Ein neuer Schulbau für angehende Gärtner

Die Landwirtschaftliche Schule hat am Fasanenhof ihr neues Interimsgebäude mit einem Lehrgewächshaus eröffnet.

Das neue  Interimsgebäude  im Fasanenhof  hat Schulungsräume, eine Werkstatt und ein modernes Lehrgewächshaus

© Torsten Schöll

Das neue  Interimsgebäude  im Fasanenhof  hat Schulungsräume, eine Werkstatt und ein modernes Lehrgewächshaus

Von Torsten Schöll

Stuttgart - Für angehende Gärtner haben sich die Unterrichtsbedingungen an der Landwirtschaftlichen Schule Hohenheim seit diesem Schuljahr deutlich verbessert. Zwar lässt der künftige zentrale Neubau auf dem Universitätscampus noch einige Jahre auf sich warten.  Doch am Außenstandort Fasanenhof konnte nun ein modernes Interimsgebäude mit Schulungsräumen, einer Werkstatt und einem modernen Lehrgewächshaus eröffnet werden.

Die städtische Berufsschule für Gartenbau, Floristik und Biotechnologie ist schon seit Jahren auf mehrere Standorte in Stuttgart verteilt: In Vaihingen, Möhringen, Plieningen und am Fasanenhof werden die rund 500 Schüler der Einrichtung zurzeit unterrichtet. Nur an ihrem ursprünglichen Standort in Hohenheim besitzt die Schule derzeit keine Räumlichkeiten. Das soll sich in den kommenden Jahren wieder ändern, wenn auf dem Areal des sogenannten Campus West die Landwirtschaftliche Schule ihren in Planung befindlichen großen Neubau bezieht. Zuletzt war hierfür das Jahr 2028 anvisiert.

Doch auch die Schulleiterin Dorothea Gärtner glaubt nicht, dass der Termin eingehalten werden kann und rechnet eher mit einem Bezug um das Jahr 2030. Dann sollen alle bisherigen Außenstandorte inklusive des derzeitigen Hauptstandorts in Vaihingen aufgegeben werden.

Einer dieser derzeitigen Außenposten befindet sich auf dem Gelände der Stadtgärtnerei am Fasanenhof. Dort musste mangels Räumen bis ins vergangene Jahr auch der theoretische Unterricht zum Teil in den Gewächshäusern selbst erfolgen. „Der gute fachliche Unterricht war so nicht dauerhaft gewährleistet“, sagt Sonja Waizenegger, Lehrerin für Praktische Fachkunde an der Landwirtschaftlichen Schule. Nun bietet der rund 400 Quadratmeter große einstöckige Neubau in Holzelementbauweise neben zwei modernen Schulungsräumen und einem Werkraum auch ein angegliedertes Lehrgewächshaus sowie eine sogenannte Bodenhalle, in dem der Garten- und Landschaftsbau seinen praktischen Unterricht bei Wind und Wetter abhalten kann. Unterrichtet werden hier neben den Schülern des Garten- und Landschaftsbaus auch die Schüler des Bereichs Produktionsgartenbau.

„Auch im Schulungsgewächshaus kann jetzt zu jeder Jahreszeit das Klima so reguliert werden, dass der Unterricht möglich ist“, sagt Sonja Waizenegger. „Wir können hier zum Beispiel zeigen, welche Formen von Heizungs- oder Beregnungstechniken es gibt.“ An sogenannten Anstautischen können Bewässerungstechniken für die Pflanzen erlernt werden.

Der nun eröffnete Interimsbau, den die Schule bereits zu Pfingsten 2023 bezogen hat, hat rund 3,8 Millionen Euro gekostet. Ursprünglich hätte das Gebäude bereits im Jahr 2022 bezogen werden sollen. Weil bei der Bauvergabe aber Probleme auftraten, sei es zu Verzögerungen gekommen, erklärt die Schulleiterin Dorothea Gärtner.

Ursprünglich gab es Überlegungen, zu einem späteren Zeitpunkt den neuen millionenteuren Interimsbau sowie das angeschlossene neue Lehrgewächshaus mit an den endgültigen Standort nach Hohenheim umzuziehen. Davon sei man aber abgekommen, sagt Dorothea Gärtner. Stattdessen werden die Gebäude vermutlich später von der Stadtgärtnerei übernommen.

Zur offiziellen Eröffnungsfeier am vergangenen Freitag hatte die Schule Betriebe, Verbände und weitere Partner eingeladen. Unter anderem wurde bei einer Podiumsdiskussion erörtert, wie künftig qualifizierte Auszubildende für den Gartenbau gewonnen werden können.

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Erstellt:
15. April 2024, 22:08 Uhr
Aktualisiert:
16. April 2024, 22:02 Uhr

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