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Ein Mittagessen, das Menschen verbindet

BKZ-Leser helfen: Evangelisch-methodistische Kirchengemeinde benötigt Spenden für die Anschaffung einer Heißtheke

Essen in Gemeinschaft ist wertvoll, dessen ist sich die Evangelisch-methodistische Kirchengemeinde Backnang sicher und hat deshalb vor vier Jahren den „Offenen Mittagstisch“ ins Leben gerufen. Die BKZ-Leser helfen mit ihrer Spende, das Angebot der guten Sache noch ein bisschen besser zu machen – mit Geld für eine Heißtheke.

Ohne die freiwilligen Helfer wäre der Mittagstisch in der Zionskirche nicht zu stemmen. Foto: privat

Ohne die freiwilligen Helfer wäre der Mittagstisch in der Zionskirche nicht zu stemmen. Foto: privat

Von Sarah Schwellinger

BACKNANG. Gemeinsam zu Mittag essen, ins Gespräch kommen, sich austauschen – darum geht’s beim Offenen Mittagstisch. Die Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche gestaltet seit 2014 den Offenen Mittagstisch im Gemeindesaal der Zionskirche, der die vielfältigen Grenzziehungen zwischen Menschen unterschiedlicher Lebenswelten und unterschiedlicher Lebenslagen in unserer Gesellschaft einreißen möchte. Hier kommen Alt und Jung aus allen sozialen Schichten zusammen.

Zum Offenen Mittagstisch sind alle Menschen eingeladen, die in Gemeinschaft zu Mittag essen wollen. Unter den Gästen sind beispielsweise Obdachlose, Männer und Frauen in prekären Lebenslagen, alleinerziehende Mütter oder Väter mit ihren Kindern, Gemeindeglieder, erklärt Pastor Alexander von Wascinski. Die Kirchengemeinde lädt jeden ein, zu kommen, der gerne in Gemeinschaft zu Mittag essen will, der keine Lust hat, allein zu Hause zu kochen, der sich kein regelmäßiges Essen leisten kann, der in der Stadt arbeitet und sich auf nette Atmosphäre freut, der Mittagspause in der Schule hat und nicht nach Hause fährt. Jeden Mittwoch kommen zwischen 75 bis 100 Personen als Gäste zum Offenen Mittagstisch. „Dem Offenen Mittagstisch liegt die Idee zugrunde, dass alles wirkliche Leben Begegnung und Essen in Gemeinschaft von besonderem Wert ist“, so Wascinski, „dabei verbindet der Offene Mittagstisch Menschen über die Milieugrenzen hinweg – alle, die sich einladen lassen und Gemeinschaft suchen.“ Aus eigener Erfahrung kann er sagen, dass außer den kurzzeitigen Tischgemeinschaften auch ungeahnte Gemeinschaften der Mitarbeiter und Gäste entstanden sind. Viele Gäste sind zu Mitarbeitern geworden. „Und für mich haben dort Begegnungen stattgefunden, die ich über die Maßen wertvoll finde, und die sonst nicht hätten stattfinden können.“

Bis zu 25 ehrenamtliche Helfer kümmern sich um den Mittagstisch

Die Organisation und Durchführung des Mittagstischs geschieht durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer: „Es sind bis zu 25 Freiwillige, die in der Saison von April bis Oktober beim Offenen Mittagstisch mithelfen.“ Das Küchenteam besteht jeden Mittwoch aus etwa sechs bis zehn Personen, die zu unterschiedlichen Zeiten, von 8 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags, mitarbeiten. Dazu kommen die Helfer, die beispielsweise beim Tischestellen, bei der Deko, beim Auffüllen, beim Besteck-in-Servietten-Wickeln, beim Abräumen und Aufräumen mit anpacken. In den Wintermonaten besteht mit der Vesperkirche der katholischen Kirche in Backnang ein ähnliches Angebot. Allein ein freiwilliger Beitrag hilft, die Kosten des Angebots zu decken.

Um den Offenen Mittagstisch noch besser zu gestalten, fand eine Begehung der Räumlichkeiten und eine Inspektion der Arbeitsabläufe durch das Chemische und Veterinäre Untersuchungsamt Baden-Württemberg, das für die Lebensmittelhygiene zuständig ist, statt. „Der Besuch ist insgesamt sehr positiv verlaufen“, erzählt von Wascinski. Allerdings besteht Handlungsbedarf für die Kirchengemeine – in erster Linie bei der Essensausgabe. „Wir müssen eine Heiß- und eine Kalttheke inklusive Zubehör für die Essensausgabe aufstellen.“ Die Firma Bartscher hat für die Arbeit der Gemeindeglieder beim Mittagstisch zwei Geräte zu einem Unterstützerpreis inklusive Zubehör und Lieferung angeboten. „Trotzdem können wir diese Anschaffung als Gemeinde alleine nicht stemmen.“

Die Heiß- und Kalttheke ist wichtig, um die Speisen den Hygienevorgaben entsprechend ausgeben zu können. „Uns ist es wichtig, dass wir rund um Küche, Essensausgabe und so weiter, den Hygienestandards und -vorgaben entsprechen. Dass das warme Essen und die Salate auf diese Weise ausgegeben werden, wertet auch das ganze Angebot des Offenen Mittagstischs deutlich auf“, so der Pastor. Auch was die Küchengeräte angeht, kann die Evangelisch-methodistische Kirchengemeinde Unterstützung gebrauchen, erklärt von Wascinski: „Immer wieder müssen wir durch nun deutlich intensivere Nutzung in die Jahre gekommene Küchengeräte austauschen. Dabei fallen meist kleinere, aber manchmal dann gleich richtig große Kosten an. Als Gemeinde könne wir das nicht alleine stemmen. Wir sind da auf Hilfe angewiesen.“

Das Mittagessen in Gemeinschaft findet von April bis Oktober jeden Mittwoch von 12 bis 14 Uhr im Gemeindesaal der Zionskirche statt. In den Sommerferien pausiert der Offene Mittagstisch.

Ein Mittagessen, das Menschen verbindet
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Aktuelle Spenderliste
Claudia und Andreas Ziegele, Backnang; Karin Krieger; Walter Grimmer; Ingeborg und Heinz Reiner Müller; Elsbeth und Kurt Müller; Brigitte und Klaus Lieb; Elvira und Ralf Cornelsen, Aspach; Jutta und Günter Schulze; Olaf Kaiser und Julia Schlosser; Gottfried Richter; Klaus Laupenmühlen, Backnang; Marianne Karp; Martina und Gerald Maier, Steinbach; Waltraut und Wolfgang Obenland; Ingrid und Heinz Noller; Dieter Bergen; Birgit und Thomas Stein, Burgstetten; Horst Giesecke; Elfriede und Günter Schopf; Anita und Reinhold Locherer; Erika Adam; Renate Dobler; Gudrun und Herbert Zäpf, Auenwald; Anna Maria und Dieter Falk, Kirchberg; Sieglinde Bohn; Gudrun Haasis; Ingrid und Wolf Rüdiger Steinat; Familie Kobald, Backnang; Bettina und Hermann Knoll, Aspach; Monika und Hermann Reinhard, Aspach; Andrea und Robert Blum; Helga und Klaus Becker, Waldrems; K+W Automatisierungstechnik GmbH; Judith und Uwe Malena; Bärbel und Werner Rattig; Edith und Manfred Strohhacker; Manfred Strohhacker; Wolfgang Kopf; Manfred Foll; Hermann Ayasse; Marita und Bernhard Wengert; Susanne und Thomas Lehmann, Backnang; Bärbel und Rolf Dinkelacker, Backnang; Günther Breisch, Aspach-Steinhausen; Dr. Klaus Schmerer; Karl-Heinz Häusser; Beate und Lothar Nickerl; 24-Stunden-Äpple-Wanderer; Dietmar Meyer solmey GmbH, Aspach; Manfred Winter. Allen Spendern gilt ein herzliches Dankeschön.

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Erstellt:
28. November 2018, 06:00 Uhr

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