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Ein perfektes Jahr für die Bienen

Imker aus Murrhardt und Umgebung haben heuer eine gute Wald- und Blütenhonigernte eingebracht

Während die lang anhaltende Trockenheit und hohen Temperaturen teils große Ernteeinbußen und Schäden im Wald verursacht haben, hat diese Witterung positive Wirkung auf die kleinen, fleißigen Honigsammlerinnen. „Das Bienenjahr ist gut gelaufen“, freut sich Rudolf Hofmann, Vorsitzender des Bezirksbienenzüchtervereins Murrhardt.

Die Imker haben auch ein Bienenvolk im Schaukasten mitgebracht, das einen Eindruck vom emsigen Gewusel im Inneren vermittelt. Rudolf Hofmann (rechts) und Felix Schulte (vorne Mitte) haben gerade die Königin des Volkes ausgemacht, die mit einem roten Punkt gekennzeichnet ist, und zeigen Walter Uetz und Wolfgang Groß (von links), wo sie unterwegs ist. Foto: E. Klaper

Die Imker haben auch ein Bienenvolk im Schaukasten mitgebracht, das einen Eindruck vom emsigen Gewusel im Inneren vermittelt. Rudolf Hofmann (rechts) und Felix Schulte (vorne Mitte) haben gerade die Königin des Volkes ausgemacht, die mit einem roten Punkt gekennzeichnet ist, und zeigen Walter Uetz und Wolfgang Groß (von links), wo sie unterwegs ist. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

FORNSBACH. „Es gibt heuer eine sehr gute Waldhonigernte und eine ordentliche Blütenhonigernte, nachdem Letztere 2017 komplett ausfiel“, berichtet Rudolf Hofmann beim 24. Bienenfest. Es lockt auch dank des herrlichen Spätsommerwetters eine große Besucherschar, darunter auch etliche Ausflügler, zur Fornsbacher Gemeindehalle.

„Heiß und trocken ist ideales Wetter für die Bienen“, hebt Schriftführer Karl Angelbauer hervor. Die Witterung im Frühjahr sei für die Bildung von Honigtau optimal gewesen, auch habe kein Frost die Obstbaumblüte beeinträchtigt. Darum gebe es heuer „eine überdurchschnittlich gute Waldhonigernte und eine ordentliche Blütenhonigernte aus Frühlingsblühern, Obstbaumblüten und Löwenzahn“, berichtet Angelbauer. Zudem hätten einige Imker im Verein auch Sommertrachthonig geerntet, eine Mischung aus Blüten- und Waldhonig.

Zum Glück seien die Bienenzüchter von Schädlingen verschont geblieben: „Bei uns im Verein gibt es keine Probleme mit Wespen“, ebenso keine großen Verluste durch die Varroamilbe. „Insgesamt haben sich unsere Bienenvölker konstant entwickelt“, berichtet Rudolf Hofmann. Doch sei es unbedingt erforderlich, die Varroamilbe, den gefährlichsten Feind der Bienen, konsequent zu bekämpfen gemäß des von der Universität Hohenheim ausgearbeiteten Konzepts. „Jetzt läuft die Behandlung und Vorbereitung, damit die Bienenvölker auch im kommenden Jahr gesund bleiben“, erläutert der Vorsitzende.

Jedes Bienenvolk müsse jedes Jahr genau auf Befall überprüft und mit speziellen Präparaten aus organischen Säuren behandelt werden. Dies erfolge so sorgfältig, dass die Bienenprodukte nicht mit Rückständen belastet werden und auch keine resistenten Milben entstehen, versichert Hofmann. Dazu entnehme der Imker im Frühjahr während der Jungvolkbildung mehrfach verdeckelte Drohnen- und Arbeiterinnenbrutwaben. Im Sommer behandle man die Völker direkt nach der Honigernte, um die Winterbienenbrut vor Befall zu schützen, und nehme im Spätherbst eine sogenannte Restentmilbung brutfreier Völker vor.

„Unser Verein hat sich 2018 dank des nach wie vor großen Interesses an der Imkerei gut entwickelt“, freut sich der Vorsitzende. Der Einsteigerkurs im Frühjahr sei erfolgreich verlaufen, und von den zwölf Teilnehmern seien bis jetzt vier als Neumitglieder dem Verein beigetreten, sodass dessen Mitgliederzahl leicht zugenommen hat. „In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Personen, die etwas für die Natur tun wollen und sich für die Imkerei interessieren, stetig gestiegen, und darunter sind auch immer mehr Frauen und Jugendliche“, hat Karl Angelbauer beobachtet.

Rund um die Fornsbacher Gemeindehalle sorgt ein großes Team aus 40 Helfern bestens fürs leibliche Wohl mit einer großen Auswahl an deftigen Speisen und selbst gebackenen Kuchen. Ein besonderer Leckerbissen ist das Apfeleis, das ein Vereinsmitglied selbst hergestellt hat und auch mit Honigtopping (Garnierung) als Geschmacks-i-Tüpfelchen zu haben ist.

Eine besondere Attraktion ist das Bienenvolk im Schaukasten: Gespannt beobachten kleine und große Festbesucher das emsige Treiben rund um die Königin, die mit einem roten Punkt gekennzeichnet ist. Imker haben die Möglichkeit, bei einer Versteigerung allerlei nützliche Gerätschaften wie Schutzutensilien zu erstehen. Zudem gibt’s eine Verlosung von Bienenköniginnen und Bienenvolkablegern. Die Gäste bekommen jede Menge Informationen rund um die fleißigen Bienen, ihre Produkte und deren Anwendung in Heilkunde und Kosmetik von den Vereinsmitgliedern, aber auch in Form ausliegender Flyer und Broschüren, und können an einem Glücksrad ihr Wissen testen.

Zahlreiche Besucher nutzen die Gelegenheit, sich am Verkaufsstand mit Bienenprodukten wie diversen Honigsorten, Bienenwachskerzen oder Pollen, aber auch Süßigkeiten sowie Hautpflegeartikeln einzudecken. Auch die jüngsten Gäste kommen auf ihre Kosten: Sie malen und basteln bewegliche Bienen zum Aufhängen, wobei sie den Körper aus Tonkarton gestalten, an den sie hauchzarte Flügel aus Pergamentpapier kleben.

Vorsitzender Rudolf Hofmann weist darauf hin, dass auf der Internetseite des Bezirksbienenzüchtervereins (www.bv-murrhardt.de) eine Liste von Imkern veröffentlicht ist, die Honig verkaufen, einige bieten auf Nachfrage auch Rohpropolis und Bienenwachs an. Und im kommenden Frühjahr findet bei entsprechendem Interesse wieder ein Imkereinsteigerkurs statt: „Dafür sind keine Vorkenntnisse erforderlich, auch gibt es keine Altersbegrenzung“, verdeutlicht Hofmann. Wer mitmachen möchte, kann sich unter der E-Mail-Adresse bv-murrhardt-vorstand@t-online.de anmelden.

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Erstellt:
28. August 2018, 06:00 Uhr

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