediglich die Wolga ist noch länger. Nur noch ein Zehntel der Donau ist nach Angaben der bayerischen Landesbehörde heute noch „in einem naturnahen Zustand“.

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Erstellt:
12. Mai 2020, 16:20 Uhr

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