Ein hart erkämpfter Punkt

Der VfB spielt beim cleveren Schlusslicht 1. FC Heidenheim 3:3, weil die Kräfte nach den Anstrengungen der englischen Woche zu mehr nicht reichen.

Von David Scheu

Heidenheim - Der VfB hat sich nach einem wilden Ritt auf der Ostalb beim 3:3 (2:2) gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim mit einem Punkt begnügen müssen. Das ist zu wenig für die eigenen Ansprüche der Stuttgarter. Doch letztlich ging das Ergebnis in Ordnung, weil die Gastgeber vom FCH mangelnde spielerische Qualitäten durch Kampfgeist ersetzten.

Aber auch der VfB hielt in einem von viel Physis geprägten Spiel dagegen. Doch etliche Spieler agierten am Ende einer weiteren englischen Woche körperlich sichtbar am Limit. Den Stuttgarter Toren von Chris Führich (5.), Maximilian Mittelstädt (44./Foulelfmeter) und Deniz Undav (88.) setzten die Heidenheimer letztlich die Treffer durch Eren Dinkci (20.), Arijon Ibrahimovic (34./Foulelfmeter) und Sirlord Conteh (82.) entgegen. „Es war ein intensives Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Die Gegentore fielen für uns zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt“, resümierte Maximilian Mittelstädt.

„Wir haben die Herausforderung hier voll angenommen, haben viele Kilometer abgespult“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß: „Es war ein brisantes Spiel, in dem für uns einiges bitter gelaufen ist.“

Die Ausgangslage war vor Anpfiff durch Schiedsrichter Sascha Stegemann klar: Hier der gastgebende FCH, das Schlusslicht der Liga, das zuvor in 22 Bundesligaspielen nur 13 Punkte herausgeholt hatte. Als Gegenpart der VfB, dem sich durch die Niederlage der direkten Konkurrenz von Bayer Leverkusen sowie den beiden Unentschieden der TSG Hoffenheim und RB Leipzig die Chance bot, Tabellenplatz vier zu festigen und damit die heimlichen Ambitionen auf die Champions League weiter zu untermauern. Was letztlich durch den einen Punkt nur bedingt gelang.

Fünf Neue hatte Hoeneß im Vergleich zum 4:1 von Glasgow seiner Startformation beigemischt: Deniz Undav, Jamie Leweling, Atakan Karazor, Finn Jeltsch und Josha Vagnoman raus – dafür Tiago Tomas, Chris Führich, Chema, Maximilian Mittelstädt und Lorenz Assignon rein, so lautete die Personalrochade für den Auftritt auf der Ostalb.

Gleich nach fünf Minuten war dann Chris Führich hellwach: Da luchste der Flügelspieler dem schläfrigen Heidenheimer Mittelfeldakteur Jan Schöppner die Kugel ab, schaltete den Turbo ein und steuerte allein auf FCH-Keeper Diant Ramaj zu. Führichs eiskalter Flachschuss nach rechts bedeutete die frühe 1:0-Führung für den Favoriten VfB.

Doch der Underdog schlug zurück: Nach 20 Minuten verlor Mittelstädt Heidenheims Eren Dinkci in seinem Rücken aus den Augen, der von rechts überlegt nach links oben zum 1:1 abschloss – für Alexander Nübel im VfB-Tor gab es hier nichts zu halten.

Dann kam es noch dicker für die Gäste: Zunächst erzielte Ermedin Demirovic, der den VfB diesmal als Kapitän anführte, das vermeintliche 2:1 für die Stuttgarter. Doch Referee Stegemann erkannte den Treffer zurecht ab, da es unmittelbar zuvor im VfB-Sechzehner ein Foul von Mittelstädt an Dinkci gegeben hatte. Der VfB-Verteidiger hatte den Heidenheimer klar am Knöchel getroffen. Arijon Ibrahimovic verwandelte so den Foulelfmeter für die Elf von Trainer Frank Schmidt – und plötzlich führte also der FCH etwas glücklich mit 2:1 (34.).

Nur zehn Minuten später der nächste Pfiff von Stegemann, als VfB-Youngster Chema von FCH-Profi Christian Conteh in dessen eigenem Strafraum plump von den Beinen geholt wurde. Mittelstädt setzte den fälligen Elfer souverän nach rechts unten zum 2:2 ins Netz (44.). Das Fazit bis zur Pause: Heidenheim versteckte sich im Nieselregen nicht, war zwar spielerisch unterlegen – doch agierte immer wieder erfolgreich mit seinem schnellen Umschaltspiel.

Nach 52 Minuten kam Undav für Tomas – und der VfB übernahm nun immer mehr die Initiative auf dem Platz. Obwohl nach dem Europa-Einsatz in Schottland unter der Woche trotz der personellen Rochaden die letzte Frische fehlte.

Zur siegbringenden Aktion reichte es daher nicht: Erst wurde Demirovic wegen einer fraglichen, weil millimeter-engen Abseitsstellung ein weiteres Tor aberkannt (73.), dann schlug Heidenheim erneut zu. Nach einem überlegt vorgetragenen Konter traf der eingewechselte Sirlord Conteh per Abstauber zum 3:2 (82.) für den FCH.

Dann aber der erlösende Auftritt von Undav, der den Ball im Strafraum sauber annahm, ehe der Stuttgarter Torjäger mit einem trockenen Schuss ins linke Eck das 3:3 erzielte. Der VfB konnte so immerhin noch einen tapfer erkämpften Punkt mitnehmen.

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Erstellt:
22. Februar 2026, 22:34 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2026, 23:59 Uhr

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