Dunkle Rauchschwaden über Leonberg
Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften: Am Dienstagnachmittag fängt der Anhänger eines Lkws am Nordportal des Engelbergtunnels Feuer. Zwei Menschen werden leicht verletzt. Für Aufregung sorgen die Rauchschwaden, die von weitem zu sehen sind.
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Am Eingang zur Nordröhre des Engelbergtunnels kam das Lkw-Gespann zum Stehen. Das Feuer erzeugte auch schwarze Rauchschwaden, die von Weitem zu sehen waren.
Von Marius Venturini und Sophia Herzog
Leonberg/Gerlingen - Dicke, schwarze Rauchschwaden zogen am frühen Dienstagnachmittag über Leonberg. Menschen blieben stehen, zückten ihre Handys und fotografierten oder filmten das unwirkliche Szenario. Zuordnen, woher der Rauch kam, konnten sie aber zunächst nicht. Einige vermuteten ob der Himmelsrichtung, dass die Gerlinger Bosch-Niederlassung betroffen sein könnte.
Doch nur wenig später offenbarte sich die wahre Ursache: Im Engelbergtunnel der A 81 hatte gegen 14.19 Uhr ein Lastwagen Feuer gefangen. Der Rauch entwich über die Lüftungsanlage auf dem Engelberg und aus dem Nordportal. An manchen Stellen in den Wohngebieten oberhalb des Tunnels waren nach Zeugenberichten außerdem der Alarm und die Durchsagen zu hören, die wohl im Tunnel schallten und andere Autofahrer vor Lebensgefahr warnten.
Der mit Elektrogeräten beladene Anhänger des Lasters war auf der Fahrbahn in Richtung Stuttgart und Karlsruhe in Brand geraten, das Gespann war kurz nach der Einfahrt ins Nordportal des Tunnels zum Stehen gekommen. Wie die Polizei später berichtete, wurden bei dem Feuer zwei Personen leicht verletzt. Auch der Feuerwehrkommandant der Leonberger Wehr, Wolfgang Zimmermann, hatte zuvor von Verletzten berichtet.
Im Einsatz waren in der Folge zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk (THW) und Polizei, auch der in Leonberg stationierte ein Rettungshubschrauber wurde hinzugerufen. Um 15.26 Uhr berichtete die Polizei, dass die Feuerwehrleute die Flammen unter Kontrolle und außerdem mit der Lüftung der Tunnelröhren begonnen hätten.
Um 16.40 gab es vom zuständigen Polizeipräsidium in Ludwigsburg schließlich Entwarnung: Das Feuer sei zwischenzeitlich gelöscht worden. Die Einsatzmaßnahmen vor Ort dauerten aber zu diesem Zeitpunkt noch auf „unbestimmte Zeit“ an. Der Verkehr wurde auch am späten Nachmittag noch über die Anschlussstelle Feuerbach geleitet.
Im Leonberger Zentrum wie auch auf den gesamten Straßen rund um die Stadt ging deshalb lange Zeit gar nichts mehr, es bildeten sich lange Staus auf Autobahnen und Ausweichstrecken. Noch Stunden nach dem Alarm waren in der Stadt Sirenen zu hören, ebenso die Geräusche des Rettungshubschraubers.
Für Betroffene wurde auf dem Hof des Leonberger THW eine Anlaufstelle eingerichtet. Wie Zugführer Stefan Neininger auf Nachfrage berichtet, wurden dort rund 15 Menschen von Mitgliedern des Deutschen Roten Kreuzes betreut. Das THW selbst war mit einem Radlader am Einsatzort.
Das Szenario dürfte weitaus größere Folgen haben als ein Vorfall aus dem vergangenen August. Damals war ein Renault Twingo im Tunnel in Brand geraten – und auch damals spuckte die Lüftungsanlage über der nördlichen Zufahrt zum Tunnel schwarzen Rauch aus. Damals wurde jedoch niemand verletzt, auch der 28-jährige Fahrer hatte sich unversehrt in einen Querschlag retten können.
Die Leonberger Stadtverwaltung hatte für den frühen Abend zu einer Pressekonferenz geladen, bei der die Folgen des Feuers dargelegt werden sollen. Warum der Sattelzug im Tunnel Feuer gefangen hat, ist derweil noch nicht bekannt – eine Brandursache konnte die Polizei bis Redaktionsschluss nicht nennen.
