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Drohkulisse

Trump und die Mullahs machen den Atomstreit brandgefährlich

Ein Jahr nachdem US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt hat, droht nun dessen endgültiges Aus. Irans Präsident Hassan Ruhani setzt die Europäer seinerseits clever unter Druck: Entweder sie sorgen binnen 60 Tagen für die wirtschaftlichen Vorteile des Atomdeals für den Iran, oder Teheran will das Abkommen ebenfalls aufkündigen. Und als ob diese Druckkulisse noch nicht reicht, droht er damit, Flüchtlinge und Drogen nach Europa durchzuwinken. Die Europäer haben in den vergangenen Monaten ihr Bestes versucht, den eigenen Handel mit dem Iran vor US-Einmischung zu schützen – mit äußerst bescheidenem Erfolg.

Trump und sein Oberfalke, Sicherheitsberater John Bolton, verfolgen konsequent ihren Kurs des „maximalen Drucks“. Flankiert auch von einer Flugzeugträgergruppe. Washington sieht die Chance, Teheran einen viel härteren Deal abzutrotzen, als das 2015 in der Amtszeit Barack Obamas gelang. Doch warum sollten sich die Mullahs darauf einlassen? Die Gottesstaatler haben abgewirtschaftet. Doch sie beziehen Kraft aus der Erbfeindschaft mit dem „großen Satan“. Sollte der Iran tatsächlich komplett aus dem Atomdeal aussteigen, wäre die Lage wieder so düster wie vor 2015: Die USA und Israel stünden dann vor der Wahl – zwischen dem Risiko, dass der Iran sich eine Atombombe zulegt, und den Gefahren, die Mullahs mit Bombardements daran zu hindern. Beides hätte unabsehbare Folgen für die Region wie für Europa.

michael.weissenborn@stuttgarter-nachrichten.de

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Erstellt:
9. Mai 2019, 02:04 Uhr

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