Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Ein langer Weg bis zum WLAN-Ausbau

Wunsch aus dem Jugendhearing umgesetzt – Lehrer sowie Schüler vom Komplettpaket am Bildungszentrum Weissach begeistert

Als die Nachricht verkündet wurde, dass das WLAN am Weissacher Bildungszentrum ausgebaut wird, war die Freude groß – war es doch ein langer Weg, bis es so weit war. Vor knapp zwei Jahren schon äußerten die Jugendlichen beim Jugendhearing nämlich diesen Wunsch. Mittlerweile sind die WLAN-Areale abgedeckt und Schüler und Lehrer vom Angebot begeistert.

Haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der WLAN-Wunsch der Jugendlichen umgesetzt wird, obwohl sie nun gar nicht mehr in den Genuss der Nutzung kommen: Die ehemaligen Bize-Schüler Lukas Andres, Lars Kugler und Justin Mayer (von links). Fotos: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der WLAN-Wunsch der Jugendlichen umgesetzt wird, obwohl sie nun gar nicht mehr in den Genuss der Nutzung kommen: Die ehemaligen Bize-Schüler Lukas Andres, Lars Kugler und Justin Mayer (von links). Fotos: T. Sellmaier

Von Yvonne Weirauch

WEISSACH IM TAL. Ein unscheinbarer kleiner Kasten ist am Ausgang des Bildungszentrums (Bize), der zu den Sportstätten führt, angebracht. Dieser sogenannte Access Point ist einer von vier, die am Gebäude des Bize platziert wurden. Getüftelt habe er, sehr viel Zeit investiert, die Arbeitsstunden am Ende nicht mehr gezählt – einfach aus dem Grund, weil er den Anspruch hatte, den „Einsatz der Jugendlichen weiter- und auszuführen“, erzählt Gerald Hofer von der Firma Migratec und ein bisschen Stolz blitzt aus seinen Augen. „Immerhin sind diese Geräte und dieses System eine Art Modellprojekt, das es so hier im Umkreis nicht gibt“, fügt Realschulkonrektor Christian Zeller hinzu.

Das neue System sollte eine große Erleichterung der Arbeitsbedingungen für Schüler, Lehrer und den Administrator bieten. Zudem sollte eine gute WLAN-Abdeckung der gesamten Bereiche im und um das Bize gewährleistet sein. „Es gab einiges zu beachten: Funklöcher müssen vermieden werden, wenn beispielsweise die Jalousien heruntergelassen werden. Die Ummantelung der Anlage sollte wettergeschützt sein – im Sommer darf es zu keiner Überhitzung kommen, im Winter zu keiner großen Abkühlung,“ so Hofer weiter. Das Ergebnis sei geglückt – zumindest bisher, denn den Sommer haben die Geräte schon mal sehr gut überstanden.

Nur positive Rückmeldungen

Freies WLAN am Bize war eines der wichtigsten Anliegen der Jugendlichen beim Jugendhearing 2017. Im Rahmen der „Beteiligungswochen Weissacher Tal und Althütte“ wurde das Thema im vergangenen Jahr weiter diskutiert. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich dann, dass die bisherige technische Ausstattung nicht die erforderliche Leistung hat, um die gewünschten WLAN-Areale abzudecken. Daraufhin entwickelten Hofer und Zeller ein Komplettpaket, das die technische Struktur am Bize auf den aktuellsten Stand bringt. Nun sind nicht nur die Außenbereiche abgedeckt, sondern auch die Innenräume und Sporthallen (wir berichteten). „Die Intention des Ausbaus lag hauptsächlich darin, das freie WLAN auch für den Außenbereich störungsfrei zu sichern“, sagt Angelika Roth vom Kreisjugendring. „Nicht mehr als zehn oder 15 Nutzer konnten sich ins WLAN einloggen – dann war das Netz schon überlastet und nichts ging mehr“, sagt Zeller. Das habe sich dann auch im Unterricht bemerkbar gemacht, wenn beispielsweise mittendrin ein Film abgebrochen wurde, wenn das WLAN nicht mehr funktionierte. Jetzt – da hat Gerald Hofer in den vergangenen Tagen immer mal wieder nachgeschaut – seien es bis zu 740 User, die „problemlos aktiv mit dem WLAN unterwegs sind“.

Auch die Nutzer der öffentlichen Bibliothek können die Vorteile des freien WLAN nutzen. Christian Zeller: „Zehn Tablets können von den Schülern in der Bibi genutzt oder ausgeliehen werden. Das Angebot wird ebenfalls rege genutzt.“ Von allen Seiten werden also Vorteile gesehen. So auch von den Schulleitungen, da verstärkt digitale Medien im Unterricht eingesetzt werden. Bisher habe Zeller nur positive Rückmeldungen erhalten. „Als Netzwerkberater bekommt man selten Lob – da wird man eigentlich nur kontaktiert, wenn etwas nicht funktioniert“, so der Realschulkonrektor. Deshalb freue er sich umso mehr, dass sich so viele Nutzer positiv zu Wort melden.

Maßgeblich dazu beigetragen, dass der Wunsch der Jugendlichen Gehör findet, haben die ehemaligen Bize-Schüler Lukas Andres, Lars Kugler und Justin Mayer – wohl wissend, dass sie nicht mehr in den Genuss der WLAN-Nutzung kommen werden. „Nicht alle Schüler haben in ihrem Mobilfunkvertrag eine Datenflatrate enthalten oder haben kein großes Datenvolumen. Bei den Treffen war der Wunsch nach einem ausgebauten WLAN schon extrem groß“, beschreibt Justin Mayer aus Althütte die Lage vor etwa zwei Jahren. Der 17-Jährige hat in diesem Jahr seinen Abschluss gemacht und seine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen. „Es bringt für alle Vorteile, für Lehrer und Schüler“, ergänzt Lars Kugler aus Weissach im Tal. Der 16-Jährige ist mittlerweile in Waiblingen und möchte sein Abi an der Kaufmännischen Schule machen. „Ein bisschen was von anderen Schülern mitbekommen“ hat Lukas Andres. „Der Ausbau hat viel bewirkt. Ich habe das vorhandene WLAN als Schüler vor allem dann genutzt, wenn ich was im Unterricht nicht wusste und schnell mal googeln konnte“, so der 16-Jährige, der sein Fachabi machen wird. Das Engagement der Jugendlichen wird gelobt: „Die Jungs waren aufs Höchste motiviert und haben nicht lockergelassen. Das hat mich beeindruckt“, sagt Melanie Rautscher vom Kreisjugendring. Ralf Wörner, Vorsitzender des Zweckverbands Bize und Bürgermeister von Allmersbach im Tal, und Christian Zeller schließen sich dem Lob an: „Diese Schüler haben sich enorm eingesetzt, obwohl sie wussten, dass sie in diesem Jahr den Abschluss machen und das WLAN hier gar nicht mehr nutzen werden. Es zeigt, dass es sich lohnt, sich einzubringen.“

Paradox: WLAN ausgebaut, aber Handyverbot im Schulgebäude

Auch wenn die Investitionen zunächst für Abschreckung sorgten – Christian Zeller ist sich sicher, dass sich die Gesamtkosten von rund 60000 Euro mehr als gelohnt haben. „Es ist deutlich mehr geworden, als wir geplant hatten. Aber dank einiger Mittel konnten wir das stemmen.“ Finanziert wurde das Paket unter anderem mit 23000 Euro aus dem IT-Etat der Schule und mit rund 15000 Euro aus Mitteln des Zweckverbands.

Was manchen unverständlich erscheinen mag und gar paradox klingt: Es herrscht Handyverbot im Bize. Einzelne Plakate weisen darauf hin, die Schulordnung wurde dahin gehend sogar deutlich verschärft. Zeller klärt auf: „Diese verschärfte Schulordnung haben wir hauptsächlich wegen der Fünft- und Sechstklässler gemacht.“ Denn in den Pausen seien die jungen Schüler oft in Trauben zusammengestanden und hätten sich mit ihren Handys beschäftigt, anstatt zu toben oder Spiele zu spielen. „Wir untersagen die private Nutzung von mobilen Geräten in der Unterrichtszeit“, bringt es Zeller auf den Punkt. Das Einsetzen des WLAN im Unterricht werde mit den Lehrern abgesprochen und gezielt verwendet. „Uns ist bewusst, dass Schüler in den Pausen mal kurz aufs Handy gucken, um die WhatsApp-Nachrichten zu prüfen, oder dass man sich kurze Zeit dafür auf die Toilette verzieht“, sagt der Realschulkonrektor. Dennoch sei „alles völlig entspannt und der Effekt greift“.

Sie freuen sich, dass die Umsetzung so gut geklappt hat und das WLAN nun rege genutzt werden kann: Gerald Hofer, Lukas Andres, Justin Mayer, Angelika Roth, Melanie Rautscher, Lars Kugler, Christian Zeller und Ralf Wörner (von links).

© Tobias Sellmaier

Sie freuen sich, dass die Umsetzung so gut geklappt hat und das WLAN nun rege genutzt werden kann: Gerald Hofer, Lukas Andres, Justin Mayer, Angelika Roth, Melanie Rautscher, Lars Kugler, Christian Zeller und Ralf Wörner (von links).

Zum Artikel

Erstellt:
16. Oktober 2019, 11:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Stadt & Kreis

Auszeichnung für Mörikeschule

Die Backnanger Gemeinschaftsschule erhält für ihr europäisches Schulprojekt über digitale Medien das eTwinning-Qualitätssiegel